Ceramide Creme: Warum deine Hautbarriere genau diese Pflege braucht

Trockene Stellen, Brennen, Rötungen? Eine Creme mit Ceramiden schließt die Lücken in deiner Hautbarriere. So findest du die passende Formel.

von Svenja Schaffeld

21. März 2023

Frau mit kältegeröteten Wangen und Nase zieht an einem Wintermorgen ihren Wollschal bis über den Mund

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Spannt dein Gesicht nach dem Waschen, schuppt die Haut an Nase und Wangen oder brennt plötzlich die gewohnte Pflege? Dann fehlen deiner Hautbarriere oft Ceramide. Eine Ceramide Creme ergänzt genau diese hauteigenen Fette und hilft der Haut, Feuchtigkeit wieder selbst zu halten. Für gestresste Haut ist sie damit kein Extra, sondern die Basis.

Was sind Ceramide?

Ceramide sind Lipide, also Fette, die deine Haut selbst bildet. In der Hornschicht, der obersten Hautschicht, machen sie rund die Hälfte der Fette zwischen den Zellen aus. Du kannst sie dir wie eine Mauer vorstellen: Die Hornzellen sind die Ziegel, Ceramide bilden zusammen mit Cholesterin und freien Fettsäuren den Mörtel. Fehlt Mörtel, entstehen Lücken, durch die Wasser verdunstet.

Wie viele Ceramide die Haut bildet, bleibt nicht ein Leben lang gleich. Studien zeigen, dass der Gehalt mit zunehmendem Alter sinkt, auch bei Neurodermitis sind die Werte häufig niedriger. Eine Creme mit Ceramiden liefert diese Lipide von außen nach.

Welche Wirkung haben Ceramide auf die Haut?

Was bewirken Ceramide? Vor allem halten sie Feuchtigkeit in der Haut, statt nur neue zuzuführen. Fachleute sprechen vom transepidermalen Wasserverlust, also dem Wasser, das über die Haut verdunstet. Je geschlossener die Lipidbarriere der Haut ist, desto weniger Wasser geht verloren.

Die zweite Aufgabe ist Schutz. Durch eine intakte Barriere dringen Reizstoffe, Allergene und Keime schlechter ein. Deshalb reagiert Haut mit geschwächter Barriere schneller auf Kälte, Wind oder neue Produkte.

Woran erkennst du eine geschädigte Hautbarriere?

Schuppige Haut im Gesicht, Spannen, Brennen oder Rötungen: So zeigt sich eine geschädigte Hautbarriere, oft zuerst an Nasenflügeln, Augenbrauen und Wangen. Auch Make-up, das an trockenen Stellen hängen bleibt, ist ein Hinweis. Halten Rötungen und Schuppen trotz milder Pflege mehrere Wochen an, lass das hautärztlich abklären, dahinter kann etwa ein seborrhoisches Ekzem stecken.

Die Ursachen liegen oft in der eigenen Routine. Zu häufiges oder zu gründliches Reinigen, auch Overcleansing genannt, mehrere Peelings pro Woche und Retinoide lösen Lipide aus der Haut. Von außen kommen trockene Heizungsluft, Kälte und Wind dazu.

Frau im Strickpullover streicht prüfend über ihre trockene, leicht gerötete Wange
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Für wen eignet sich eine Ceramide Creme?

Grundsätzlich für jeden Hauttyp, denn jede Haut braucht eine intakte Barriere. Drei Gruppen profitieren aber besonders.

Trockene und empfindliche Haut

Trockene Haut bildet weniger Lipide, empfindliche Haut reagiert schneller auf Reize. Als Creme für trockene Haut im Gesicht darf eine Ceramide Creme ruhig reichhaltig sein. Bei einer Creme für empfindliche Haut zählt dagegen eher eine kurze Liste an Inhaltsstoffen als eine reiche Textur.

Erst testen, dann eincremen

Trag eine neue Creme drei Tage lang morgens und abends auf eine kleine Stelle an der Kieferlinie oder hinter dem Ohr auf. 

Bleibt die Haut ruhig, kannst du sie im ganzen Gesicht verwenden. So betrifft eine mögliche Unverträglichkeit nicht gleich das ganze Gesicht.

Haut mit Neigung zu Neurodermitis

Bei Neurodermitis ist die Hautbarriere gestört, häufig fehlen Ceramide. Rückfettende Pflege gehört deshalb zur sogenannten Basistherapie, die auch in beschwerdefreien Phasen empfohlen wird. Eine Creme mit Ceramiden kann hier sinnvoll sein, ersetzt bei akuten Ekzemen aber keine ärztliche Behandlung. Welche Creme bei Neurodermitis im Gesicht passt, klärst du am besten hautärztlich.

Fettige und unreine Haut: ja, auch die

Auch ölige Haut kann eine geschwächte Barriere haben, besonders wenn sie mit austrocknenden Aknewirkstoffen behandelt wird. Talg auf der Hautoberfläche ersetzt keine Ceramide in der Hornschicht. Leichte Fluids mit Ceramiden, die als nicht komedogen ausgewiesen sind, versorgen die Haut, ohne zu fetten.

Auf leicht feuchte Haut auftragen

Trag die Ceramide Creme auf, solange die Haut nach Reinigung oder Serum noch leicht feucht ist. 

Die Creme schließt dann das Wasser auf der Hautoberfläche mit ein. 

Auf komplett trockener Haut fehlt diese zusätzliche Portion Feuchtigkeit.

Woran erkennst du eine gute Creme mit Ceramiden?

Ceramide in der INCI-Liste finden

In der Inhaltsstoffliste stehen Ceramide unter Namen wie Ceramide NP, Ceramide AP oder Ceramide EOP, in älteren Rezepturen auch als Ceramide 3, Ceramide 6 II oder Ceramide 1. Sie werden meist in geringer Konzentration eingesetzt und stehen deshalb oft weit hinten. Weil Inhaltsstoffe unter einem Prozent in beliebiger Reihenfolge aufgeführt werden dürfen, verrät die Position allerdings nichts über die genaue Menge.

Gut ist, wenn auch Cholesterol und Fettsäuren wie Palmitic Acid oder Stearic Acid auftauchen. Studien deuten darauf hin, dass diese drei Lipide gemeinsam besser wirken als einzeln. Für empfindliche Haut gilt außerdem: Parfum und ätherische Öle besser meiden, ebenso Duftstoffe wie Linalool oder Limonene, die auf der Liste einzeln stehen.

Creme, Serum oder Lotion: Welche Textur passt?

Für das Gesicht ist eine Ceramid-Feuchtigkeitscreme die klassische Barrierecreme, weil sie neben Feuchtigkeit genug Lipide mitbringt. Ein Ceramid-Serum kommt darunter und verstärkt die Pflege, ersetzt bei trockener Haut aber nicht die Creme. In den Elizabeth Arden “Advanced Ceramide Capsules Daily Youth Restoring” Kapseln steckt zum Beispiel ein ölbasiertes Serum in Einzeldosis. Eine Ceramid-Lotion ist dünnflüssiger und lässt sich großflächig verteilen, deshalb steckt sie vor allem in Körperpflege.

Welche Wirkstoffe passen zu Ceramiden?

Ceramide vertragen sich mit fast allen gängigen Wirkstoffen. Am meisten bringen Partner, die etwas anderes können: Feuchtigkeit binden, beruhigen oder die Hauterneuerung anregen.

Wirkstoff Hauptwirkung Ideal für Kombi mit Ceramiden
Hyaluronsäure Bindet Wasser in den oberen Hautschichten Feuchtigkeitsarme, fahle Haut Zuerst auftragen, die Ceramide halten das gebundene Wasser in der Haut
Niacinamid Kann die hauteigene Bildung von Ceramiden anregen, wirkt ausgleichend Rötungen, unreine Haut, vergrößerte Poren Ergänzt die Ceramide von außen um die Produktion in der Haut
Panthenol Beruhigt und unterstützt die Regeneration Gereizte, strapazierte Haut Ideal in Phasen, in denen die Barriere gereizt ist
Squalan Hautverwandtes Öl, macht geschmeidig und zieht schnell ein Trockene Haut und Mischhaut Ergänzt die Lipidschicht, abends als letzter Schritt
Retinol Beschleunigt die Zellerneuerung, kann anfangs austrocknen Erste Fältchen, Unreinheiten Ceramide fangen Trockenheit und Spannungsgefühl ab

 

Wie kannst du deine Hautbarriere stärken?

Die Routine abspecken

Wer die Hautbarriere reparieren will, sollte zuerst Produkte streichen, bevor neue dazukommen. Setze Peelings und Pflege mit Retinol für einige Wochen aus und reinige morgens nur mit Wasser oder einem milden, seifenfreien Produkt. Verschreibungspflichtige Retinoide setzt du nur nach Rücksprache mit deiner Hautärztin oder deinem Hautarzt ab. Übrig bleiben Reinigung, Ceramide Creme und Sonnenschutz.

Die Ceramide Creme richtig auftragen

Du kannst eine Ceramid-Gesichtscreme morgens und abends verwenden, denn die Barriere arbeitet rund um die Uhr. Die Reihenfolge folgt der Faustregel von dünn nach dick: erst Reinigung, dann Serum, dann Creme. Morgens kommt Sonnenschutz als letzter Schritt dazu. Abends darf die Textur reichhaltiger sein, etwa mit der Elizabeth Arden “Advanced Ceramide Lift and Firm Night Cream”.

Häufige Fragen zur Ceramide Creme
  • Ceramide sind kein Anti-Aging-Wirkstoff im engeren Sinn: Sie regen keine Kollagenbildung an und glätten keine tiefen Falten. Feine Trockenheitsfältchen entstehen aber oft durch Feuchtigkeitsmangel. Hält die Haut wieder mehr Wasser, wirken sie weniger sichtbar.

  • Ja, beim Skin Cycling ist sie sogar fest eingeplant. Die Methode wechselt in einem Rhythmus von vier Abenden: Peeling, Retinoid und zwei Regenerationsabende. An diesen beiden Abenden steht reine Barrierepflege im Mittelpunkt, und dafür eignet sich eine Ceramide Creme besonders.

  • Ja, vor allem wenn du dir oft die Hände wäschst oder sie desinfizierst. Beides löst Lipide aus der Haut. Eine Ceramid-Handcreme füllt sie gezielt wieder auf, am meisten bringt sie direkt nach dem Händewaschen.

  • Das Spannungsgefühl lässt meist direkt nach dem Auftragen nach. Bis sich die Barriere spürbar erholt, dauert es länger, weil sich die Oberhaut erst in rund vier Wochen erneuert. Beurteile das Ergebnis deshalb nach etwa einem Monat regelmäßiger Anwendung.

Weniger Schritte, mehr Ruhe auf der Haut: Dafür steht die Ceramide Creme. Bring zur Beratung in den YBPN Parfümerien einfach deine aktuelle Routine mit. Dort wird schnell klar, was bleiben darf und was deine Barriere gerade stresst.

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