Pflege
Junge Frau tropft sich Öl auf den Finger, um sich einzucremen
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Gesichtsöle geben trockener Haut neue Kraft

Trockene Haut? YBPN verrät, warum Gesichtsöle mit „guten“ Fetten und deren Fettsäuren den Teint schön ebenmäßig machen.

Faszinierend: Die Grundstruktur der menschlichen Zellen hat sich seit Milliarden von Jahren nicht verändert: proteinreiche abgegrenzte Räume, die von Fettmembranen umgeben sind. Auch ihr Nährstoffbedürfnis ist in dieser Zeit gleich geblieben. Das gilt auch für unsere Hautzellen.

Lange aus der Mode gekommen, entdecken Wissenschaftler gerade den Ur-Segen von Fetten und Fettsäuren für die Gesundheit wieder. Denn Light und Zero brachten das Gegenteil vom erhofften Fit- und Schlankheitswunsch.

Nun stellen Forscher in allen medizinischen Disziplinen fest: Unsere Zellen brauchen sehr wohl Fett, es kommt nur darauf an, aus welchen Quellen wir es aufnehmen.

Wie gesunde Fette in Gesichtsölen wirken

In der Kosmetik wird dafür der dermatologische Begriff Lipide (aus dem Griechischen von lípos = Fett) verwendet. Um seine (Haut-) Zellen stetig zu erneuern, benötigt der Körper die richtigen Bausteine.

Die Haut ist dabei das einzige menschliche Organ, das von zwei Seiten ernährt werden kann, nämlich von innen und außen. Glücklicherweise, denn in der kälteren Jahreszeit benötigt der Organismus besonders viele Nährstoffe, die trockener Haut als letztem Glied in der Versorgungskette häufig nicht mehr zur Verfügung stehen.

Fehlen aber wertvolle essenzielle Bestandteile der Fette in der Hornschicht, kann die Haut Feuchtigkeit weder speichern noch aufnehmen, die Feuchtigkeit geht einfach verloren.

Pflegeprodukte, die den natürlichen Lipid-Mix der Hornschicht aus Ceramiden, Fettsäuren und Cholesterol mit pflanzlichen Ölen optimal ergänzen, haben daher einen positiven Einfluss auf die Barrierefunktion der Haut. Doch nicht nur für den Schutzwall gegenüber Klimastress braucht die Haut wertvolles Fett.

Fette sind ein wirksames Energiespeichermaterial und für die Zellneubildung lebenswichtig, sie halten die Zellmembranen stabil und reparieren sie sogar. Die Membranen, die aus Lipiden bestehen, gewährleisten die Kommunikationsabläufe, die Informationsflüsse der Zellen.

Sind sie nicht intakt, herrscht Stau, und der Stoffwechsel stagniert,“ sagt Anne Mandel, Heilpraktikerin und Stoffwechselexpertin in Hamburg. „Die Haut kann nur elastisch, geschmeidig und ebenmäßig sein, wenn sie nicht nur durchfeuchtet, sondern auch durchfettet ist.“

Shiseido Future Solution LX Repleneshing Treatment Oil
Clinique Clinique Smart Treatment Oil
Biodroga Energize & Perfect Anti-Age Face Oil

Was sind „gute Fette” für trockene Haut?

Wie in der Ernährung sind pflanzliche Fette grundsätzlich tierischen vorzuziehen, einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren (zum Beispie in Walnuss- und Rapsöl) sind leichter aufzunehmen als gesättigte (zum Beispiel aus Sonnenblumenöl).

Dabei gelten, wie in der Ernährung, Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren in richtigem Verhältnis (optimal wäre 1:4) als besonders wertvoll. Omega-3-Fettsäuren tragen maßgeblich zu einem gesunden, ebenmäßigen Hautbild mit schönem Glow bei, sie sind entzündungshemmend und unterstützen die Regeneration. Die besten Quellen dafür: Cupuacubutter, Camelinaöl, auch bekannt als Leindotteröl, Nachtkerzen- und Borretschsamenöl.

Studien, vor allem die des Autorenpaares Paul und Shou-Ching Jaminet aus den USA – er Astrophysiker, sie Mikrobiologin und Krebsforscherin –, wollen dazu belegen, dass Öle aus Fruchtfleisch für die Zellen wertvoller sind als die aus Samen.

Also besser Sanddorn-,Maracuja-, Mango-, Jojoba- und Avocadoöl als Öl aus Traubenkern, Raps, Weizen- und Maiskeim – zumindest, wenn die Öle nicht industriell hergestellt, sondern schonend per Hand gewonnen und kalt gepresst werden.

Als gesichert gilt aber: Gehärtete Fette sind dringend zu meiden. Spezialistin Mandel: „Das ist gerade für junge Menschen wichtig. Transfette, also gehärtete Fette, machen den Hauttalg zäh und verstopfen die Poren.

Feine pflanzliche Öle mit Omega-3-Fettsäuren dagegen halten geschmeidig. Gut gegen Pickel und zur Vorbeugung von Akne!“

Auch, wenn wir Deutschen ein Faible dafür haben, die trockene Haut im Winter satt „einzufetten“: Die globalen Kosmetikhersteller arbeiten ehrgeizig an modernen Texturen, die trotz reichhaltigster Formeln mit Mixturen aus verschiedensten Ölen schnell und rückstandslos einziehen und dabei enorm leicht sind. Denn gerade für die mit den Jahren immer dünner werdende Gesichtshaut sind ölige Formeln oft viel zu schwer, sie lassen den Teint schnell grau und müde aussehen. 

Da kommt eine Formulierung, die sich wie eine zweite Haut in den natürlichen Zellaufbau der Hornschicht integriert und auf diese Weise in der Lage ist, Wirkstoffe ohne den Einsatz von Emulgatoren in die Haut einzuschleusen, gerade richtig. Doch das ist nur die Gegenwart.

Einen Blick in die Zukunft bietet der Kosmetikmarkt in Korea, dem Land der schrillen Beauty-Innovationen: Dort macht gerade ein Inhaltsstoff Furore, der auch bei uns eine wirksame Alternative zum Sonnenschutz werden könnte: Ceramide – ein natürlicher Bestandteil unserer natürlichen Hautbarriere, der nun für den Einsatz in der Kosmetik aus Reis gewonnen wird. Wann Sie davon in Ihrer YBPN-Parfümerie hören? Wir halten Sie auf dem Laufenden!

Auf Gesichtsöle mit diesen Komponenten sollten Sie in Zukunft achten:

Tucumaöl …

… ist die Alternative zu klassischem Palmkernöl; gilt als vegetarisches Silikon, weil es wundervollen Glow hinterlässt. Antiallergen, antibakteriell, entzündungshemmend.

Avocadoöl …

… beinhaltet natürliche Emulgatoren, die dafür sorgen, dass Vitamine, Mineralien und Antioxidantien besser durch die Hautbarriere dringen können. Zieht daher gut und schnell ein.

Cupuacubutter …

… besitzt einen beeindruckenden Anteil an Omega-Fettsäuren mit einem nahezu perfekten Verhältnis an Omega 3 und 6. Dazu kann sie bis zu 240 Prozent ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit binden.

Camelinaöl …

… ist auch bekannt als Leindotteröl. Hochkonzentriert an Omega-3-Fettsäuren, wirkt es intensiv pflegend, antioxidativ und gegen vorzeitige Anzeichen der Hautalterung.

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