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Frau mit wehendem Haar
© Vladimir Serov/Getty Images

Beauty-Trends: Wie Make-up zum Erlebnis wird

Schminken Sie noch oder fühlen Sie schon? Make-up kann viel mehr als nur optisch verschönern – es wird erlebbar und bietet damit einen Gegenentwurf zum digitalen Lifestyle.

Spüren Sie es? Kosmetik verändert sich. Weil wir die Vorteile des Hightech-Zeitalters bereits seit langem genießen, erwarten wir höchste Effizienz von allen Make-up-Produkten, die auf unserer Haut landen.

Denn – ob bewusst oder unbewusst – an technisch perfekte Performances wie einen makellosen Teint, kaum sichtbare Cover-ups, Mega-Wimpern und akkurate Augenbrauen haben wir uns längst gewöhnt.

Make-up-Produkte, die High-End-Ergebnisse versprechen, sind zur Selbstverständlichkeit geworden. Visionäre Farbpaletten? Immens wichtig. Aber auch ihr regelmäßiges Erscheinen wird inzwischen vorausgesetzt.

Kosmetik für die Sinne

Das wirklich Neue und auf besondere Weise Ansprechende hingegen, das Make-up-Produkte jetzt mitbringen, ist das Gefühl, die „Experience“, die sie vermitteln. Make-up soll nicht mehr nur verschönern, es soll berühren.

Make-up steht seit jeher für die Steigerung des Selbstbewusstseins, für „Mein schönstes Ich!". Es betont Vorzüge und lässt Makel verschwinden. Make-up bietet seiner Trägerin die Möglichkeit, in neue Rollen zu schlüpfen.

Es lässt sie so aussehen, wie sie sich fühlen will – vom natürlichen Nude-Look für jeden Tag bis zur perfekten Glamour-Exzentrik für den ganz großen Auftritt. So weit, so bekannt. Wirklich neu ist, dass Make-up auch berührt und erlebt werden will. 

Das Erlebnis Make-up beginnt mit dem Moment, in dem Sie eine YBPN-Parfümerie betreten. In die Welt der Schönheit eintauchen, sich in die verschiedenen Bereiche mitnehmen und von ihnen inspirieren lassen.

Dieses Erlebnis geht zu Hause weiter, wenn die erworbenen Produkte zum Einsatz kommen. Und zwar nicht mehr erst beim Blick in den Spiegel, sondern schon beim Auftragen auf die Haut:

Sei es der Eyeshadow, der die Lider kühlt und befeuchtet, während er sie in aktuelle Trendfarben hüllt (zum Beispiel von Dior), das Rouge, das mit dem sanften Erröten seinen pfirsichsüßen Duft auf die Haut bringt, oder der Lipgloss, der auf dem Mund prickelt, oder gar die Farbe wechselt, sobald er die Wärme der Haut aufnimmt.

Oder aber die Foundation, die so mit dem Teint verschmilzt, dass sie weder im Spiegel, noch auf dem Selfie sichtbar ist. Die sich auf der Haut taufrisch wie ein Serum anfühlt und seiner Trägerin dieses besondere „meine Haut sieht perfekt und dabei ganz natürlich aus“-Gefühl vermittelt (zum Beispiel „Skin Illusion“ von Clarins). 

Zu wissen, wie ein Make-up auf der Haut aussieht, wie es uns optisch verändern kann, genügt nicht mehr. Wichtig ist das Gefühl, das ein Make-up seiner Trägerin verleiht. Warum das so ist, weiß YBPN.

Beauty Trends: Make-up als Gegengefühl zur virtuellen Welt

Bereits vor Jahren stellte das renommierte Fraunhofer Institut in Nürnberg fest, „dass Märkte sich zu einer Erlebnis-Economy bewegen müssen“.

Die Forscher des vom Fraunhofer IIS ins Leben gerufenen Innovationslabor Joseph haben die Aufgabe, solche Trends zu analysieren. Nicht selten stoßen sie dabei auf Erlebnis-Kreationen wie „Ultimatives Aroma“ oder „Mindful-Peeling“.

Für den Verbraucher wird das Erlebnis, das ein Produkt bietet, immer wichtiger“, weiß Daniel Langer, Gründer und Geschäftsführer von Équité, einer weltweit agierenden Beratungsfirma, die vor allem das Thema Luxus im Blick hat.

„Ich würde sogar sagen, dass Luxus ein zunehmend einmaliges Erlebnis werden wird. Gerade, weil die Menschen immer mehr konsumieren und dadurch auch viel Erfahrung mit Luxusprodukten erwerben, muss das Besondere noch außergewöhnlicher werden”, fügt Langer hinzu.

Make up digital: Beauty-Trend goes digital

Im Fokus hat er vor allem die Generation, die aktuelle Trends setzt und damit den Markt von morgen bestimmt: die Digital Natives, auch Generation Z genannt. All jene also, die nach 1995 und somit in die digitale Welt hinein geboren sind.

„Wer mit Social Media aufgewachsen ist und die angebotenen Features ganz selbstverständlich nutzt, teilt Social-Web-Angebote klar nach Funktionen auf. Facebook ist der Informationsknoten im Familien- und Freundeskreis, Twitter dient der Kommunikation in Echtzeit, über Snapchat wird das wahre Leben mit Freunden geteilt und Instagram ist die Plattform für Selbstdarstellung."

Fällt Ihnen etwas auf? Genau, all diese Aktivitäten spielen sich nur virtuell ab und finden im echten Leben dieser Zielgruppe kaum noch statt. Sie sind nicht greifbar - im wahrsten Sinne des Wortes.

Ständig online und digital verbunden zu sein hat sich ausgewirkt. Erstens auf die Umsätze – durch Social Media stieg der Verkauf dekorativer Kosmetik seit 2010 um 49 Prozent – zweitens auf das Verhalten.

Sunny Um, Analyst bei Euromonitor International, dem Unternehmen, das solche Zahlen liefert, weiß: „Durch die ständige Verbindung im digitalen Raum sind Verbraucher durchgehend Informationen aller Art ausgesetzt, weshalb sich die Einstellung zu und das Wissen über Gesundheit, Wellness und Schönheit verändern. Ideen und Informationen fließen frei und in immer schnellerem Tempo.

Dieser nicht enden wollende Fluss an Informationen verstärkt gleichzeitig das Bedürfnis nach etwas Greifbarem, wirklich Spürbarem – nach hautnahen Erlebnissen!

Daniel Langer: „Menschen werden sich immer bewusster, wie wichtig Gesundheit, Sport, Zeit für sich selbst und für andere ist. Marken müssen darauf reagieren.“

Und das tun sie. Der nächste Trend entwickelt sich schon: Zum guten Gefühl gehören zunehmend holistische, achtsame, oft astrologisch geprägte Ansätze.

Kosmetik, die eine Philosophie oder eine Geschichte hat, mit der man sich identifiziert, oder ein Ritual mitbringt, mit dem man sich gern beschäftigt, erreicht nicht nur die obere Hautschicht, sie berührt auch im Innern.

Make up Neuheiten: Mit Make-up alle Sinne berühren

Die digitale und damit mobile und kosmopolitische Generation hat gewissermaßen den Boden unter den Füßen verloren. Sie sehnt sich nach echten und spürbaren Erlebnissen.

Kirstine Fratz, Kulturwissenschaftlerin und Zeitgeist-Forscherin aus Hamburg, beschäftigt sich mit aktuellen Strömungen, wohin diese führen, und mit der Sehnsucht der Gesellschaft:

Das Bewusstsein für das Echte wird wieder mehr wert. Wir werden uns fragen, wie der Mensch sich in Zukunft gegen die Technik oder wenigstens neben ihr positionieren kann, und was wir den Maschinen immer voraushaben werden.”

Und was können sich Computer, künstliche Intelligenzen und Algorithmen auf ewig abschminken? Natürlich: Gefühl! Bewusstsein! Einmalige Erlebnisse! Glücksmomente! 

Weder Siri noch Alexa werden je in der Lage sein, den wohligen Erinnerungsschauer und das hüpfende Herz zu spüren, den ein Lipgloss erzeugen kann, der genauso schmeckt und duftet wie die sensationelle, zartschmelzende Buttercremevanilleschnitte, die die geliebte Omi immer gebacken hat („Gen Nude Buttercream Lipgloss“ von bareMinerals).

Oder den Moment, wenn man nicht nur sieht, sondern auch spürt, dass ein Lippenlack performt, indem er beim Auftragen prickelt, während er die Lippenfarbe zum spektakulären Event perfektioniert („Vice Special Effects Long-Lasting Water-Resistant Lip Topcoat“ von Urban Decay).

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