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Parfumflakons
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Eau de Parfum, Eau de Toilette

Kennen Sie den Unterschied zwischen einem Eau de Parfum, einem Eau de Toilette oder einem Eau de Cologne? YBPN verrät, was sich hinter diesen Bezeichnungen verbirgt.

Gerne umgeben wir uns mit einem eleganten Parfum, das wunderbar duftet, die eigene Persönlichkeit unterstreicht und die Sinne betört. Ob Damen oder Herren, jeder hat seinen ganz eigenen Lieblingsduft oder probiert immer mal wieder neue Parfumkreationen aus. Beim Blick in die gefüllten Regale der Parfümerien fallen neben den verschiedenen Düften der bekannten Marken und Parfumhäuser auch die verschiedenen Bezeichnungen ins Auge. 

Mal ist von einem Eau de Parfum die Rede, mal von einem Eau de Toilette und auf so manchem Duft steht Eau de Cologne. Einzigartig duften alle Parfumkreationen, aber worin unterscheiden sich denn die verschiedenen Bezeichnungen überhaupt? Wir haben das Eau de Parfum und den Unterschied zum Eau de Toilette einmal näher unter die Lupe genommen und klären außerdem darüber auf, was es mit Eau de Cologne auf sich hat.

 

Eau de Parfum und der Unterschied zum Eau de Toilette

Wer ein Parfum  kaufen möchte, hat oftmals die Wahl zwischen verschiedenen Varianten. Neben dem Eau de Parfum wird auch ein Eau de Toilette und gelegentlich sogar ein Eau de Cologne angeboten. Der Unterschied macht sich nicht nur preislich bemerkbar, sondern liegt in der Duftkonzentration, also in dem Anteil an Duftölen, die in dem Parfum enthalten sind.

Eau de Parfum

Das Eau de Parfum zeichnet sich durch eine besonders hohe Intensität aus, denn die Konzentration von Duftölen liegt bei 10 bis 14 Prozent, bei sogenannten Intense Varianten sogar bei bis zu 20 Prozent. 

Der jeweilige Anteil der Duftstoffe hängt von der Menge der Duftöle ab, die in dem Gemisch aus Alkohol und Wasser enthalten sind. Als weitere Bezeichnungen sind Parfum de Toilette oder Esprit de Parfum gebräuchlich.

Ein Duft, der als Eau de Parfum (kurz: EdP) klassifiziert wird, ist intensiver als ein Eau de Toilette und kann aufgrund der geringen Flüchtigkeit sparsam verwendet werden. Ein bis zwei Sprühstöße genügen, damit sich das EdP voll entfaltet und über mehrere Stunden hinweg zu riechen ist. 

Im Preis ist es aufgrund der höheren Duftölkonzentration etwas höher angesiedelt als ein Eau de Toilette. Dafür versprüht es umso länger und intensiver seinen einzigartigen Duft.

Dass die Bezeichnung Eau de Parfum heute gang und gäbe ist, liegt übrigens an der Erhöhung der Luxussteuer in Frankreich im Jahr 1979. Bis dato hatte es allein die Bezeichnung Parfum gegeben, unter die auch Extrait de Parfum mit 15 bis 40 Prozent synthetischen Duftstoffen und ätherischen Ölen fiel. Ende der 1970er Jahre wurde jedoch die Mehrwertsteuer für Luxusprodukte von 18 auf 33 Prozent angehoben. Zu diesen Luxusgütern zählten neben Schmuck, Kaviar und Co. auch Extrait de Parfum – gleichbedeutend mit einem Preisanstieg, den die Parfumhäuser umgehen wollten. Damit das Parfum und die besonders intensiven Duftkompositionen nicht unter die erhöhte Luxussteuer fielen, wurden verschiedene neue Bezeichnungen eingeführt. Dabei ließen sich die Hersteller so einiges einfallen, um neue Namen zu kreieren. Was bei Guerlain fortan Parfum de Toilette hieß, war bei Dior Esprit de Parfum und bei Hermès Soie de Parfum. 

Prägend für den bis heute gebräuchlichen Begriff war das Modehaus Chanel, das mit seiner Bezeichnung Eau de Parfum in die Geschichte eingehen sollte. Die Luxussteuer wurde zwar 1995 wieder abgeschafft – der Begriff EdP ist hingegen nicht mehr wegzudenken.

Eau de Toilette

Eau de Toilette hat im Unterschied zu Eau de Parfum einen geringeren Anteil an Duftstoffen. Die Konzentration an Duftölen liegt nur bei rund sechs bis neun Prozent, wodurch der Duft deutlich flüchtiger ist und schneller verfliegt. Diese leichtere Variante des Duftes ist preisgünstiger als ein Parfum und kann etwas großzügiger verwendet werden.

Im Gegensatz zum Eau de Parfum fiel das Eau de Toilette nicht unter die 1979 eingeführte Luxussteuer, da es im Vergleich zum intensiveren Parfum  als alltäglich galt. Darauf deutet auch die Geschichte des Eau de Toilette hin, denn statt Wasser verwendeten die Franzosen beim Baden schon im 17. Jahrhundert Duftwasser. Da die Meinung weit verbreitet war, dass dem Körper durch Keime im Wasser Schaden zugefügt werden könnte, war Duftwasser die erste Wahl. Ein separates Bad gab es damals allerdings noch nicht, sodass die Möbel vor den Rückständen der Essenzen geschützt werden mussten. Dazu verwendete man Tücher, auf Französisch „toile“. Es entstand schon bald der Name Eau de Toilette für das zur Reinigung verwendete Parfum. Es fand nicht nur am königlichen Hof Verwendung, sondern kam auch bei einfachen Bürgern zum Einsatz. Das Eau de Toilette entwickelte sich zum Duftwasser mit geringerer Duftkonzentration, während das teurere, zunächst dem Adel vorbehaltene Parfum intensiver duftete.

Eau de Cologne

Neben Eau de Parfum und Eau de Toilette begegnet uns manchmal auch die Bezeichnung Eau de Cologne. Damit ist eine Komposition gemeint, die einen Duftanteil von lediglich drei bis fünf Prozent besitzt und ursprünglich dem Zweck eines erfrischenden Duftwassers dienen sollte. Eau de Cologne ist also eine sehr flüchtige und daher die meist günstigste Duftvariante, die sich durch ihre leichte Intensität besonders gut für den Sommer eignet.

Der Begriff Eau de Cologne hat mit 4711 Echt Kölnisch Wasser übrigens nur indirekt zu tun und wurde von Giovanni Maria Farina geprägt. Der Italiener war in Köln äußerst erfolgreich mit der Herstellung von Düften und benannte seinen 1709 entwickelten Duft Aqua Mirabilis nach der Stadt, in der er tätig war, Eau de Cologne. Die Namensrechte wurden im 19. Jahrhundert an Wilhelm Mülhens verkauft, der seine Düfte bis 1880 unter dem Namen Farina verkaufen durfte, obwohl diese nichts mit dem ursprünglichen Eau de Cologne gemeinsam hatten. Durch das Verbot der Namensverwendung benannte die Familie Mülhens ihr Produkt nach der Hausnummer der eigenen Firma in 4711 um. Trotz der Namensähnlichkeit sind Echt Kölnisch Wasser und Eau de Cologne also zwei völlig verschiedene Produkte.

Fazit zum Unterschied von Eau de Parfum, Eau de Toilette und Eau de Cologne

  • Eau de Parfum: Duftanteil 10 bis 14 Prozent
  • Eau de Toilette: Duftanteil 6 bis 9 Prozent
  • Eau de Cologne: Duftanteil 3 bis 5 Prozent

Eau de Parfum und Eau de Toilette sowie Eau de Cologne unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Duftölkonzentration.

  • Eau de Parfum ist mit einem Duftanteil von 10 bis 14 Prozent die intensivste Variante des Duftes, 
  • gefolgt von dem leichteren und schneller verfliegenden Eau de Toilette. Diese Variante hat nur sechs bis neun Prozent Anteil an Duftölen. 
  • Besonders schnell verflüchtigt sich das Eau de Cologne, bei dem die Duftkonzentration nur drei bis fünf Prozent beträgt.