Pflege
Frau mit Make-Up
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Reinigung: Toner und Essenzen

Aus Asien, dem Schmelztiegel für effektive Beauty-Geheimnisse, stammen Teint-Wunder wie BB-Cremes und Vlies-Masken – und Pflegetrends wie das „Layering“ verschiedener Produkte.

Auch die Verwendung von Tonern und Essenzen haben uns die Asiatinnen vorgemacht. YBPN weiß, was diese hochwirksamen Pflege- Zwischenschritte können.

Ebenmäßige, strahlende Haut ist das Ziel eines jeden Griffs zum Cremetopf. Aber können Sie sich vorstellen, für den perfekten Traumteint täglich morgens und abends mit 30 Tiegeln und Tübchen zu hantieren? Im stark hautfokussierten Asien ist das keine Seltenheit. Der Durchschnitt der pflegebewussten Asiatinnen setzt zwar auf „nur“ zehn Pflege-Steps zweimal täglich – die haben es aber in sich.

Die Hauptrolle dieses intensiven und hoch effektiven Beauty-Programms spielen zwei Star-Produkte, die aufgrund ihrer hohen Wirksamkeit auch bei uns immer mehr Bedeutung bekommen: Toner und Essenzen. Zusammen mit zwei Haut-Experten hat YBPN diese Wunderwässerchen unter die Lupe genommen und Wirkung und Anwendungsweisen genau hinterfragt. Die Ergebnisse haben wir für Sie in einem kleinen Hautpflege-Lexikon zusammengefasst.

Toner

Toner, der: Ein Toner ist ein reinigendes, erfrischendes und regulierendes Gesichtswasser. Man unterscheidet zwei Arten: „Nachreinigende Toner erhöhen die Reinigungswirkung vorangegangener Produkte. Sie wirken meist zusätzlich desinfizierend und helfen so, der Entstehung von Unreinheiten vorzubeugen,“ erklärt der Dermatologe Prof. Dr. Volker Steinkraus aus Hamburg.

„Der Fokus eines kräftigenden Gesichtswassers hingegen liegt auf seiner adstringierenden Wirkung, die das Keratin in der Haut entquellt und dafür sorgt, dass sich die Poren zusammenziehen und die Haut widerstandsfähiger gegenüber Umwelteinflüssen wird.“ Beide Varianten werden direkt nach der Reinigung und vor den ersten Pflegeschritten – also vor der Essenz oder dem Serum – angewendet.

Zusammensetzung

Erfrischende, reinigende Gesichtswasser enthalten meist einen geringen Anteil waschaktiver Substanzen, um Pflege- und Schmutzrückstände, die nach der Reinigung noch auf der Haut verblieben sind, restlos zu entfernen. Zusätzlich sind ein geringer Alkoholanteil und Salizylsäure enthalten. Diese Power-Kombi richtet sich aktiv gegen Unreinheiten. Stärkende Toner-Varianten verfügen über einen sauren pH-Wert und helfen so, den Säureschutzmantel der Haut nach der Reinigung wiederherzustellen.

Zusätzlich bringen sie Feuchtigkeitsbooster wie Hyaluronsäure und regenerative Vitamine auf die Haut, sodass sie bereits wie ein erster Pflege-Step wirken. Unterscheiden können Sie die Produkte neben den Herstellerversprechen auch durch ihre Konsistenz: Nachreinigende Toner sind flüssig wie Wasser, adstringierende Varianten sind etwas dickflüssiger und können sogar eine gelartige Konsistenz haben.

Anwendung

Nachreinigende Toner werden mit einem Wattepad direkt nach der Reinigung mit Waschgel verwendet, um eventuell verbliebene Schmutz- und Pflege-Reste aufzunehmen. Aufbauende Wässerchen klopft man am besten direkt mit den Fingern auf die Haut – so werden keine kostbaren Pflegestoffe vom Pad verschluckt. Tipp: Füllen Sie das Produkt in eine Flasche mit Zerstäuber um und sprühen Sie es mit geschlossenen Augen direkt auf das Gesicht.

Welcher Toner passt zu mir?

Die Wahl des Gesichtswassers hängt vom Hautzustand ab. „Da der nachreinigende Toner meist einen Alkoholanteil besitzt, sollte er nicht bei trockener Haut angewendet werden. Er ist auch kein absolut notwendiger Schritt in der täglichen Pflege, sondern eher ein wirksames Tool bei öliger und unreiner Haut“, rät Prof. Dr. Steinkraus. „Stärkende Toner sollten zur Erhöhung der Widerstandskraft der Haut unabhängig vom Hauttyp in das tägliche Pflegeritual integriert werden.“

Ein adstringierender Toner erhöht die Widerstandskraft der Haut und sollte für jeden ein Part der täglichen Gesichtspflege sein!

Professor Doktor Volker Steinkraus
Professor Doktor Volker Steinkraus, Hautarzt und Leiter des DERMATOLOGIKUM Hamburg

Essenz

Essenz, die: Essenzen funktionieren wie ein Primer für die Pflege. „Sie sollen den Teint für die Pflegewirkstoffe empfänglicher machen, die im Anschluss angewandt werden – so werden Ergebnisse schneller sichtbar“, erklärt Michael Georg Thomas, Training Manager von SENSAI. Um ihre Wirkweise zu verstehen, können Sie sich Ihre Haut wie einen Schwamm vorstellen.

Im trockenen Zustand ist er hart und saugt nichts auf. Geben Sie einen Tropfen Serum auf ihn, bleibt er auf der Oberfläche. Feuchten Sie den Schwamm vorab an, wird er weich und aufnahmefähig. Tropfen Sie jetzt erneut ein Serum auf ihn, wird er es komplett aufsaugen. Genau das macht die Essenz mit dem Teint – kann dabei aber noch viel mehr als ein müder Schluck Wasser.

Zusammensetzung

Wie ein kalt gepresster grüner Smoothie enthalten die meisten Produkte einen nahrhaften Wirkstoff-Cocktail aus Vitaminen, Mineralien und Aminosäuren. Ihr Auftrag: Die Zellteilung und somit die Haut-Erneuerung ankurbeln und einen matten Teint und Fältchen ausgleichen. Das klingt erst mal wie ein Serum.

Im ursprünglichen Sinne haben Seren jedoch meist eine höhere Konzentration an Nährstoffen, sind auf konkrete Hautprobleme oder Pflegeziele ausgerichtet und werden partiell im Gesicht aufgetragen. Essenzen sind leichter formuliert und für das gesamte Gesicht gedacht. Das gilt aber nicht immer: Bei manchen Marken, wie SENSAI, entspricht eine Essenz einem Serum nämlich 1:1 und kombiniert beide Pflegeschritte in einem Produkt.

Anwendung

Essenzen werden – morgens und abends – zwischen der Reinigung und den üblichen Pflegeschritten angewendet, also dann, wenn die Haut am saubersten ist. Klopfen Sie einen erbsengroßen Klecks mit den Fingerspitzen in den Teint ein.

Eine Essenz erhöht und verstärkt die Wirksamkeit der darauf folgenden Pflege. Sie sorgt für schnell sichtbare Resultate.

Michael Thomas
Michael Georg Thomas, Training Manager für die Marke SENSAI

Welche Essenz passt zu mir?

„Grundsätzlich eignet sich eine Essenz für jeden Hauttyp, der das Bedürfnis nach einer Intensivierung seiner Basispflege verspürt oder dessen Haut einen speziellen Anspruch hat“, erklärt Hautexperte Michael Georg Thomas und ergänzt: „Zurückhaltung ist allenfalls bei einer sehr öligen Haut geboten, die auf zu viele Wirkstoffe mit Glanz und Unreinheiten reagiert. Dieser Hauttyp hat aber meist auch kein Bedürfnis nach einer ‚Extra‘-Pflege.“