Parfum
Parfümerie
© Guerlain

Auf der Spur der Düfte: So entstehen edle Parfums

Das Geheimnis edler Parfums sind ihre kostbaren Ingredienzen und die Kunst des Parfümeurs, diese zu einem harmonischen Ganzen zusammenzufügen. Wie das geht, zeigen wir Ihnen hier.

Die Verwendung von Rosenaromen in der Parfümherstellung beruht auf einer sehr alten Tradition: Schon 1307 wurde das aromatische „Ungarische Wasser“ aus Rosmarin und Rosen erwähnt, das der damaligen Königin des Puszta-Landes ewige Schönheit und Anmut schenken sollte.

Im Frühjahr verwandeln sich die Felder von den Toren der südfranzösischen Stadt Grasse in ein wahres Blütenmeer aus Jasmin. Die hellen Blüten verströmen einen einzigartig sinnlichen und gleichzeitig liebliche Duft, der viele Parfums unverwechselbar macht.

Vor allem die Rose findet sich in vielen femininen Düften wieder. Dazu gehört „La vie est belle“ von Lancôme ebenso wie „Secret D'Essence“ von Yves Rocher.

Auch Lavendel ist in Grasse zu Hause. Seine lilafarbenen Blüten verströmen ihre einzigartig herb-frische Note in Herrendüften wie „La Nuit de L'homme“ von Yves Saint Laurent und „Lacoste Challenge“ von Lacoste, tauchen aber auch bei den Damen auf (z.B. „Jil Parfum“ von Jil Sander, „Lancaster Concentrate“ von Lancaster.

Unterschiedliche Rosen-Arten verleihen Varianten wie „Especially Escada“ von Escada oder „Rose the One“ von Dolce & Gabbana ihren einzigartigen Zauber.

Neben diesen blühenden Klassikern und Blüten aus Magnolien, Gardenien, Ylang-Ylang oder Lilien werden heute auch Essenzen aus exotischen Orchideen oder Tiaré-Blüten in kostbare Düfte verwandelt.

Sandelholz und Vanille

Die richtigen Ingredienzen und die Kunst des Parfümeurs machen Parfüm zu einem unwiderstehlichen Vergnügen.

Sandelholz wurde bereits in den ägyptischen und römischen Hochkulturen als Aromastoff genutzt und seitdem ist sein Siegeszug ungebrochen. Das charakteristische holzig-würzige Aroma ist nach Schätzungen heute in 80 Prozent aller Düfte enthalten, meistens in der Basisnote.

Sandelholz findet man in Herrendüften wie „Azzaro Pour Homme Elixir“ ebenso wie in raffinierten Versuchungen für Sie. Auch Zedernholz ist aus der Parfumherstellung nicht mehr wegzudenken. Es schenkt beispielsweise romantischen Varianten wie „Valentina“ von Valentino eine Komponente.

Was wäre ein sinnliches Erlebnis ohne einen Hauch von Vanille?

Die „Vanilla planifolia“ wird nicht umsonst auch „Königin der Gewürze“ genannt. In der Duftherstellung ist sie unverzichtbar, weil ihr süßes Aroma süchtig macht. Vanille wird vielfach in intensiven Eau de Parfums eingesetzt, wie „Angel“ von Thierry Mugler oder „Flowerbomb“ von Viktor & Rolf.

Pfeffer-Aromen („L’Interdit“ von Guerlain), Kardamom („Escale à Pondichéry“ von Dior) oder Zimt („La Prairie Life Threads Sheer Gold“ von La Prairie) bringen ihr typisches Aroma in faszinierenden Parfums.

Patchouli und Moschus

Das Komponieren eines Parfums liegt in den Händen des Parfümeurs. Neben Blüten, Hölzern und Gewürzen verleihen auch andere Duftstoffe Parfums ihr Charisma. Dazu gehört Patchouli.

Gewonnen aus der gleichnamigen indischen Pflanze verleiht dieses Öl sowohl Herrendüften („Z Zegna“ von Ermenegildo Zegna) als auch Damenparfums („Idole d’Armani“ von Armani) Opulenz und Sinnlichkeit.

Moschus gehört zu den ältesten Aromastoffen der Geschichte und wurde zunächst als Heilmittel genutzt. Einige Jahrhunderte später entdeckte man dann die aphrodisierende Wirkung dieses Stoffes, der lange Zeit aus den Drüsen der Moschusochsen gewonnen wurde.

Von da an galt Moschus als Garant für pure Sinnlichkeit. Heute wird der „Lockstoff“ zwar synthetisch hergestellt – seinen warmen und animalischen Charakter hat er jedoch nicht eingebüßt. Meistens kommt dieser in der Basisnote zum Tragen (z.B. „ Omnia Green Jade“ von Bvlgari, „Attimo“ von Salvatore Ferragamo).

Doch so kostbar und selten die Ingredienzen auch sein mögen – erst die Kunst des Parfümeurs lässt sie zu edlen Parfums verschmelzen. Denn diesen Profis gelingt das Wunder, aus verschiedenen Bestandteilen eine Symphonie für "Mein schönstes Ich" zu komponieren, die rettungslos in den Bann zieht.