Pflege
Junge Frau blickt auf ihr Haar
© Leonard Mc Lane/Getty Images

Die besten Expertentipps gegen Haarausfall

Das Kämmen wird zur Nervenprüfung, weil sich ständig ausgefallene Haare im Abfluss kringeln? YBPN weiß, warum Sie in den meisten Fällen ganz entspannt bleiben können.

Plötzlich ein Büschel auf dem Kissen, im Abfluss zwei Strähnen und schon wieder mehr Haare, die in der Bürste geblieben sind?! Stopp! Keine Panik! Sie werden Ihr Haar nicht verlieren! Mehr noch: Sie werden die Qualität Ihres Haars vielleicht sogar entscheidend verbessern können. Also erst einmal tief durchatmen und unsere YBPN-Haarausfall-Fakten checken.

Phasenweise können durchaus bis zu 150 Haare am Tag ausfallen. Meist jetzt im Frühjahr, dann wieder im Herbst. Denn: Unser Biorhythmus beeinflusst auch die Haarwurzeln. Folgt zum Beispiel auf einen lichtarmen Winter eine Überdosis freier Radikale durch UV-Strahlung im Sommer, verstärkt sich dieser Effekt sogar. Auch innerhalb eines Monatszyklus ist es natürlich, dass – ausgelöst durch Hormonschwankungen – mehr Haare ausfallen. Erst, wenn der Verlust über sechs bis acht Wochen täglich konstant hoch bleibt, sprechen Fachleute von verstärktem Haarausfall.

Machen Sie sich bewusst, dass Haarwurzeln und Hautzellen absolut vergleichbar sind! Also altert sie auch genauso und wird von den gleichen üblichen Verdächtigen beeinträchtigt: Stress, Müdigkeit, Umweltverschmutzung. Eigentlich ganz logisch – und doch behandeln wir sie wie eine „Zona non grata“.

Ursachen und Behandlung, oder: Pflegen Sie Ihre Kopfhaut?

Zählen Sie doch mal nach: Wie viele Gesichtsprodukte stehen in Ihrem Bad? Und wie viele für die Kopfhaut? Eben. Dabei verfügt die Kopfhaut über eine viel größere Anzahl an Poren, die durch die größeren Haarfollikel viel aufnahmefähiger sind als die Hautporen im Gesicht oder am Körper. Sie reagiert genauso auf Stressfaktoren. Tendenz steigend. So wie Allergien zunehmen, treten auch Störungen der Kopfhaut immer häufiger auf.

Aktuell werden Unverträglichkeiten und Irritationen übrigens durch den „Dry Poo“-Trend forciert, vermuten Experten. So genial Trockenshampoo fürs Styling funktioniert, den Haarwurzeln behagt die ständige Produktschicht weniger. Eine Überlegung dazu: Würden Sie tagelang Make-up-Puder auftragen, ohne sich abzuschminken?

Also gilt generell „Scalp Care follows Skin Care“: täglich sanft mit speziellen Shampoos reinigen, die Feuchtigkeit und Schutz zuführen und die Durchblutung anregen. Die Schutzbarriere (pH-Wert) mit Spezial-Conditioner wieder herstellen und mindestens sechs Wochen lang täglich ein Serum, Tonic oder Konzentrat verwenden.

Bei Haarausfall: Besuch beim Trichologen

Wer absolut sicher gehen will, dass an der Basis alles okay ist, bucht eine Kopfhautanalyse. Am besten bei einem spezialisierten Dermatologen, dem Trichologen (altgriechisch für „trix“ – Haar und „trichos“ – erkennbar).

Einer von sehr wenigen in Deutschland ist der Hamburger Dr. Frank Matthias Schaart: „Mit einer Blutuntersuchung inklusive Hormonüberprüfung und mit dem Trichoscan können heute einfach und schnell Ursachen geklärt werden. Per Video-Auflichtmikroskop werden dabei Stellen der Kopfhaut zu unterschiedlichen Zeitpunkten vergrößert dargestellt und abgespeichert. So sind exakte Aussagen dazu möglich, ob und wie viele Haare in welcher Zeit wachsen, und ob und wie schnell es zu einem Fortschreiten des Haarverlustes gekommen ist.“

Entsprechend gezielt können, wenn überhaupt nötig, Behandlungen eingesetzt werden. Und die ähneln heute – nach dem Motto: Skin ist gleich Scalp – vor allem Anti-Aging-Treatments.

Behandlungen für die Kopfhaut

Mit dem „JetPeel“ reinigt der Dermatologe die Kopfhaut porentief und bringt Wirkstoffe wie Hyaluronsäure, Vitamine, Mineralstoffe und Anti-Oxidantien direkt an die Wurzeln. Gegen dünner werdendes Haar hilft die Bestrahlung mit LED- und Infrarot-Licht. Die Mitochondrien der Haarfollikel absorbieren das Licht, die Energieproduktion der Haarzellen steigt, dadurch verlängert sich die Wachstumsphase und es fällt weniger schnell aus.

Mit der Mesotherapie werden Vitamine, Spurenelemente, durchblutungsfördernde Substanzen und pflanzliche Wachstumsfaktoren direkt in die Kopfhaut injiziert. Sie wird perfekt durchfeuchtet und wieder in Balance gebracht. Die Haarwurzel tankt Kraft und das Haar wächst wieder voller und schöner. „In 90 Prozent aller Fälle kann ich mit der Mesotherapie den Haarausfall stoppen“, sagt Dr. Peter Kessler, Dermatologe in Felsberg bei Saarlouis und einer der in Europa raren speziell ausgebildeten Dermatologen mit Mesotherapie-Diplom.

Die Mesotherapie ist auch präventiv empfehlenswert. Beispielsweise wenn Ihre Haarwurzeln häufiger schmerzen. Die sogenannte „Trichodynie“ kann einem Haarausfall vorausgehen! Alle Treatments sollten in Wochenabständen mehrfach wiederholt werden.

Und selbst Botox ist ganz oben angekommen: Wir stehen nämlich derart unter Strom, dass chronische Verkrampfungen immer häufiger zu „Spannungshaarausfall“ führen. „Direkt unter der Kopfhaut verlaufen, kranzförmig, rund um den oberen Schädelbereich, flache Muskelbänder. Durch Stress, Konzentration und die darauf folgende Anspannung wird die Kopfhaut über das knöcherne Schädeldach gespannt. Die Blut- und Sauerstoffzufuhr zu den Haarwurzeln und den Haarmatrixzellen wird einschränkt“, sagt Dr. Darius Alamuti, Dermatologe und Haarspezialist in Herne.

Die Haarwurzeln, quasi auf Nulldiät gesetzt, verkümmern nach und nach. Nach der eindeutigen Diagnose wird an mehreren Stellen (an Stirn, Schläfen und Hinterkopf) Botolinumtoxin injiziert (AC-Therapie genannt). Bereits wenige Tage nach der Behandlung können die Blutgefäße die Haarfollikel wieder problemlos versorgen. Der Ausfall wird gestoppt, die Haare wachsen wieder normal nach. Ohne jegliche Verluste: Auch Ihre Mimik bleibt erhalten.

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