Pflege
CCO Bild Frau inmitten von Blüten

Samtige Cremes & seidige Balsame

Samtige Cremes und seidige Balsame umschmeicheln unsere Haut wie eine schützende, aber federleichte Decke. Raffinierte Texturen mit luxuriösem Kuschelfaktor – und tieferem Sinn!

Der erste Moment ist entscheidend: Sobald die Fingerspitze die neue Creme berührt, meldet unser Tastsinn ans Gehirn, mmmh, angenehm! Lässt sie sich dann leicht verteilen, verschmilzt mit der Haut und hinterlässt einen pflegenden, aber nicht spürbaren Schleier, tanzen die Glückshormone. Die sinnliche Wahrnehmung, überwiegend unbewusst, aber umso intensiver, ist ein höchst emotionaler Vorgang. Das weiß die Kosmetikforschung natürlich längst und legt höchste Maßstäbe an die Sensorik von Produkten – also an die Farbe, den Duft, aber vor allem an die Textur. Denn sie bestimmt das Gefühl auf der Haut. Die Vorlieben unserer taktilen Wahrnehmung haben sich in den letzten Jahren stark verändert. „Lange sollten reichhaltige Cremes sich auf der Haut auch schwer anfühlen. Vor allem die deutschen Verbraucherinnen liebten es“, sagt Andrea Weber, Leiterin Forschung und Entwicklung bei BABOR.

Was unser Tastsinn wahrnimmt, eine Berührung der Haut, prägt sich viel stärker ein, als das, was wir sehen und hören

Sinnliches Wohlfühlgeheimnis

Eine Frage der Erfahrung. Heute ist ein angenehm leichtes Hautgefühl international der Wunsch Nr. 1. Grundsätzlich werden Pflegeprodukte inzwischen fast ausschließlich als Öl-in-Wasser-Emulsion (O/W) formuliert – vergleichbar mit einem fluffig aufgeschlagenen Shake; sie verdrängt die Wasser-in-Öl-Emulsion (W/O) – einem kompakten Stück Butter ähnlich. Das sinnliche Wohlfühlgeheimnis übernehmen vor allem die eingesetzten Öle: Mit ihnen lassen sich O/W-Emulsionen mit einer enormen Bandbreite sensorischer Eigenschaften komponieren. Neustes Beispiel: CLARINS aktuelle „Hydra Essentiel“-Linie. Vom 2-Phasen-Serum bis zur Creme für sehr trockene Haut: alles luftig leichte, zart schmelzende Texturen, die optimale Feuchtigkeit in jedem Klima spenden. Moderne Hochdruck-Technologie erlaubt dazu vermeintlich Unmögliches: Zu Mikrotröpfchen fragmentiert, schweben intensiv pflegende Inhaltsstoffe unsichtbar in jeder Konsistenz – ob Schaum, Mousse, Sorbet, Gel. Und sie werden zu Verwandten unserer Hautsubstanzen! Das heißt: Sie gelangen schneller und besser in die Epidermis, integrieren sich dort sofort. Beispiel „Zauber-Hybride“, wie BIOTHERM „Blue Therapy Cream-in-Oil“. Erst beim Kontakt der Haut mit dem zunächst frischen Gel werden die Öle mit Aufbau- und Repair-Wirkstoffen freigesetzt. Ultrasinnliches Gefühl inklusive.

Schaum oder Wasser

„Inzwischen können wir Konsistenzen herstellen, die leicht und schnell wie Wasser versprüht werden, sich von selbst verteilen, in die Haut eindringen und eine maximale Versorgung an Pflegestoffen bieten“, sagt Elsa Devillechabrolle, wissenschaftliche Leiterin bei LANCÔME. Am zweiten Trend wird im Labor noch getüftelt. „Wir arbeiten an neuen Schaumtexturen, die sich entweder schnell zu Wasser wandeln oder die Haut länger wie einen schützenden Sahnekokon umschmeicheln.“ Je nachdem, wie es sich im Moment für uns angenehmer anfühlt.