Parfum
Frau mit Parfüm-Flacon besprüht sich
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Designer und ihre Düfte

Nichts unterstreicht ein stilvolles Outfit so perfekt wie ein kostbares Parfum. Deshalb sind Mode und Duft ein wahrhaft traumhaftes Duo.

Mode und Duft: ein wahrhaft traumhaftes Duo für „Mein schönstes Ich“. Das Potenzial dieser Verbindung haben internationale Designer schon lange erkannt: Und so sind heute Haute Couture und Haute Parfümerie einfach unzertrennlich. Oft handelt es sich bei der Suche nach einem neuen Parfüm jedoch um die Qual der Wahl: Die Produktvielfalt auf dem Markt ist scheinbar endlos.

Wir helfen Ihnen sich einen Überblick über die gängigsten Marken zu verschaffen.

Jil Sander

2012 feierte die Hamburger Modekönigin nach neun Jahren der Laufsteg-Abstinenz ein furioses Comeback in Mailand. Sowohl ihre Herren- als auch ihre Damenkollektion wurden vom Publikum begeistert aufgenommen. Ihr Stil hat sich nicht verändert. Nach wie vor steht Jil Sander für Mode, die auf das Wesentliche reduziert ist: klare Schnitte und hochwertige Materialien.

Ihren Durchbruch hatte Heidemarie Jiline Sander 1976 mit einem Stil, der auch heute noch angesagt ist: dem Zwiebellook. Auch in der Haute Parfümerie hat sich das Unternehmen einen Namen gemacht - mit klassischen Parfums wie „Jil“ oder mit romantischen Variationen wie „Everose“.

Versace

Verschwenderischer Luxus in leuchtenden Farben und mit plakativen Ornamenten sind Markenzeichen des italienischen Labels. Gianni Versace gründete 1978 das Mailänder Modeunternehmen, nebenbei arbeitete er als Kostümdesigner für das Theater – ein Einfluss, den man seinen aufwendigen Kleidern immer ansah.

Nach seinem tragischen Tod im Jahr 1997 übernahm Giannis Schwester Donatella die Firma und brachte neben der markentypischen Opulenz weiblichen Sex-Appeal in die Kollektionen. So verschwenderisch und feminin wie die Mode von Versace sind auch die Parfum-Kreationen wie „Vanitas“, das nach dem zarten Duft weißer Blüten und zarter Rosen erinnert.

Prada

Die aufwendigen Prints des italienischen Labels erinnern oft an Kunst. Aus gutem Grund: Miuccia Prada fühlt sich zu diesem Genre seit jeher hingezogen, hat sogar eine eigene Kunststiftung gegründet. Die Enkelin des Firmengründers Mario Prada übernahm dessen damalige Lederwarenfabrik 1978 und machte innerhalb weniger Jahre daraus einen echten Luxuskonzern. Zunächst mit den legendären Nylon-Taschen, die bis heute Kultstatus genießen, ab Mitte der 80er-Jahre auch mit Mode.

1996 erregte sie mit dem „Bad Taste Look“ Aufsehen, einer Kollektion aus Latex, Plastik und Satin mit Applikationen von Spiegelglas und Filmstreifen. 1992 gründete Miuccia Prada mit „Miu Miu“ ihr zweites Label. Der Name ist übrigens auch ihr Spitzname. Ebenso unverwechselbar wie ihre Mode, sind auch die Prada-Düfte, darunter das elegante Parfum „Infusion d’Iris“ und das freche „Candy“.

Giorgio Armani

Niemand hat den klassischen, italienischen Stil so gekonnt auf den Punkt gebracht wie der Designer aus Piazenca. Das gilt für seine zeitlosen Parfums wie „Code Luna“, „Idole“ oder „Emporio Diamonds“. Das gilt aber auch für seine Mode, mit der er seit 1975 Männer und Frauen gleichzeitig begeistert. Vor allem in den USA schaffte sein edler, klassischer Stil in monochromen Farben sofort den Durchbruch, Armani war unter anderem verantwortlich für den Look von Richard Gere in „American Gigolo“ sowie von den gesetzestreuen „Unbestechlichen“ Kevin Costner und Sean Connery.

Privat schwört unter anderem Jodie Foster auf die Kollektionen des Modezaren. Der hatte seinen beruflichen Weg zunächst in eine ganz andere Richtung eingeschlagen: Nach dem Abitur studierte Giorgio Armani Medizin, bevor er umsattelte und als Schaufensterdekorateur arbeitete. 1961 ging er als Designer zu Nino Cerruti, danach arbeitete er freiberuflich für Zegna und Ungaro, bevor er sich mit seinem Lebensgefährten Sergio Galeotti selbstständig machte. Seither ist das Markensymbol des silbernen Adlers aus der Fashion-Szene nicht mehr wegzudenken.

Karl Lagerfeld

Es gibt Menschen, bei denen man sich fragt, wo sie eigentlich ständig ihre neuen Ideen hernehmen. „Karl der Große“ gehört dazu. Der deutsche Designer entwirft nicht nur Mode, er fotografiert auch, schreibt und besitzt sogar einen eigenen Buchladen. Die Karriere des gebürtigen Hamburgers begann 1955 mit einem Wollmantel. Dafür bekam Lagerfeld den Preis des Internationalen Wollsekretariats. Pierre Balmain entdeckte den Newcomer und stellte ihn als Assistenten ein.

Danach arbeitete Karl Lagerfeld bei Jean Patou und Chloé, bevor er 1984 zu Chanel wechselte. Quasi nebenbei hat der Workaholic auch immer für eigene Linien gearbeitet. Lagerfelds Markenzeichen: Eleganz, aber mit bewussten Brüchen.

So kombiniert er gern weibliche Stoffe wie Spitze und Seide mit maskulinen Materialien wie Leder und Nieten. Auch bei Parfums stellte Lagerfeld seine Kreativität mehrfach unter Beweis. So lancierte er für Chanel das Damenparfum „Coco“ oder den Herrenduft „Égoïste“.

Issey Miyake

Mode? Mit diesem Begriff sind die Kollektionen des Japaners nur unzulänglich beschrieben. Eigentlich sind es eher Kleidungs-Skulpturen, mit denen Miyake berühmt wurde, die aber trotz aller Präzision extrem tragbar und bequem sind. Berühmt wurde das Label, als es eine total verstaubte Mode-Reliquie wiederbelebte: die Plissee-Falten. Diese zeigte Miyake 1993 in seiner Kollektion „Pleats Please“ in einem vollkommen neuen Licht.

Seit 2007 ist Chefdesigner Dai Fujiwara für die Kollektionen des Labels zuständig, Firmengründer Miyake kümmert sich um die Erforschung neuer Materialien. Fujiwara setzte allerdings von Anfang an die Tradition des Hauses fort, unvereinbare Dinge zu kombinieren.

Das wurde auch bei der Kollektion „The Wind“ deutlich, die in Kooperation mit der Staubsaugerfirma Dyson stattfand. Darin zeigte er Kollektionen, die von Staubsaugerteilen inspiriert waren. Auch aus dem Parfumsektor ist der Name Issey Miyake nicht mehr wegzudenken: Düfte wie „L’Eau d’Issey“ oder das Parfum „A Scent by Issey Miyake“ gelten als moderne Klassiker.

Marc Jacobs

Untrennbar mit dem Namen des US-Designers verbunden, ist das schmal geschnittene Paillettenkleid, das ebenso zum Träumen verführt wie seine Kollektionen im „Alice-im-Wunderland“-Stil. Der gebürtige New Yorker hat ein Händchen für den Mix zwischen Eleganz und Verspieltheit, das auch in seinen Düften wie „Oh, Lola“, „Daisy“ oder „Dot“ zum Ausdruck kommt. Bereits während seines Designstudiums in den 80er-Jahren gewann Jacobs zahlreiche Preise, woraufhin er 1986 seine erste eigene Kollektion herausbrachte.

Marc Jacobs, der den Grunge-Look erfand, arbeitet jedoch nicht nur unter eigenem Namen: Seit 1997 ist er zudem Chefdesigner von Louis Vuitton und brachte das ehemalige Taschenlabel auch in der Mode ganz nach vorn. Seine Angewohnheit, die eigenen Modenschauen immer mit Verspätung zu beginnen, hat Marc Jacobs den Beinamen „Diva“ eingebracht.

Donna Karan New York

Ihr Spitzname: „Queen der 7th Avenue“. Ihr Markenzeichen: Simple und zugleich raffinierte Mode. Donna Karan gilt als Erfinderin der „sieben einfachen Stücke“, mit denen jede Frau zu jeder Zeit gut angezogen ist. Dazu gehören ein Wickelrock und der typische Karan-Body, der die Bluse ersetzt und definitiv ohne Bügeleisen auskommt. Auch die Strumpfhose mit Miedereinsatz, die einen kleinen Bauchansatz kaschiert, stammt aus ihrem Atelier.

Ihr eigenes Unternehmen mit Sitz in der 7th Avenue von New York gründete die ehemalige Chefdesignerin von Anne Klein 1984. Sechs Jahre später brachte sie mit „Donna Karan New York“ ihren ersten Duft heraus. Zu den beliebtesten Parfums zählen heute ihre „DKNY Be Delicious“-Varianten, bei denen jedes Jahr eine neue, limitierte Edition erscheint. Mit „pureDKNY“ hat die US-Amerikanerin zudem einen Duft entwickelt, bei dem Vanille im Mittelpunkt steht.

Vivienne Westwood

In der ohnehin schon schillernden Modeszene sticht sie hervor wie ein Paradiesvogel: Die englische Designerin machte die Punk-Mode salonfähig, etablierte Fetisch-Details in ihren Kollektionen und überrascht immer wieder durch exzellente Schnitte und verschwenderische Stofffülle sowie durch ausgefallene Fashion-Shows, bei denen die Models schon mal mit Krönchen, zerzausten Haaren und kunstvoll verschmiertem Lippenstift auftreten.

Das Markenzeichen der ehemaligen Grundschullehrerin: ihr eigenes Schottenkaro „MacAndreas“. 2006 wurde die Designerin mit den orangeroten Haaren von der britischen Königin zur „Dame“ geadelt. Bereits 1998 – vier Jahre nach ihrer ersten Haute-Couture-Kollektion brachte Vivienne Westwood mit „Boudoir“ den ersten Duft auf den Markt.

Neuestes Parfum: „Cheeky Alice“, ein verspielt-florales Bouquet von Rose, Maiglöckchen und Pfingstrose.

Tommy Hilfiger

Rot, Weiß, Blau: Die Farben der amerikanischen Flagge sind auch die Töne Tommy Hilfigers. Sie finden sich in seinem Logo und sie sind auch fester Bestandteil seiner Mode-Kollektionen, mit denen der gebürtige New Yorker seit 1985 den amerikanischen Modestil in aller Welt berühmt macht. Hilfiger gilt zudem als Erfinder des „Preppy-Looks“.

Der Begriff leitet sich ab von den renommierten „Prepatory-Schools“ für Kinder aus wohlhabenden Familien. Der Look gilt als Edel-Variante des College-Stils und verbindet Elemente aus dem Segelsport mit klassischen Modeteilen wie Tweedblazern oder Chinohosen. Auch bei seinen Düften bleibt Hilfiger dem sportlich-edlen Motto treu. „Tommy Girl“ oder „Loud“ sind frisch und fruchtig, jedoch niemals aufdringlich.

Elie Saab

Für seinen Duft „Le Parfum“ mit Noten von Orangenblüte, Jasmin, Patchouli, Zeder und Rosenhonig erhielt der libanesische Designer 2012 den deutschen Parfumpreis „Duftstars“. Damit setzte sich die Erfolgsgeschichte des 48-Jährigen fort: Schon als Kind in Beirut beschäftige sich Elie Saab mit Modezeichnungen. Folgerichtig ging er 1981 nach Paris, um dort Design zu studieren. Ein Jahr später gründete er in seiner Heimatstadt sein erstes Atelier und schon wenige Jahre später wurden seine Kollektionen in vielen Ländern der Welt verkauft.

Den endgültigen Durchbruch schaffte er 2002 – genauer gesagt, schaffte Hollywoodschauspielerin Halle Berry das für ihn. Sie trug bei der Oscarverleihung eine typische Traumrobe von Elie Saab und nahm die begehrte Statue als beste Schauspielerin mit nach Hause.

Seitdem gelten die Traumkleider des Libanon-Designers als Glücksbringer für die Stars der Traumfabrik. Inspirieren lässt sich Elie Saab besonders gern von zeitlosen Stilikonen wie Grace Kelly, deren Anmut und Eleganz sich in seinen prachtvollen Roben widerspiegeln.

Dolce & Gabbana

Betonte Taillen, kurvenreiche Hosenanzüge, spitze Schuhe mit hohen Absätzen: Die beiden Italiener haben Sex-Appeal ganz neu definiert. Während Domenico Dolce aus einer Textilfabrikanten-Familie stammt und schon als 7-Jähriger sein erstes Jackett schneiderte, war Stefano Gabbana ursprünglich Grafiker. Kennengelernt haben sich die beiden 1980 in Mailand, zwei Jahre später starteten sie ihre Designer-Karriere.

Mittlerweile gehört neben der Hauptlinie „Dolce & Gabbana“, einer Herrenlinie und Kindermode auch das Label „D&G“ mit junger Trendmode zur Firma, die auch mit unkonventionellen Mustern wie etwa Animal-Prints berühmt wurde. Darüber hinaus feiern die beiden Erfolge mit Accessoires und natürlich mit unkonventionellen Düften wie mit dem Parfum „The One“.