Brustkrebs-Kampagne 2026: Linda Höck über One in Eight
Zehn Bilder statt einer Zahl: Mit One in Eight erzählt die Brustkrebs-Kampagne der Estée Lauder Companies 2026 persönliche Geschichten. Linda Höck über Haltung und Hoffnung.
von YBPN-Redaktion
01. Oktober 2026
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Jedes Jahr im Oktober leuchtet die Welt ein Stückchen pinker. Der Brustkrebsmonat rückt Aufklärung, Forschung und Solidarität in den Fokus, und mit ihm die pinke Schleife, die längst zu einem globalen Symbol für Hoffnung geworden ist.
Ins Leben gerufen wurde sie 1992 von Evelyn H. Lauder, Visionärin und Mitbegründerin der Estée Lauder Companies. Seitdem zählt die Brustkrebs-Kampagne zu den sichtbarsten Initiativen der Beauty-Branche: Mehr als 156 Millionen US-Dollar haben das Unternehmen und seine gemeinnützige Stiftung weltweit für Forschung, Aufklärung und medizinische Versorgung bereitgestellt, mehr als 123 Millionen US-Dollar davon über die Breast Cancer Research Foundation.
Verantwortung sichtbar machen
Für Linda Höck, Geschäftsführerin der Estée Lauder Companies in Deutschland, Österreich und der Schweiz, ist dieses Engagement weit mehr als Tradition: Es ist gelebte Verantwortung.
Im Interview spricht sie darüber, warum Schönheit immer auch mit Würde und Selbstwert zu tun hat, wie Frauennetzwerke neue Perspektiven eröffnen – und weshalb Haltung für sie die modernste Form von Stärke ist.
Frau Höck, was bedeutet es für Sie, heute Estée Lauder zu vertreten – in einer Zeit, in der sich das Verständnis von Schönheit so stark verändert?
Es ist ein Privileg und eine Verantwortung. Estée Lauder war eine Visionärin – mutig, nahbar, ihrer Zeit voraus. Diese Werte prägen auch heute unseren Weg. Schönheit bedeutet längst mehr als Ästhetik: Sie steht für Selbstbestimmung, Vielfalt und die Freiheit, sich treu zu bleiben.
Welche Rolle spielt der Pioniergeist des Unternehmens heute?
Er ist unser täglicher Antrieb. Diversität und Inklusion sind dabei keine Schlagworte, sondern Grundlage für Innovation. Unser Ziel: Lösungen, die bewegen und echten Fortschritt schaffen.
Wie balancieren Sie zwischen Klassikern wie Advanced Night Repair und den Erwartungen junger Zielgruppen?
Tradition und Innovation beflügeln sich. Unsere Klassiker haben Kultstatus, gleichzeitig investieren wir in Neues. Junge Generationen wollen Marken mit Haltung, Nähe und Relevanz – und genau das bieten wir.
Die Kraft der pinken Schleife
Die Brustkrebskampagne von Estée Lauder gilt als eine der sichtbarsten Initiativen im Beauty-Bereich. Wie begann sie?
1992 gründete Evelyn H. Lauder die Kampagne und etablierte die pinke Schleife als Symbol. Was als Tabubruch begann, ist heute unser größtes soziales Engagement: Über 156 Millionen Dollar flossen bisher in Forschung, Aufklärung und Versorgung.
Wie entwickelt sich die Kampagne weiter?
Unser Motto lautet „Breast Care is Self-Care“. Wir schaffen neue Touchpoints, lokale Aktionen und Partnerschaften, etwa mit dem Netzwerk Frauen100. So setzen wir Zeichen für Sichtbarkeit, Teilhabe und Solidarität.
Schönheit und gesellschaftliche Verantwortung – wie passt das zusammen?
Schönheit ist Würde, Selbstwert, oft ein erster Schritt zurück ins Leben. Gerade für Brustkrebspatientinnen kann sie eine Ressource sein. Verantwortung heißt für uns: sichtbar machen, stärken, begleiten.
One in Eight: die Brustkrebs-Kampagne 2026
Eine von acht Frauen erhält im Laufe ihres Lebens die Diagnose Brustkrebs. Genau an dieser Zahl setzt One in Eight an, die Brustkrebs-Kampagne 2026 der Estée Lauder Companies.
Gemeinsam mit Fotografiska, dem internationalen Museum für Fotografie, Kunst und Kultur, rücken persönliche Perspektiven auf die Erkrankung in den Mittelpunkt: Verletzlichkeit und Verlust ebenso wie Nähe, Fürsorge, Stärke und Hoffnung. Erstmals läuft die Kampagne als gemeinsames Konzept in Deutschland, Österreich und der Schweiz, über die Partnerschaft mit Fotografiska zusätzlich in Schweden. Auch VOGUE Germany begleitet die Initiative in diesem Jahr erstmals als Partner.
1.134 Einsendungen, zehn Arbeiten
Vorausgegangen ist ein internationaler Open Call. Fotograf:innen aus aller Welt waren eingeladen, ihren persönlichen Blick auf Brustkrebs zu zeigen: als Betroffene, als Angehörige oder als Menschen, deren Leben die Erkrankung auf andere Weise berührt hat.
Innerhalb weniger Wochen kamen 1.134 Arbeiten zusammen, zehn davon hat das globale Kuratorenteam von Fotografiska ausgewählt. Entscheidend war nicht nur die Kraft des einzelnen Motivs, sondern die Vielfalt der Perspektiven: unterschiedliche Lebensrealitäten, Altersgruppen und Körperbilder.
In der Jury saßen auch Vertreterinnen der gemeinnützigen Partnerorganisationen, darunter das Buusenkollektiv e.V. aus Deutschland, die Österreichische Krebshilfe und Look Good Feel Better aus der Schweiz.
„Ich wünsche mir, dass diese Initiative etwas in Bewegung setzt.“
Linda Höck, General Manager Estée Lauder
Früherkennung bleibt der wichtigste Schritt
So viel Aufmerksamkeit die Kampagne schafft, den entscheidenden Schritt macht jede selbst. In Deutschland haben Frauen ab 30 Anspruch auf eine jährliche Tastuntersuchung, dazu kommt in einer festgelegten Altersspanne die Einladung zum Mammographie-Screening.
Wer unsicher ist, welche Untersuchung wann sinnvoll ist, bespricht das am besten in der gynäkologischen Praxis. Was du sonst noch über den Brustkrebsmonat und die Vorsorge wissen solltest, liest du in unserem Beitrag zum Brustkrebsmonat Oktober.
Frauen stärken – jeden Tag
Viele Frauen fühlen sich nach einer Krebserkrankung nicht mehr schön. Wie begegnen Sie dem?
Mit Respekt und Unterstützung. Als Gründungsmitglied der Look Good Feel Better-Initiative helfen wir betroffenen Frauen, Selbstvertrauen zurückzugewinnen. Dazu gehören auch Aufklärung, Enttabuisierung und ehrliche Dialoge.
Welche Rolle spielen Frauennetzwerke wie Frauen100 für Sie?
Sie sind unverzichtbar für Sichtbarkeit und Empowerment. Die Kooperation in diesem Jahr ist für mich ein Herzensprojekt: Mit der Frauen100 Support Box verbinden wir Engagement mit gelebter Solidarität. Sie zeigt, wie viel Kraft entsteht, wenn Frauen füreinander einstehen.
Haltung statt Perfektion
Was möchten Sie jungen Frauen in der Branche mitgeben?
Perfektion ist nicht das Ziel – Haltung ist es. Unsere Branche braucht keine Kopien, sondern Originale. Mut, Neugier und Authentizität sind entscheidend.
Und was bedeutet für Sie persönlich moderne Schönheit?
Sie ist individuell, bewusst und frei. Sie zeigt sich in Vielfalt, in Selbstakzeptanz – und darin, wie wir miteinander umgehen. Moderne Schönheit hat eine klare Stimme.