Upcycling Beauty: Abfall der schön macht!
Upcycling kennst Du wahrscheinlich von Möbeln und Mode – jetzt revolutioniert es die Kosmetik. So entsteht nachhaltige Kosmetik, die Haut und Umwelt guttun.
von Marlene Burba
07. Januar 2026
Unsplash
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Upcycling ist längst kein Nischentrend mehr. Was früher nur aus dem Deko- oder Modebereich bekannt war – alte Möbel zu neuen Lieblingsstücken machen, Vintage-Teile neu interpretieren – hat die Beauty-Welt erreicht.
Auch hier geht es darum, scheinbar nutzlosen Rohstoffen ein zweites, noch wertvolleres Leben einzuhauchen: Schalen, Kerne oder Fruchtfleisch werden nicht entsorgt, sondern zu Wirkstoffjuwelen, die Deine Haut verwöhnen und gleichzeitig Ressourcen schonen.
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Warum Upcycling gerade die Beauty-Welt verändert
Beauty wird achtsamer. Kundinnen wünschen sich weniger Abfall, mehr Transparenz und das Gefühl, mit jedem Produkt die Umwelt nicht zusätzlich zu belasten. Upcycling Beauty setzt genau hier an.
Eine britische Marke machte vor Jahren den Anfang und sammelte Kaffeesatz aus Londoner Coffeeshops für ihre Peelings – das Ergebnis: ein viraler Erfolg und der Startschuss für eine neue Ära nachhaltiger Wirkstoffe.
Während der Zero-Waste-Gedanke in der Küche schon lange präsent ist, zeigt sich nun auch in der Kosmetik, wie viel Potenzial in Nebenprodukten steckt.
Upcycling-Peelings und Öle
Was in der Lebensmittelproduktion übrig bleibt, wird in der Beauty-Welt zum Schatz. Upgecycelte Öle stammen aus Obstkernen, Nussbruch oder Fruchtschalen – Nebenprodukte, die für den Handel oft wertlos sind, für die Haut aber Gold bedeuten.
Bei der Ölpressung entstehen Nebenprodukte – und genau daraus werden feine Pulver für sanfte Peelings gewonnen.
Mandeln, Walnüsse oder Aprikosenkerne werden gemahlen und zu luxuriösen Texturen weiterverarbeitet. Besonders beliebt sind Oliven- oder Argankernpulver: mild, mineralstoffreich und ideal für empfindliche Haut.
Kaffee, Kakao & Co.: Die neuen Upcycling-Stars
Kaum ein Upcycling-Inhaltsstoff hat so viel Aufmerksamkeit bekommen wie Kaffee. Aus gepresstem Kaffeepulver entsteht Kaffeeöl – reich an Linolsäure und Antioxidantien, beliebt für Peelings, Öle und hautstärkende Emulsionen.
Auch Kakao erlebt ein Comeback: Beschädigte Bohnen oder fermentierte Früchte werden heute für Kakaobutter, Reinigungsprodukte oder entzündungshemmende Polyphenol-Auszüge genutzt.
Wellness trifft Zero Waste – und das im besten Sinne.
Wenn Möbelabfälle zu Parfum werden
Upcycling hört nicht bei Ölen und Kernen auf. Selbst die Möbelindustrie liefert wertvolle Nebenprodukte: Holzspäne oder Baumrinden werden zu ätherischen Ölen oder zu Duftessenzen verarbeitet.
Zedernöl, Vanillearomate oder Extrakte aus Olivenbaumblättern finden längst ihren Weg in feine Parfums und Feuchtigkeitspflege.
Upcycling Beauty: Die Herausforderungen
So visionär Upcycling Beauty klingt, ist die Umsetzung oftmals komplex.
Die Qualität pflanzlicher Nebenprodukte schwankt, Extraktionsprozesse müssen präzise angepasst werden und nicht jedes Ausgangsmaterial ist saisonunabhängig verfügbar.
Doch der Aufwand lohnt sich: Wenn Hersteller die gesamte Wertschöpfungskette nachhaltig denken – vom Anbau bis zur Weiterverarbeitung – entsteht eine echte Alternative zu konventionellen Rohstoffen. Eine, die Ressourcen schützt und zeigt, dass Schönheit nicht mehr verschwenderisch sein muss.