Parfum
Schreibfeder, Blumen und Parfumflakon
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Parfum – Seine Geschichte und Grundlagen

Wussten Sie eigentlich, dass die Geschichte des Parfums bis ins alte Ägypten zurück reicht? YBPN verrät, wie das Parfum in seiner heutigen Form entstanden ist.

Woher kommt eigentlich das Wort Parfum? Die Bezeichnung Parfum oder Parfüm geht auf das französische Wort parfum gleichbedeutend mit Duft zurück und stammt ursprünglich von den lateinischen Ausdrücken per für durch und fumum für Rauch oder Dampf ab. Per fumum bedeutete also "durch Rauch" oder "aus Räucherstoffen abgeleitet" und entwickelte sich später zum Begriff Parfum als Bezeichnung für ein flüssiges Gemisch aus Duftstoffen und Alkohol.

Parfum dient seit jeher der Entstehung von angenehmen Gerüchen und soll in Form von Kompositionen aus unterschiedlichen Duftstoffen den natürlichen Eigengeruch überdecken. Damit trägt es ebenso zum Wohlbefinden wie zur Untermalung der individuellen Ausstrahlung bei. 

Die Geschichte und Entstehung des Parfums

Die Ursprünge des Parfums gehen bis in die Antike zurück, denn schon vor über 5.000 Jahren war es bei den Ägyptern üblich, Duftstoffe bei Räucherritualen zu verbrennen sowie parfümierte Öle und Salben mit duftenden Pflanzenextrakten zu verwenden. Der Begriff Parfum vom Lateinischen per fumum deutet auf diese Verbrennung von Duftstoffen hin, die für die Gottheiten beim Sonnenauf- und -untergang zelebriert wurde.

Zu Ehren der Götter gab es die traditionelle Abendräucherung Kyphi mit einer gleichnamigen Mischung aus Weihrauch, Myrrhe, Amber, Sandelholz und weiteren natürlichen Rohstoffen, die mit fettreichen Ölen vermengt waren – eine duftende Kosmetik, die zunächst in Ägypten bekannt war und später auch von den Arabern und Römern übernommen wurde. Pomaden aus Rosmarin, Zitrone und Anis waren ebenso gebräuchlich wie Salben aus Minze, Thymian und Rizinusöl.

Bald schon erreichten die Duftstoff-Mischungen den Vorderen Orient und Fernen Osten, bevor durch die Kreuzzüge im Mittelalter auch das christliche Abendland im heutigen Europa die duftenden Rohstoffe und Mixturen für sich entdeckte. Bis dato gab es allenfalls duftende Wässerchen mit Lavendel. Nun aber gelangten auch durch die europäischen Seefahrer und über die inzwischen bedeutende Handelsstadt Venedig neue Gewürze, Kräuter und Duftstoffe nach Europa.

Diese wurden von Alchimisten zum Kreieren von ätherischen Ölen genutzt, die im 15. Jahrhundert erstmals käuflich zu erwerben waren. Zuvor hatten bereits die Araber im 13. Jahrhundert herausgefunden, wie sich hochprozentiger Alkohol und Parfum als alkoholische Lösung, wie wir es bis heute kennen, herstellen lassen.

Europäische Parfumkunst

Als Zentrum der europäischen Parfumschöpfung sollte sich die französische Stadt Grasse erweisen, die bis heute als Weltmetropole des Parfums gilt. Zunächst waren die edlen Düfte nur dem Adel vorbehalten und wurden am französischen Hof durch die Heirat Heinrich II. mit Katharina von Medici im Jahr 1533 eingeführt. Sie brachte die Duftkultur und ihren eigenen Parfümeur aus Italien mit und machte parfümierte Handschuhe zu einem modischen Trend unter den Damen des Hofes.

Parfums zum Aufsprühen dienten vor allem dazu, üble Gerüche zu übertünchen, etwa zu Zeiten des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV (1638 bis 1715). Körperhygiene, Sauberkeit und Waschen waren unbekannt, sodass der unangenehme Körpergeruch nur mit einem schweren Parfum überdeckt werden konnte. Als begnadeter Parfümeur war Martial weit über die Grenzen des Hofes in Versailles bekannt. Ab Ende des 17. Jahrhunderts verbesserte sich die Hygiene, sodass die Parfums leichter wurden, wie beispielsweise das in Köln von Giovanni Maria Farina erfundene Eau de Cologne aus dem Jahr 1709.

Beim Bürgertum setzte sich Parfum erst im 19. Jahrhundert durch, darunter die Duftkreationen des wohl berühmtesten Parfümeurs seiner Zeit, Pierre-François-Pascal Guerlain, die in ganz Europa großen Anklang bei den Reichen und Schönen fanden. 

Duftklassiker wie "Eau Impériale" oder "Shalimar" aus dem Jahr 1925 von seinem Enkel Jacques sind bis heute legendär. Zuvor hatte es bereits zwei weitere bedeutende Meilensteine in der Geschichte des Parfums gegeben. Zum einen hatten um die Jahrhundertwende synthetische Duftstoffe Einzug in die Parfumherstellung gehalten. Der Korse Francois Coty war es, der erstmals systematisch natürliche und synthetische Substanzen miteinander vermischte. Mit seinen Kompositionen La Rose Jaqueminot aus dem Jahr 1904 und dem ein Jahr später entwickelten L'Origan legte er den Grundstein für das moderne Parfum. Wenig später engagierte er den Glaskünstler Lalique, um sein Parfum in attraktiven Glasflakons präsentieren zu können – eine Verbindung von Duft und Flakon, die bis heute zur Einzigartigkeit von Parfums beiträgt.

Mit Chanel No. 5 von Coco Chanel wurde im Jahr 1921 eines der bis heute berühmtesten Parfums überhaupt auf den Markt gebracht. Fortan waren es vor allem Modemarken und Designer, die das Zepter der internationalen Parfumwelt übernahmen. Zu nennen ist beispielsweise Christian Dior mit seinem Duft "Miss Dior" aus dem Jahr 1947 oder Yves Saint Laurent, Gucci und Armani, die bis heute nicht nur mit ihren modischen Kreationen begeistern, sondern auch mit ihren Duftkompositionen nicht mehr aus den Parfümerien wegzudenken sind. 

Der Grundaufbau eines Parfums – die Duftpyramide aus Kopfnote, Herznote und Basisnote

Jedes Parfum besteht aus drei Elementen:

  1. Kopfnote
  2. Herznote
  3. Basisnote

Bei der Komposition wird das Prinzip einer Pyramide verfolgt, bei der sich die Beständigkeit und Intensität des Duftes vom Boden bis zur Spitze verringert. 

  • Der Boden der Duftpyramide wird von der meist holzig-würzigen Basisnote bestimmt,
  • die Mitte von der blumig-aromatischen Herznote,
  • die Spitze von der erfrischenden, belebenden Kopfnote.

Die Kopfnote

Die Kopfnote wird als Erstes wahrgenommen und verflüchtigt sich vergleichsweise schnell, macht aber den ersten Eindruck eines Duftes aus und ist daher entscheidend dafür, ob ein Parfum gefällt oder nicht. Daher werden für die Kopfnote häufig lebendige, frische Duftnoten verwendet, vor allem Essenzen aus Zitrusfrüchten, aber auch sanfte Blütenaromen.

Die Herznote

Die lang anhaltende Herznote ist, wie die Bezeichnung bereits vermuten lässt, das Herzstück eines Parfums und verleiht ihm seinen einzigartigen Charakter. Sie vereint alle Komponenten des Duftes in sich, entfaltet sich etwa zehn Minuten nach dem Auftragen, wenn die Kopfnote sich verflüchtigt hat, und behält ihre Intensität über mehrere Stunden. 

Meist kommen in der Herznote blumige und/oder würzige Duftnoten zum Einsatz, die sich als harmonischer Übergang von der Kopf- bis zur anschließenden Basisnote erweisen. Ein klassisches Parfum besteht circa zu 50 bis 80 Prozent aus den Duftnoten der Herznote

Die Basisnote

Die Basisnote wird auch als Fond eines Duftes bezeichnet und entfaltet sich erst allmählich aus der Verbindung der Haut mit dem Parfum. Bis sich die Duftnoten völlig entwickelt haben, kann es durchaus eine Stunde dauern. Dann aber präsentiert sich die Basisnote voll und ganz als perfekter Ausklang des Parfums, verbunden mit den individuellen Dufteigenschaften der jeweiligen Haut. Sie ist mit ihren besonders langanhaltenden Duftnoten lange wahrnehmbar, stabilisiert die gesamte Komposition und besteht meist aus holzigen und moschusartigen Ingredienzien.