Parfum
kleopatra, duft königin
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Geschichte des Parfums

Jahrhunderte der Verführung - die Geschichte des Parfums geht bis ins alte Ägypten zurück. Erfahren Sie hier, wie weit sich die wohlriechenden Düfte entwickelt haben.

Kleopatra war das erste „It-Girl“ der Geschichte. Denn schon die ägyptische Königin wusste genau um die Magie der Schönheit – und des Parfums. Der Legende nach soll sie sogar die Segel ihrer Schiffe mit duftenden Ingredienzen behandelt haben, sodass sie und ihre Entourage bei ihren Nilfahrten in eine Wolke von Wohlgeruch gehüllt waren. Darüber hinaus ließ sich Kleopatra für jeden Tag der Woche einen anderen Duft zusammenmischen. Dafür gab es Parfümeure, die nur für sie arbeiteten. Aus gutem Grund gilt Ägypten also als Wiege des Parfums.

Zeitstrahl

Antike

In der Antike verbrannte man aromatische Ingredienzen, um die Götter gnädig zu stimmen. Daraus entwickelte sich die Duftherstellung, die sich von Ägypten aus über Rom in ganz Europa verbreitete.

Neuzeit

In der Neuzeit wurde eine kleine Stadt in Frankreich über alle Grenzen hinweg berühmt für ihre Düfte: Grasse. Dabei war der Ort im Süden des Landes eigentlich eine Stadt der Gerber gewesen. Als im späten 16. Jahrhundert das mondäne Paris parfümierte Handschuhe trug, verbanden sich Duft- und Lederherstellung in Grasse zum ersten Mal. Die Gerber durften sich von da an auch Parfumhersteller nennen und einige Jahre später war aus dem Neben- ein Haupterwerb für die Stadt geworden. Bis heute trägt Grasse den Beinamen „Weltmetropole der Düfte“

18. Jahrhundert

Mit der Französischen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts war erst mal das Ende der Parfumkunst gekommen. Wiederbelebt wurde sie von Kaiserin Joséphine, der Frau von Napoleon Bonaparte, die auch ihren Mann bewegen konnte, sich zu parfümieren: mit einem Eau de Cologne.

19. Jahrhundert

Lange Zeit war Parfum ausschließlich dem Adel vorbehalten: Im 19. Jahrhundert trat Parfum auch seinen Siegeszug ins Bürgertum an. Pierre-François-Pascal Guerlain war einer der ersten Star-Parfümeure dieser Zeit. Er belieferte die Reichen und Schönen in ganz Europa mit seinen unverwechselbaren Düften. Und er schuf einen Duftklassiker, der bis heute nichts von seinem Zauber verloren hat: „Eau Impériale“. Sein Sohn Aimé kreierte mit „Jicky“ einen Meilenstein in der Parfumgeschichte und sein Enkel Jacques zauberte 1925 mit „Shalimar“ ein orientalisches Märchen, das auch heute noch Frauen in aller Welt fasziniert.

Bereits drei Jahre vorher hatte der Duft einer Modemacherin für Aufsehen gesorgt: „No. 5“ von Coco Chanel gehört bis heute zu legendärsten Parfums der Welt. Gleichzeitig läutete Mademoiselle mit dieser Lancierung eine neue Verbindung ein: die zwischen Designern und Düften. So schuf Christian Dior 1947 „Miss Dior“ einen unvergesslichen Maiglöckchenduft, Yves Saint Laurent nannte sein erstes Parfum schlicht „Y“ und auch Traditionshäuser wie Armani und Gucci begeistern nicht nur mit ihren modischen, sondern auch mit ihren duftenden Kreationen.

Die Bedeutung des Wortes Parfum kommt aus dem Lateinischen: „per fumum“ bedeutet „durch den Rauch“. Erst im 19. Jahrhundert erhielt das Parfum Einzug ins Bürgertum.

Parfums waren damals übrigens weit mehr als nur vergnügliche Wohlgerüchte. Seinerzeit galt es nämlich als unfein, sich zu waschen. Stattdessen wurden Körpergerüche mit schweren Düften überdeckt. Man mag sich kaum vorstellen, wie es beispielsweise im Versailles des 17. Jahrhunderts gerochen haben mag. Immerhin umfasste der Hofstaat des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV. 20.000 Menschen. 

französisches schloss schwarz weiß
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Der Charakter eines Parfums wird durch die "Dreifaltigkeit" geprägt

Ein Parfum besteht aus folgenden drei Facetten:

Die Kopfnote...

...vermittelt den ersten Eindruck eines Parfums und ist für den Tester extrem wichtig: Sie entscheidet darüber, ob ihm ein Duft gefällt und anspricht. Parfümeure setzen bei der Wahl der Kopfnote deshalb häufig auf belebende Noten, zum Beispiel Citrusfrüchte. Ihre Bestandteile wirken frisch und belebend - für "Mein schönstes Ich".

Die Herznote...

...beschreibt den "Charakter" eines Parfums und vereint alle Komponenten eines Duftes. Im Schnitt vergehen bis zu zehn Minuten, bis sich diese Note entfaltet hat. Sie hält dann aber auch über mehrere Stunden an. Parfümeure setzen bei der Wahl dieser Komponenten häufig auf würzige oder blumige Bestandteile: Diese tragen zu einem harmonischen Übergang von der Kopf- zur Basisnote bei.

Die Basisnote (Fond)...

...bildet schließlich den Ausklang eines Parfums. Sie resultiert aus der Verbindung mit der eigenen Haut und des Parfums. Es kann bis zu einer Stunde vergehen, bis sich diese Note schlussendlich entwickelt hat. Da die Basisnote maßgeblich durch die inviduelle Hautbeschaffenheit geprägt wird, sollten Sie Düfte immer auf der Haut ausprobieren. Nur so finden Sie heraus, wie ein Duft an Ihnen riecht.

Parfums werden in verschiedene Duft-Familien eingeordnet

Orientalische Düfte...

...sind sinnlich und opulent. Sie enthalten oft Aromen von Gewürzen wie Nelke, Vanille oder Zimt, edlen Hölzern und exotischen Blüten. Ein Klassiker aus dieser Familie: „Opium“ von Yves Saint Laurent.

Blumige Düfte...

...enthalten, wie der Name bereits sagt, vor allem kostbare Blüten. Iris, Rose, Jasmin und Gardenie sind nur einige, die dieser Duftfamilie ihren Reiz schenken. Allerdings können blumige Parfums ganz und gar unterschiedlich komponiert werden: sinnlich (z.B. „Le Premier Parfum“ von Lolita Lempicka), elegant (z.B. „Iris Nobile“ von Acqua di Parma oder „Happy“ von Clinique). Die Familie der Zitrusdüfte bringt das ganze Jahr hindurch ein Gefühl mediterranen Sommers für "Mein schönstes Ich" mit sich. Ihre Ingredienzen: Mandarine, Limone, Orangenöl.

Ein echter Klassiker ist die Familie der Chypre-Düfte:

Sie präsentieren sich oft dezent und elegant mit einem Hauch von Frische und blumigen Akzenten wie z.B. „Eau du Soir“ von Sisley. Fougère-Düfte faszinieren durch ihr Aroma nach Kräutern, Farnen und herben Akzenten. Diese Ingredienzien werden für Unisex-Düfte, vor allem aber für Herrenparfums (z.B. „The One Gentleman“ von Gucci) verwendet.