Haare föhnen: Die besten Techniken für Glanz, Volumen & gesundes Haar

Beim Haare föhnen entscheiden Temperatur, Abstand und Technik darüber, ob das Ergebnis glänzt oder strohig wirkt. So funktioniert es richtig.

von Svenja Schaffeld

17. März 2020

Frau föhnt ihre langen dunklen Haare vor dem Spiegel mit Stylingdüse am Ansatz

© Getty Images / Unsplash+

Nach Sektionen lesen

Haare föhnen steht im Ruf, das Haar auszutrocknen. Tatsächlich entscheidet weniger das Gerät über das Ergebnis als drei Faktoren: wie nass das Haar beim Start ist, wie heiß die Luft auftrifft und wie du die Strähne dabei führst. Wer diese drei Stellschrauben kennt, ist schneller fertig, schont die Struktur und bekommt Glanz, der bis zum Abend hält.

Der Unterschied zwischen Salonergebnis und Strohgefühl liegt oft in zehn Zentimetern Abstand.

Ist Haare föhnen schädlich für die Haarstruktur?

Problematisch wird es nicht durch den Föhn, sondern durch die Kombination aus Hitze, Nässe und Nähe. Nasses Haar ist aufgequollen und empfindlicher als trockenes, heiße Luft direkt an der Strähne lässt Feuchtigkeit im Haarinneren verdampfen und raut die Schuppenschicht auf.

Geföhnte Haare wirken dann matt und fransig, obwohl der Schnitt frisch ist. Mit Abstand, mittlerer Stufe und ständiger Bewegung bleibt die Struktur dagegen intakt.

Föhnen oder lufttrocknen: Was ist schonender?

Lufttrocknen klingt nach der sanfteren Variante, ist es aber nicht automatisch. Bleibt das Haar über Stunden nass, quillt es auf und der innere Zusammenhalt leidet.

Föhnen mit Abstand und moderater Temperatur schneidet in dieser Hinsicht besser ab, während Föhnen auf höchster Stufe direkt an der Kopfhaut die Oberfläche stärker beansprucht. Entscheidend ist also nicht die Methode, sondern die Ausführung.

Hitzeschutz kommt vor der Technik

Hitzeschutz ist kein Extra, sondern der Startpunkt jeder Föhntechnik. 

Trag ihn auf handtuchtrockenes Haar auf, verteil ihn mit den Fingern von den Längen zu den Spitzen und spar den Ansatz aus, damit das Volumen nicht beschwert wird. Erst dann greifst du zum Föhn.

Haare richtig föhnen: Schritt für Schritt

Vorbereitung und Anföhnen

Drück das Wasser mit einem Handtuch aus dem Haar, statt zu rubbeln, am besten mit einem Mikrofasertuch oder einem Baumwollshirt. Danach folgt das Anföhnen: Bring das Haar bei mittlerer Stufe und noch ohne Bürste auf etwa 80 Prozent Trockenheit und bewege den Föhn dabei ständig.

Erst wenn das Haar nur noch leicht feucht ist, lohnt die Bürste. Wer zu früh mit Zug arbeitet, dehnt die nasse Strähne und verliert genau den Glanz, um den es geht.

Temperatur, Abstand und Kaltstufe

Halte etwa 15 bis 20 Zentimeter Abstand und führe den Luftstrom immer vom Ansatz zu den Spitzen. Die Schuppenschicht liegt wie Dachziegel übereinander, die Spitzen der Schüppchen zeigen zum Haarende. Bläst du in diese Richtung, bleiben sie flach anliegen, bläst du dagegen, stellen sie sich auf und das Haar wird kraus.

Mittlere Hitze reicht für die meisten Haartypen, feines Haar kommt mit der niedrigen Stufe aus. Am Ende kommt die Kaltstufe: Warmes Haar ist noch formbar, beim Abkühlen härtet die Form aus. Der kalte Luftstoß friert also genau die Rundung ein, die du mit der Bürste gelegt hast.

Praxis-Tipp für kürzere Föhnzeiten

Ein verstopftes Luftgitter drosselt den Luftstrom, der Föhn wird heißer und du föhnst länger. 

Nimm das Gitter alle paar Wochen ab und entferne Staub und Haare. Kleiner Handgriff, spürbar kürzere Föhnzeit.

Mehr Volumen und Glanz beim Föhnen

Volumen entsteht am Ansatz, nicht in den Längen. Föhne den Ansatz deshalb gegen die Wuchsrichtung an und leg den Scheitel erst danach an seine gewohnte Stelle zurück. Wer zusätzlich über Kopf anföhnt, bekommt Fülle, sollte die Oberfläche nach dem Aufrichten aber mit der Düse nachglätten, sonst steht sie ab.

Für Glanz in den Längen arbeitest du mit der Rundbürste: Strähne für Strähne unter leichtem Zug von oben nach unten, die Düse folgt der Bürste. Föhnen und glätten gelingt so in einem Durchgang, ein zusätzliches Glätteisen brauchen die wenigsten Haartypen danach noch.

Geföhnte Haare halten die Form außerdem länger als luftgetrocknete, weil die Strähne unter Spannung trocknet.

Föhntechniken für deinen Haartyp

Föhntechniken unterscheiden sich vor allem im Aufsatz. Die schmale Stylingdüse bündelt den Luftstrom und ist für glatte Ergebnisse gemacht, der Diffusor verteilt ihn großflächig und hält Locken in Form. Ganz ohne Aufsatz zu föhnen wirbelt das Haar durcheinander und kostet dich hinterher Glanz.

Haartyp Aufsatz Föhntechnik Typischer Fehler
Locken und Wellen Diffusor Kopf zur Seite neigen, Strähnen in die Schale legen, niedrige Stufe, wenig bewegen Zu früh anfassen, das erzeugt Frizz
Kurze Haare und Bob Stylingdüse Mit kleiner Rundbürste in Form föhnen, Spitzen zum Schluss nach innen drehen Zu viel Produkt am Ansatz, die Form fällt zusammen
Lange Haare Stylingdüse In Partien abteilen, große Rundbürste, Luftstrom von oben nach unten Nur die Längen föhnen, der Ansatz bleibt feucht
Feines Haar Stylingdüse, niedrige Stufe Kurz anföhnen, viel Bewegung, früh in die Kaltstufe wechseln Zu lange auf hoher Stufe, die Spitzen trocknen aus
Haare föhnen wie ein Profi
  • Kalte Luft schadet der Haarstruktur nicht, sie trocknet nur deutlich langsamer. Unangenehm wird längeres Kaltföhnen höchstens für die Kopfhaut.

  • Eine feste Obergrenze gibt es nicht, als Richtwert gilt: so kurz wie möglich. Fünf bis zehn Minuten reichen bei den meisten Längen, wenn du das Wasser vorher gründlich mit dem Handtuch aus dem Haar drückst und den Föhn ständig weiterbewegst, statt ihn auf eine Stelle zu halten. Auch tägliches Föhnen ist in Ordnung, solange Temperatur und Abstand stimmen.

  • Nur, wenn du sie zu früh einsetzt oder zu stark ziehst. Bürsten mit Metallkern heizen sich zusätzlich auf, Naturborsten und Kunststoff bleiben kühler.

  • Geföhnte Haare sehen im Salon vor allem deshalb gleichmäßiger aus, weil dort in kleinen Partien gearbeitet wird. Jede Strähne wird einzeln abgeteilt und komplett durchgetrocknet, bevor die nächste drankommt. Zu Hause föhnt man meist alles auf einmal, einzelne Strähnen bleiben halbfeucht und trocknen danach ohne Spannung nach. Genau dort entsteht der Unterschied, nicht am Gerät.

Abonniere unseren

Newsletter

mit Trends & Aktionen

Werde Teil der Beauty Professional Familie und erhalte spannende Einblicke und Insider-Tipps aus erster Hand. Jetzt anmelden!

Abmeldung jederzeit möglich

Jetzt abonnieren
Besondere Angebote
Wertvolle Insider-Tipps
Exklusive Geschenke
Tolle Gewinnspiele