Haarausfall bei Frauen: Ursachen, Tipps und was wirklich hilft
Mehr Haare in der Bürste als sonst? Haarausfall bei Frauen hat selten nur einen Auslöser. Wir zeigen dir, woran du ihn erkennst und was jetzt zählt.
von Svenja Schaffeld
31. März 2020
© seb_ra / iStock
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Der Zopf fühlt sich dünner an als früher, und beim Scheiteln schimmert Kopfhaut durch. Haarausfall bei Frauen kündigt sich fast immer leise an, und die eigentliche Frage ist selten, wie viele Haare im Waschbecken liegen, sondern ob das noch normal ist. Ein großer Teil der Auslöser ist vorübergehend, und einige lassen sich mit einem Blutbild klären.
Woran du echten Haarverlust vom normalen Haarwechsel unterscheidest, was am häufigsten dahintersteckt und was tatsächlich etwas bringt, erklären wir dir jetzt.
Ab wann spricht man von Haarausfall bei Frauen?
Dass Haare ausfallen, ist völlig normal. Rund 85 Prozent deiner Haare wachsen zu jedem Zeitpunkt, der Rest ist unterwegs Richtung Ausfall. Kritisch wird es erst, wenn dauerhaft mehr Haare in die Ruhephase kippen, als nachrücken.
Bei Frauen zeigt sich das selten als kahle Stelle, sondern als schleichender Dichteverlust: Der Scheitel wird breiter, der Zopf dünner, das einzelne Haar feiner. Haarausfall im Scheitelbereich ist ein klassisches erstes Anzeichen. Kreisrunder Haarausfall sieht anders aus, scharf begrenzt und oft münzgroß. Plötzlicher Haarausfall in großen Mengen hat seinen Auslöser meist zwei bis drei Monate vorher. Die Stirnhaarlinie bleibt fast immer erhalten, wer mit 20 Geheimratsecken bemerkt, sollte das abklären lassen.

Wie viel Haarverlust am Tag ist normal?
70 bis 100 Haare pro Tag sind unauffällig, an Waschtagen und im Herbst deutlich mehr.
Verlässlicher als Zählen ist der Zugtest: Nimm eine Strähne von etwa 60 Haaren zwischen die Finger und zieh langsam bis zu den Spitzen durch. Bleiben mehr als sechs von rund 60 Haaren in der Hand, und zwar an mehreren Kopfstellen und an mehreren Tagen, spricht das für aktiven Haarverlust.
Was verursacht Haarausfall bei Frauen?
Selten steckt nur eine einzelne Ursache dahinter. Meistens kommen zwei oder drei Faktoren zusammen, ein hormoneller Umbruch, ein niedriger Eisenwert, eine anstrengende Phase. Deshalb bringt es wenig, das Shampoo zu wechseln, bevor du die Auslöser kennst.
Hormone: Wechseljahre, Pille und die Zeit nach der Schwangerschaft
Östrogen verlängert die Wachstumsphase. Fällt der Spiegel, gehen mehr Haare gleichzeitig in die Ruhe, und das erklärt die drei häufigsten Situationen.
Haarausfall nach der Schwangerschaft ist der bekannteste Fall: Während der Schwangerschaft bleiben Haare in der Wachstumsphase, die längst ausgefallen wären - nach der Geburt holt der Haarwechsel alles auf einmal nach. Haarausfall nach dem Absetzen der Pille läuft ähnlich, mit drei bis sechs Monaten Verzögerung.
In den Wechseljahren wirkt derselbe Mechanismus langsamer und dauerhaft: Sinkt das Östrogen, gewinnen Androgene an Einfluss, und die Haarwurzeln am Oberkopf reagieren empfindlich darauf. Haarausfall in den Wechseljahren zeigt sich deshalb als Ausdünnung am Scheitel, nicht als plötzlicher Verlust. Bei Haarausfall bei Frauen über 50 kommt das normale Älterwerden dazu, die Wachstumsphasen werden kürzer. Weiblicher Haarausfall im Alter ist selten dramatisch, aber er summiert sich. Kommen Zyklusstörungen oder Akne dazu, gehört hormoneller Haarausfall in gynäkologische Hände.
Welche Vitamine und Nährstoffe fehlen bei Haarausfall?
Der Körper versorgt zuerst, was er zum Überleben braucht. Fehlen Nährstoffe, stehen die Haare am Ende der Liste. Ein Mangel ist deshalb eine der häufigsten und am leichtesten behebbaren Ursachen.
• Eisen: Entscheidend ist Ferritin, der Speicherwert. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, vor allem bei starker Regelblutung. Ab welchem Ferritinwert das Haar leidet, ist unter Fachleuten allerdings umstritten.
• Vitamin D: Ein niedriger Spiegel taucht bei diffusem Haarverlust regelmäßig auf. Ob Vitamin D für den Haarwuchs ursächlich ist, ist offen.
• Zink und Eiweiß: Eiweiß ist der Baustoff des Haares, Zink an seiner Bildung beteiligt. Wer dauerhaft zu wenig Protein isst, sieht das irgendwann am Ansatz.
• Biotin und Vitamin E: In der Werbung groß, in der Praxis überschätzt. Ohne nachgewiesenen Mangel bringt die Zufuhr nichts, hochdosiertes Biotin verfälscht zudem Laborwerte.
Nimm nichts auf Verdacht, gerade bei Eisen schadet Selbstmedikation, weil der Körper Überschüsse einlagert. Welche Vitamine bei Haarausfall bei Frauen wirklich fehlen, zeigt ein Blutbild. Der größte Ernährungsfehler ist ohnehin nicht das fehlende Superfood, sondern die zu schnelle Diät.
Stress, Schilddrüse und erblicher Haarausfall
Nach starkem Stress, einer Operation, hohem Fieber oder einer Crash-Diät schalten viele Haarwurzeln gleichzeitig in die Ruhephase. Weil die zwei bis drei Monate dauert, fällt das Haar erst aus, wenn die Belastung längst vorbei ist. Bei Haarausfall durch Stress lohnt deshalb der Blick auf die letzten sechs Monate, nicht auf die letzten sechs Wochen. Diese Form bildet sich meist innerhalb einiger Monate zurück, sobald der Auslöser weg ist.
Die Schilddrüse ist der zweite stille Kandidat, Unterfunktion wie Überfunktion können diffusen Haarverlust auslösen. Der TSH-Wert gibt den ersten Hinweis.
Anlagebedingter Haarausfall bei Frauen ist die häufigste dauerhafte Form. Die Haarwurzeln am Oberkopf reagieren erblich empfindlich auf Androgene und produzieren mit jedem Zyklus ein feineres Haar. Auch erblich bedingter Haarausfall bei einer Frau mit 20 ist möglich, entwickelt sich aber meist über viele Jahre. Kreisrunder Haarausfall ist dagegen eine Autoimmunreaktion, kommt plötzlich und oft in Schüben und gehört immer ärztlich abgeklärt. Und schließlich ziehen straffe Zöpfe, Dutts und Extensions dauerhaft an der Wurzel. Diese Traktionsalopezie beginnt an den Schläfen und ist früh umkehrbar, später nicht mehr.
| Ursache | Pflege & Wirkstoffe | Nutzen für das Haar |
|---|---|---|
| Hormonell bedingt, z. B. Wechseljahre | Kopfhautseren mit Peptiden, Panthenol und Zink, leichte Shampoos ohne schwere Silikone | Stärkt das Haar an der Wurzel und lässt feiner gewordenes Haar dichter wirken |
| Nährstoffmangel, z. B. Eisen oder Vitamine | Zuerst ärztlich abklären, begleitend proteinreiche Pflege mit Keratin und Aminosäuren | Unterstützt den Wiederaufbau der Haarfaser, während der Mangel ausgeglichen wird |
| Mechanischer und äußerer Stress | Weiche Kopfhautbürste, Hitzeschutz, lockere Frisuren, sanftes Entwirren von unten nach oben | Reduziert Haarbruch und Zug an der Wurzel, die Länge bleibt erhalten |
| Akuter, diffuser Haarverlust | Koffeinhaltige Leave-in-Seren, tägliche Kopfhautmassage, konstante Routine über drei Monate | Begleitet die Erholungsphase, bis der Haarzyklus wieder anspringt |
Was hilft gegen Haarausfall bei Frauen?
Eine Einordnung vorweg, die Geld spart: Kosmetik verbessert die Bedingungen, unter denen deine Haare wachsen. Sie beruhigt die Kopfhaut, reduziert Haarbruch, stabilisiert die Faser. Eine genetische Veranlagung hebt sie nicht auf, alles, was das verspricht, verspricht zu viel. Und egal, für welches Mittel gegen Haarausfall du dich entscheidest - es braucht Zeit und Geduld.
Shampoos, Seren und Haarwuchsmittel im Vergleich
Ein Shampoo gegen Haarausfall hat einen begrenzten, aber echten Job: die Kopfhaut sauber halten, ohne sie zu reizen. Für Wirkung in der Tiefe ist die Kontaktzeit zu kurz. Achte auf milde Tenside ohne schwere Silikone und wasch wirklich den Ansatz statt nur die Längen. Das “Soin Lavant Fortifiant Densité” von Hair Rituel by Sisley ist eine gute Wahl.
Relevanter ist ein Serum gegen Haarausfall, weil es dort bleibt, wo etwas passieren soll. Das “Revitalizing Fortifying Serum” derselben Linie wird mit drei Pipetten auf abgeteilte Kopfhautpartien aufgetragen und kombiniert Pflanzenextrakte, Proteine und Biotinoyl-Tripeptid. Wer es frischer mag, nimmt den “Coffein Energizer” aus der Specialists-Reihe von Marlies Möller als tägliches Leave-in.
Beim Begriff Haarwuchsmittel lohnt Präzision: Gemeint sind meist Präparate mit Minoxidil, und die sind in Deutschland apothekenpflichtig. Sie gehören nicht ins Parfümerieregal, sondern in ein Arztgespräch. Kosmetische Produkte gegen Haarausfall sind die Begleitung, nicht der Ersatz.
Hausmittel gegen Haarausfall
Einige Hausmittel können die Kopfhaut und Haarpflege unterstützen – echten Haarausfall stoppen oder neue Haare wachsen lassen können sie aber meist nicht zuverlässig. Entscheidend ist außerdem, wodurch der Haarausfall entsteht.
Häufig genannt werden:
- Rosmarinöl: Eines der interessanteren Hausmittel. Verdünnt mit einem Trägeröl wie Jojobaöl kann es regelmäßig in die Kopfhaut einmassiert werden. Es gibt kleinere Studien, die einen möglichen positiven Effekt auf das Haarwachstum zeigen. Wichtig: ätherisches Rosmarinöl nicht unverdünnt verwenden.
- Kopfhautmassagen: Täglich einige Minuten sanft massieren. Das kann die Durchblutung fördern und ist eine einfache Ergänzung zur Haarpflege.
- Ausgewogene Ernährung: Besonders wichtig sind ausreichend Eiweiß sowie Eisen, Zink, Vitamin D und B-Vitamine. Nahrungsergänzungsmittel bringen allerdings vor allem dann etwas, wenn tatsächlich ein Mangel besteht.
- Sanfte Haarpflege: Weniger Hitze, straffe Frisuren, starkes Ziehen beim Bürsten und aggressive chemische Behandlungen können helfen, zusätzlichen Haarbruch bzw. mechanisch bedingten Haarverlust zu vermeiden.
- Kokosöl: Kann vor allem dabei helfen, die Haarstruktur vor Proteinverlust und Haarbruch zu schützen. Gegen Haarausfall an der Haarwurzel ist die Wirkung von Kokosöl dagegen nicht belegt.
Welcher Arzt hilft bei starkem Haarausfall?
Der richtige Weg führt zur Hautärztin oder zum Hautarzt. Dort wird die Kopfhaut unter einer Speziallupe angeschaut, dazu gehört ein Blutbild, das du auch beim Hausarzt bekommst. Eisenspeicher, Schilddrüse und Vitamin D gehören zu den Werten, die sich am schnellsten klären lassen. Bei hormonellem Verdacht gehört die Frauenärztin dazu.
Beim Begriff “Trichologe” ist Vorsicht angebracht. Trichologie ist die Lehre von Haar und Kopfhaut, die Bezeichnung ist in Deutschland aber nicht geschützt: Wer sie trägt, ist nicht automatisch Ärztin oder Arzt und darf keine Diagnose stellen.
Nicht abwarten solltest du bei kahlen Stellen mit klarem Rand, bei Brennen, Juckreiz oder Schuppen, bei einer glatt glänzenden Stelle, weil dort Haarwurzeln dauerhaft verloren gehen können, und wenn über Monate sehr viel Haar ausgeht. Was am Ende hilft, hängt an der Diagnose. Deshalb steht die Ursache vor dem Produkt.
Gut vorbereitet in die Arztpraxis
- Haare ein bis zwei Tage nicht waschen. Der Zugtest ist an frisch gewaschenem Haar kaum aussagekräftig.
- Kein Ansatzpuder, kein Trockenshampoo, kein festes Styling. Die Kopfhaut muss sichtbar sein.
- Notieren, wann der Verlust begann und was in den sechs Monaten davor war: Geburt, Diät, Operation, neues Medikament, Pille abgesetzt.
- Alte Laborwerte und Fotos aus dichteren Zeiten mitnehmen.
Welche Pflege zu dir passt, hängt an der Ursache und daran, wie deine Kopfhaut reagiert. Online ist das schwer zu beurteilen. In den YBPN-Partnerparfümerien schaut sich das jemand persönlich an und sagt dir auch, wenn ein Produkt nicht die passende Antwort ist.
Haarausfall bei Frauen: die häufigsten Fragen
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Teilweise. Die akute Phase beruhigt sich meist, sobald sich der Hormonhaushalt eingependelt hat. Die Ausdünnung am Scheitel bleibt dagegen häufig, weil dahinter keine einmalige Umstellung steht, sondern eine veränderte Empfindlichkeit der Haarwurzeln. Je früher du auf die Kopfhaut achtest, desto weniger musst du später aufholen.
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Nichts überstürzen, bei den meisten Frauen normalisiert sich das innerhalb eines Jahres von selbst. Sinnvoll ist, den Eisenspeicher prüfen zu lassen, weil die Regelblutung ohne Pille oft stärker wird, und die Kopfhaut konsequent zu pflegen, statt alle vier Wochen das Produkt zu wechseln. Hält der Ausfall über zwölf Monate an, gehört er abgeklärt.
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Ja, aber die Behandlung hängt an der Ursache, und die ist bei Frauen an dieser Stelle selten die Genetik. Oft steckt Zug durch straffe Frisuren dahinter, und der ist im Frühstadium umkehrbar. Bei hormonellem Auslöser kommen medizinische Optionen infrage. Kosmetisch kaschiert ein Ansatzpuder in der eigenen Haarfarbe sofort, eine Diagnose ersetzt das nicht.
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Er beginnt meist im zweiten bis vierten Monat nach der Geburt. Die meisten Frauen sind nach sechs bis zwölf Monaten wieder beim Ausgangszustand, oft mit kurzen Babyhaaren am Ansatz als Zeichen des Neustarts. Eisen wird in der Stillzeit oft knapp, und die Schilddrüse kann nach einer Geburt aus dem Takt geraten.