Pflege
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Tipps gegen rote Haut

In Stress-Situationen kann der Teint ruhig mal mit Rötungen reagieren. Bleibt die Haut aber dauerhaft gerötet, hat das andere Gründe. YBPN erklärt, was dahintersteckt.

Vorübergehendes Erröten aufgrund von extremen Temperaturunterschieden oder heftigen Emotionen ist eine normale Reaktion des Körpers. Wenn die Rötungen regelmäßig ohne erkennbaren Grund oder dauerhaft auftreten, liegt allerdings meist eine medizinische Ursache vor. Häufig handelt es sich dann um die chronische Hautkrankheit Rosazea. Diese verläuft im Allgemeinen in drei Stadien, denen eine Frühform mit flüchtig auftretenden Gesichtsrötungen, sogenannten Flushs, vorangeht. Dabei findet eine schubweise Entzündung in der Haut statt, bei der einzelne Partien stark durchblutet werden.

Die Flushs klingen meist so schnell ab, wie sie gekommen sind. Das erste Stadium der Rosazea ist laut Dr. Pia M. Paes vom Dermatologikum Hamburg ein Synonym zur Couperose. Diese geht meist mit einer bleibenden Gesichtsrötung im Bereich der Wangen, mitunter auch auf Nase und Stirn einher. Der Begriff Couperose beschreibt Gefäßerweiterungen, die als rote Äderchen deutlich durch die Epidermis schimmern. Es folgt die zweite Phase, in der kleine Pusteln oder Knötchen hinzukommen können und die Haut aufgrund von Flüssigkeitseinlagerungen anschwillt. Das letzte Stadium wird durch eine teilweise sehr starke Verdickung der Hautoberfläche deutlich. Ob und in welcher Reihenfolge diese Phänomene auftreten, ist natürlich nicht bei jeder Haut gleich. „Es werden nicht immer alle Stadien durchlaufen. Einzelne von ihnen können ausbleiben, andere dagegen sehr lange andauern“, so die Expertin.

Jede dauerhafte, ungeklärte Rötung der Gesichtshaut sollte dermatologisch vorgestellt werden.

Dr. Pia M. Paes, Dermatologikum Hamburg

Behandlung von Rosazea

  • Zunächst sollen Sie sichergehen, ob eine Form der Rosazea vorliegt oder die Rötungen andere Ursachen haben. Das frühe Erkennen der Krankheit kann zudem ihr Voranschreiten aufhalten und ermöglicht eine wirksame Therapie. „Eine umfassende Rosazea-Therapie basiert auf vier Säulen“, weiß Pia Paes. „Leichte Formen lassen sich äußerlich mit Cremes behandeln, schwere Formen gegebenenfalls innerlich mit Medikamenten.
  • Des Weiteren sind konsequenter UV-Schutz und medizinische Kosmetik wichtig. Helfen können auch physikalische Methoden wie Laserbehandlungen.“ Da die betroffenen Partien sehr empfindlich sind und zu Brennen oder Juckreiz neigen, ist bei der äußerlichen Behandlung eine auf Rötungen ausgerichtete Spezialpflege ein Muss. Die Produkte sollten bei der Anwendung eine Reihe von Funktionen erfüllen: Rötungen und Irritationen reduzieren, dabei die Hautbarriere stärken und das Bindegewebe festigen. Entzündungshemmende und kühlende Wirkstoffe in den Produkten helfen, die roten Partien zu beruhigen.
  • Zusätzlich zur konsequenten Anwendung der Pflege kann eine Anpassung des Lifestyles Besserung bringen. Dabei gilt es, auf gewisse Reize, ausgelöst durch heiße Getränke, Saunagänge oder Sonneneinstrahlung, zu verzichten. Kaffee, Alkohol und Nikotin können die Schübe ebenfalls verstärken, da sich mit dem Konsum das Risiko von erweiterten Kapillaren und Blutstauungen im Gesicht erhöht. Grundsätzlich gilt jedoch, dass Betroffene geduldig sein müssen, da eine kosmetische Behandlung Zeit braucht, um einen sichtbaren Verbesserungseffekt zu erzielen.
  • Wer bis dahin trotzdem mit einem ebenmäßigen Teint glänzen möchte, setzt auf Make-up mit Grünpigmenten, die der Komplementärfarbe Rot entgegenwirken. Dieses sollte allerdings frei von reizenden Duftstoffen und nicht komedogen sein, um die Haut nicht zusätzlich zu irritieren oder die Talgdrüsen zu verstopfen.

Ansonsten gilt: Fake it till you make it!

Dr. Pia M. Paes, Dermakologikum Hamburg© PR

Experteninterview

Wie viele Menschen sind von Rosazea betroffen?

Tatsächlich ist die Rosazea eine der häufigsten Hauterkrankungen überhaupt. In Deutschland sind etwa zwei bis fünf Prozent der Bevölkerung betroffen. Eine besondere Häufung kann in Nordeuropa beobachtet werden.

Wodurch wird die Krankheit ausgelöst?

Was genau die Rosazea auslöst, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Als wesentliche Ursachen/Trigger gelten jedoch eine erbliche Veranlagung mit einer immunbiologischen Störung und erhöhten Bereitschaft zu entzündlichen Vorgängen, chronische Sonneneinwirkung und eine erhöhte Anzahl von Demodex-Milben. Das sind Milben, die auch bei Gesunden im Bereich der Gesichtshaut vorkommen. Das Zusammenspiel dieser Einflussgrößen bedingt bzw. unterhält dann die chronisch entzündliche Hauterkrankung Rosazea.

Wann lässt sich Rosazea zu Hause behandeln, wann sollten Betroffene einen Dermatologen aufsuchen?

Generell gilt: Jede dauerhafte, ungeklärte Rötung der Gesichtshaut sollte dermatologisch vorgestellt werden. Ist die Diagnose Rosazea gestellt, wird entsprechend der Ausprägung und des individuellen Leidensdrucks ein Behandlungskonzept erstellt.

Wie genau funktioniert eine Laserbehandlung gegen Rosazea, wann ist sie empfehlenswert?

Eine Laserbehandlung sollte immer erst nach Abklingen der akut entzündlichen Phase zur Therapie von einzelnen Gefäßerweiterungen und/oder flächigen Rötungen erfolgen. Prinzip hierbei: die sogenannte selektive Photothermolyse, wobei der rote Farbstoff Hämoglobin in den Blutgefäßen als Angriffspunkt für den Laser dient.

Was sollte man bei einer Mischhaut tun, wenn die Rötungen mit anderen Hautproblemen einhergehen?

Hier sollte unbedingt eine dermatologische Diagnostik mit Anpassung und Kontrolle eines individuellen Therapie- und Pflegeplans erfolgen. Zusätzlich können medizinisch-kosmetische Behandlungen die Behandlungserfolge deutlich verbessern und erhalten.

Kann Rosazea mit einer kosmetischen Behandlung dauerhaft besiegt werden? Muss man dabei ständig gegen die Symptome ancremen?

Die Rosazea zeigt in der Regel einen chronisch-schubweisen Verlauf. Ziel der Behandlung ist es, die Erkrankung unter Kontrolle zu bringen, das heißt, eine vollständige Symptomfreiheit ohne eigentliche Abheilung zu erreichen. Während Therapien dann gegebenenfalls zwischenzeitlich sogar dauerhaft abgesetzt werden können, ist die Anwendung eines individuell angepassten Pflegekonzepts und eines guten UV-Schutzes dauerhaft zu empfehlen.

Laserbehandlung bei Rosazea

Ergänzend zu einer kosmetischen Behandlung, kann eine Lasertherapie helfen, die Rötungen langfristig abklingen zu lassen. Der Vorteil dieser Therapieform liegt in der schnellen Sichtbarkeit von Ergebnissen. Während Spezialprodukte meist über einen längeren Zeitraum regelmäßig aufgetragen werden müssen, bis es zu einer Verbesserung kommt, treten die Resultate in Kombination mit einer Lasersitzung schneller ein.

Werden einzelne erweiterte Gefäße gezielt mit einem Laser therapiert, können erste Verbesserungen bereits kurz nach der Behandlung sichtbar werden.

Dr. Pia M. Paes, Dermatologikum Hamburg

„Werden einzelne erweiterte Gefäße (sogenannte Teleangiektasien) gezielt mit einem Laser therapiert, können erste Verbesserungen bereits kurz nach der Behandlung sichtbar werden. Das Endergebnis ist nach etwa zwei Wochen beurteilbar. Gegebenenfalls wird in einer zweiten Sitzung noch einmal ‚nachgearbeitet’“, so Pia Paes vom Dermatologikum Hamburg.

Behandeln lassen sich auch großflächigere Rötungen, bei denen es oftmals etwas mehr Geduld braucht: „Werden flächige Rötungen mit einer ‚Blitzlampe’ (IPL= Intense Pulsed Light) therapiert, so ist die Rötung direkt nach der Behandlung meist dramatisch verstärkt. Auch hier kann ein Ergebnis nach etwa zwei Wochen beurteilt werden. Je nach Ausprägung der Rötung und dem gewünschten Endeffekt sind jedoch mehrere Sitzungen in vier- bis sechswöchigem Abstand notwendig“, weiß die Expertin.

Der Vorteil einer Therapie mit Intense Pulsed Light liegt in der gezielten Wirkungsweise. Die Energie des Lasers wird lediglich von den roten, erweiterten Äderchen angenommen, das umliegende, gesunde Gewebe wird geschont. Durchführen lässt sich das Verfahren nur, wenn keine akute Entzündung vorliegt, da die durch den Laser in der Haut entstehende Wärme die entzündliche Reaktion verschlimmern kann.

Der beste Zeitpunkt sind die Wintermonate, weil im Anschluss an die Therapie Sonneneinstrahlung gemieden werden sollte. Die betroffenen Hautstellen sind dann sehr empfindlich, wodurch besonders leicht Pigmentstörungen entstehen können. Deshalb gilt auch in der kalten Jahreszeit: Das Tragen von Sonnenschutz mit einem LSF von mindestens 30 ist Pflicht, um sowohl einer Hyperpigmentierung als auch neuen Rötungen vorzubeugen. Zudem können die Laserstrahlen in helle, ungebräunte Haut tiefer und gezielter eindringen.

Der Blick in die Zukunft

Eine Garantie, dass die ungeliebten Rötungen für immer verschwinden, kann leider nicht gegeben werden. Denn ist die Veranlagung da, ist ein Wiederauftreten nach einigen Jahren möglich. Wer sichergehen möchte, von der Rosazea langfristig verschont zu bleiben, sollte weiterhin auch auf Sonnenschutz sowie spezielle Pflegeprodukte setzen und kann die Laserbehandlung alle zwei bis drei Jahre wiederholen.