Make-up
Nahaufnahme von geschminkter Frau mit roten Haaren

Nude Look: Natürlich schön schminken

Eine richtig gute Foundation kaschiert Unebenmäßigkeiten, lässt den Teint erstrahlen – und bleibt dabei un­sichtbar. YBPN weiß, welche innovativen Formeln für sensationelle Effekte sorgen.

Der Schlüssel für ein frisches Aussehen ist der perfekte Teint. Er sollte natürlich und ebenmäßig wirken und das Gesicht zum Strahlen bringen. Voraussetzung für diesen Effekt ist eine Grundierung, die das Gesicht umhüllt wie eine zweite Haut. Mit ihr sehen wir aus, als würden wir gar keine Foundation tragen – nur viel besser!

Dieser sogenannte No-Make-up-Effekt gelingt durch neue Formulierungen, die zum Beispiel Stretchfasern mit besonders gut haftenden Polymeren in einer Foundation vereinen. Diese machen jede Mikrobewegung der Mimik mit und bleiben dort, wo sie aufgetragen wurden, ohne die Haut zu verkleiden.

Für ihr neues Make-up „Le Teint Encre de Peau“ versuchten die Wissenschaftler von Yves Saint Laurent, die Sterne vom Himmel zu holen: Eine Technologie, die ursprünglich im Weltraum verwendet wurde, um interstellaren Staub einzufangen, führte sie zu einer lipophilen Substanz mit wabenförmiger Struktur.

Yves Saint-Laurent „Le Teint Encre de Peau“
Yves Saint-Laurent „Le Teint Encre de Peau“© Yves Saint-Laurent

Auf der Haut nimmt sie das Vierfache ihres Gewichts an Talg auf und bleibt dauerhaft aktiv. Der Effekt: ein mattiertes, natürlich wirkendes Finish, das über einen langen Zeitraum zuverlässig hält.

„Sobald die Forscher diese interessante Entdeckung gemacht hatten, testete ich sie“, erzählt Make-up-Artist Lloyd Simmonds. „Ich wähle Grundierungen danach aus, wie unsichtbar sie sind und ob sie bei guter Deckkraft federleicht und haltbar sind“, erklärt der Profi. „Frauen wollen sich nicht ständig mit dem Auffrischen ihres Make-ups beschäftigen.“

Toni Garrn
Dezentes Strahlen: Model Toni Garrn pflegt ihren zarten Teint mit viel Feuchtigkeit und setzt ihn mit ultraleichter Grundierung und Highlighter perfekt in Szene

Hautschmeichler

In den Laboren von Guerlain entwickelte man mithilfe von Biokomposit-Polymeren, die bisher vor allem in der Zahnmedizin Verwendung fanden, ein Mikronetz, das synthetische Polymere und Stretchfasern vereint. Diese dehnen sich, passen sich so der Mimik an und gewährleisten eine unverfälschte Abdeckung über Stunden.

Für Wohlgefühl sorgen aus Seiden- und Leinenfasern gewonnene Proteine, die dem Keratin der Haut ähneln und sie wie unsichtbare Luxuswäsche umschmeicheln. Damit war auch der Name gefunden: „Lingerie de Peau“.

Guerlain „Sun Protection Compact Foundation - Sand“
Guerlain „Sun Protection Compact Foundation - Sand“© Guerlain

Bei Clarins verspricht eine Kombination aus der sogenannten „High Fidelity System“-Technologie und Bambuspuder viele Stunden Halt – sogar bei Hitze, Feuchtigkeit und Hektik. Dafür sorgt ein unsichtbarer Mikrofilm aus Silikon-Polymerharz, weißer Tonerde und Pigmenten, die mit Aminosäuren ummantelt sind. Für Leuchtkraft sorgt in „Teint Haut Tenue“ ein Mix aus Soft-Focus-Pigmenten und zartrosa irisierenden Pigmenten.

Clarins „Teint Haute Tenue“
Clarins „Teint Haute Tenue“© Clarins

Viele Formeln schützen gegen Umwelteinflüsse, straffen mit Peptiden oder polstern die Haut mit Pflegeklassikern wie Hyaluronsäure und Kollagen oberflächlich auf. Trockene Haut mag feuchtigkeitsspendende Texturen, fettige Partien wirken mit ultraleichtem Puder oder luftiger Mousse wunderbar mattiert.

Der Nude-Effekt ist mit den neuen Texturen inzwischen für jeden Hauttyp tragbar. Jetzt müssen Sie nur noch den richtigen Ton treffen. Denn stimmt die Nuance nicht, ist sie zu dunkel, zu rosa oder sehr gelblich, nimmt die Umwelt das unterschwellig als irritierend wahr – fast ein wenig so, als gehöre der Kopf nicht zum Rest der Person.

Kate Hudson
Bildschön: Ein Hauch von nichts umgibt die Haut von Schauspielerin Kate Hudson, den Glam bringen betonte Augen

Die Top 3 für den geheimen Auftrag

  1. Selbst bei sehr pflegenden Anti-Aging-Foundations gilt: Die Haut immer erst mit einem Serum und der Tagespflege versorgen, bevor das Make-up zum Einsatz kommt.
  2. Um ein besonders natürliches Ergebnis zu erreichen, sollte der eigene Hautton mit all seinen Schattierungen und Nuancierungen durchscheinen. Das gelingt mit Foundations mit leichter bis mittlerer Deckkraft.
  3. Auf den Wangen sparsam bis geizig mit transparentem Puder umgehen: So entsteht ein schöner Effekt, der die Wangen strahlen lässt, als wären sie von innen erleuchtet.
Dior „Diorskin Nude BB-Cream“
Dior „Diorskin Nude BB-Cream“© Dior
Lancaster „Total Age Correction“
Lancaster „Total Age Correction“© Lancaster

Das Teint-Alphabet

BB-Creams

...(für „Blemish Balm“ oder „Beauty Balm“) sind eine Mischung aus Feuchtigkeitscreme und leichter Foundation. Sie werden morgens direkt auf die gereinigte Haut aufgetragen, spenden Feuchtigkeit, UV-Schutz und gehen oft sogar noch mit Vitaminen, Peptiden oder Pflanzenstoffen gegen Falten vor. Dazu kommen intelligente Farbpigmente, die kleine Makel optisch perfekt ausgleichen.

Bei sehr trockener Haut vorher ein Gesichtsöl oder Serum einziehen lassen.

CC-Creams

...legen den Fokus auf den guten Ton, weniger auf die Pflege – das doppelte C steht für „Colour Correction“ und damit für modernste Technologien zur Farbkorrektur. Es gibt zum Beispiel neue, zweifach übereinander geordnete Pigmente, die das Licht so lenken, dass der Teint aus jedem Blickwinkel heraus ausgeglichen strahlt und Farbunterschiede optisch unsichtbar werden.

Zusätzlich enthalten die Cremes UV-Schutz und aufhellende Wirkstoffe, die Pigmentflecken langfristig ausgleichen. CC-Creams lassen sich gut schichten, die Farbe lässt sich also beliebig intensivieren und jederzeit auffrischen.

DD- und EE-Creams

...wollen das Beste aus allen Welten vereinen: DD („Disguise & Diminish“-Cream) und EE („Even Effekt“-Cream) versprechen mehr Deckkraft als die BB- und mehr Pflegeeigenschaften als die CC-Creams: Sie spenden Feuchtigkeit, grundieren, korrigieren Unebenheiten, schützen vor UV-Schäden, glätten Falten und verfeinern das Hautbild.

Die DD-Cream ist geeignet für Frauen, die Pigmentflecken effektiv abdecken wollen und denen die Anti-Aging-Wirkung der CC-Cream nicht ausreicht. EE-Creams schützen mit SPF 30 bei guter Abdeckung perfekt vor UV-Licht, freien Radikalen und anderen Irritationen.

Decléor „DD Cream SPF 30“
Decléor „DD Cream SPF 30“© Decléor

Perfektionisten

Möglichst natürlich soll er aussehen, Ihr Teint. Und dabei ebenmäßiger wirken, mehr strahlen, feinere Poren haben und leicht getönt sein? Kein Problem!

Sisley „Instant Perfect“
Sisley „Instant Perfect“© Sisley

Die neuen Foundations machen es möglich – vorausgesetzt, Sie wählen das passende Make-up zu Ihrem Hauttyp. Dabei ist nicht nur die richtige Nuance entscheidend, wichtig ist vor allem, dass die Formulierung die Bedürfnisse Ihres Teints berücksichtigt. Wer kleine Fältchen ausblenden möchte, sollte auf mattierende Effekte verzichten und zu einer reichhaltigen Konsistenz mit Schimmerpartikeln greifen.

Den perfekten Ton finden Sie übrigens häufig, wenn Sie zwei Nuancen miteinander kombinieren. Lassen Sie sich von unseren Make-up-Profis in der YBPN-Parfümerien beraten!

Gisele Bündchen
Sonnenkönigin: Mit natürlicher Bräune und leichter Foundation zaubert Model Gisele Bündchen den „Frisch vom Strand“-Look

Lichtblicke vom Weichzeichner

Raynald Lehongre versteht die Kunst, einen perfekten Teint zu kreieren. Einen, der ganz natürlich von innen zu strahlen scheint. In einer Foundation sieht der Star- Visagist eine perfekte Verbündete, die aus der Geborgenheit des Badezimmers agiert.

Raynald Lehongre
Raynald Lehongre, International Make-up-Artist bei GUERLAIN

Worin liegt der Trick, die Haut ebenmäßig und kein bisschen künstlich wirken zu lassen?

Die Grundierung sollte so leicht sein wie ein seidiges Negligé, unkompliziert aufzutragen und die Schönheit der Haut optimal hervorbringen. Am natürlichsten wirkt das Make-up, wenn Sie es vornehmlich dort anwenden, wo eine Korrektur gebraucht wird. Also zur Abdeckung von Rötungen und Pigmentflecken, und die Augenpartie verträgt auch immer eine Aufhellung.

Wie finde ich den perfekten Ton?

Das ideale Testgebiet in der Parfümerie ist die Wange oder der Halsansatz. Tragen Sie drei Töne mit etwas Abstand nebeneinander auf, gehen Sie möglichst ans Tageslicht und schauen Sie, welche Nuance sich am besten mit der Haut verbindet. Das ist die richtige. Aber auch die Haut ändert ihren Ton je nach Jahreszeit …

… und dann?

… ist es gut, einen dunkleren und einen helleren Ton zu haben. Ich mische die Farben vor dem Auftragen je nach Hautton auf meinem linken Handrücken.

Finger oder Schwamm – was bringt beim Auftragen die besten Ergebnisse?

Das ist eine Typfrage. Ich nehme immer den Schwamm und beginne in der Gesichtsmitte. Mit rollenden Bewegungen und wenig Druck arbeite ich mich zu den Seiten vor. So verschmilzt das Make-up optimal mit der Haut.

Wer die Farbe mit den Fingern aufträgt, sollte es mit sanft kreisenden Bewegungen tun und danach mit den vier Fingern rechts und links im Wechsel im gesamten Gesicht Druck ausüben und wieder loslassen. Dabei dehnt sich die Haut ganz leicht, und die Foundation wird effektiv eingearbeitet.

Warum wirkt das Make-up bei manchen so maskenhaft?

Das liegt an zu schweren Texturen, die sich in feinen Linien und Poren absetzen. Lieber auf Leichtigkeit setzen. Bei großporiger Haut besser auf Schimmerpigmente und Lichtreflektoren verzichten, da sie betonen, statt zu verdecken.

Verraten Sie bitte noch Ihr Geheimnis für einen optimalen Nude-Effekt?

Ein Serum und eine Feuchtigkeitspflege morgens und abends geben der Haut die beste Grundlage. Darauf zaubern die ultraleichten neuen Formeln mit ihren zart schmelzenden Texturen und pudrigem Finish dieses hübsche ungeschminkte Ergebnis.

Das Gesicht einer geschminkten Frau

Das Geheimnis des Glows

Ein makelloser Teint strahlt Energie und Jugendlichkeit aus und hat großen Einfluss darauf, wie andere uns sehen: In einer Studie des Wiener Ludwig Boltzmann Instituts wurden Frauen mit einer matten, unregelmäßigen Haut um zehn bis zwölf Jahre älter geschätzt, als sie wirklich waren. Der gesunde Glow steht deshalb auf der Wunschliste vieler Frauen ganz oben. Klar!

Dado Sens „Hypersensitive Make-up“
Dado Sens „Hypersensitive Make-up“© Dado

Die Leuchtkraft der Haut wird vor allem von lichtaktiven Molekülen bestimmt. Diese so genannten Chromophore, zu denen u.a. das Melanin und das Hämoglobin zählen, streuen, reflektieren oder absorbieren das Licht auf unterschiedliche Weise und werden so zum individuellen Tonangeber für den Teint. In junger Haut sind die Chromophore gleichmäßig in den dermalen Schichten verteilt und der Teint schimmert ebenmäßig und transparent.

Mit den Jahren vermehren und verschieben sich die Pigmente und der Hautton wird insgesamt unruhiger. Damit der Teint in jedem Alter strahlen kann, setzten die Beauty-Konzerne bei der Entwicklung neuer Foundations auf modernste Technologien zur Farbkorrektur.

Sensai „Cream Foundation“
Sensai „Cream Foundation“© Sensai

Neben den klassischen, deckenden Pudern stecken jetzt Pigmente in den Grundierungen, die so beschaffen sind, dass sie auftreffendes Licht regelrecht kontrollieren können – zielgerichtet, so dass der Teint kaum noch Rötungen oder andere Unregelmäßigkeiten zeigt.

Ganz natürlich wirken neuartige transparente Pigmente. Sie werfen das Licht optimal von der Hautoberfläche zurück, ohne die Eigenfarbe der Haut zu überdecken. Der Teint schimmert ganz natürlich und scheint, von innen heraus zu leuchten.

Eine hübsche Inspiration lieferte die Textilindustrie: Federleichte Stretchfasern und stark haftende natürliche Polymere aus Stofffasern. So wirken in Foundations unheimlich anziehend, machen jede Mikrobewegung der Mimik mit und sitzen wie eine zweite Haut!