Passion for Skincare: Barbara Sandner-Troll im Interview

Kosmetik als Kultur und Führung als Verantwortung prägen Barbara Sandner-Trolls Blick auf Premiumkosmetik – zwischen Ritualen und langfristiger Vision. Ein Interview mit der erfolgreichen Unternehmerin.

von Isabel Moss

16. März 2026

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Barbara Sandner-Troll sitzt auf einem weißen Tisch

© A. Lamprecht

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Kosmetik ist für Barbara Sandner-Troll weit mehr als ein Produkt. Als Unternehmerin hinter Marken wie DECLARÉ, JUVENA, SOPHIE’S GARDEN und MARLIES MÖLLER versteht sie Pflege als kulturelles Ritual geprägt von Verantwortung, Wirksamkeit und langfristigem Denken

Im Interview spricht sie über Führung, generationenübergreifende Zusammenarbeit und persönliche Routinen im Alltag. Dabei wird deutlich, wie sie Premium definiert: nicht über Inszenierung, sondern über wissenschaftliche Substanz, Vertrauen und konsequente Markenhaltung.

Barbara Sandner-Troll mit ihrer Tochter Sophie
© Troll

Pflege als Kultur – persönliche Haltung & Rituale

Wenn Sie Ihren Job in drei Worten beschreiben müssten – welche wären das?

Passion for Skincare.

Was war der Moment, in dem Ihnen klar wurde: Kosmetik ist nicht nur Produkt, sondern Kultur?

Eigentlich gab es keinen einzelnen Moment. Kosmetik war schon immer Kultur – von den Ritualen im alten Ägypten vor über 5.000 Jahren bis zu den täglichen Pflegeroutinen heute. Was sich über die Jahrtausende verändert hat, sind die Ansprüche und Ausdrucksformen. Geblieben ist der Wunsch, sich selbst schön zu fühlen und sich über Pflege auch mit sich selbst zu verbinden.

Welche Gewohnheit (Ritual, Routine) hält Sie im Alltag stabil?

Rituale geben Halt und Struktur – und ich halte sie für etwas sehr Wertvolles. Für mich sind meine persönlichen Favourites, jeden Tag um 6.00 Uhr mit meinem Hund laufen zu gehen als entspannte Me-Time. Der andere Fixpunkt ist es, jeden Abend zu kochen und das Abendessen mit meiner Family zu verbringen.

Unternehmertum heißt Verantwortung

Was unterschätzen Außenstehende am häufigsten am Beruf „Kosmetikunternehmerin“?

Viele unterschätzen, dass Unternehmertum unabhängig von der Branche vor allem Verantwortung bedeutetfür Menschen, für Entscheidungen und für eine langfristige Vision. Als Kosmetikunternehmerin geht es nicht nur um Produkte, sondern darum, diese Vision konsequent umzusetzen und jeden Tag ein Stück mehr dafür zu geben.

Was hat Sie ursprünglich an der Branche gereizt – und was hält Sie bis heute darin?

Mich hat der Einstieg in ein Familienunternehmen gereizt. Zuvor war ich in der Modebranche tätig, wo Trends eine große Rolle spielen – ein Spannungsfeld, das es auch in der Beautywelt gibt. Was mich bis heute begeistert, ist die Möglichkeit, Trends in etwas Nachhaltiges zu übersetzen, das Menschen langfristig begleitet.

Welche Werte aus der Gründerzeit tragen heute noch – und welche mussten Sie bewusst modernisieren?

In unserem Fall würde ich sagen, dass sich an den Grundwerten nichts verändert hat – und das ist gut so. Innovation, Offenheit für Neues und ehrliches Interesse an den Menschen, mit denen und für die wir Produkte entwickeln.

Generationen, Wandel und Zusammenarbeit

Was funktioniert in der Zusammenarbeit zwischen Generationen besonders gut – und wo kracht es auch mal konstruktiv?

Ich habe irgendwo mal gelesen – generationenübergreifend zu arbeiten ist wie Inklusion und Gleichberechtigung, es sollte selbstverständlich sein. Unterschiedliche Perspektiven bringen Bewegung – Einigkeit allein tut das nicht. Wenn es konstruktiv kracht, dann nicht wegen des Alters, sondern weil Meinungen aufeinandertreffen. Entscheidend sind Offenheit und Flexibilität, und die sind keine Frage des Geburtsjahres.

Was müsste sich in der Branche ändern, damit Frauen nicht nur sichtbar, sondern mächtiger werden?

Die Kosmetikbranche lebt von Frauen – umso wichtiger ist es, dass sie nicht nur sichtbar, sondern auch wirksam sind. Dafür braucht es Rahmenbedingungen, in denen Karriere und Lebensrealität wirklich zusammenpassen. Vereinbarkeit ist für mich dabei weniger eine Frage individueller Führungskultur als vielmehr eine gesellschaftliche und politische Aufgabe.

Substanz vor Inszenierung

Wie definieren Sie „Premium“ im Jahr 2026 – über Inhaltsstoffe, Erlebnis, Wirksamkeit, Community?

Premium 2026 bedeutet für mich Substanz vor Inszenierung: eine klare wissenschaftliche Basis, spürbare Wirksamkeit und ein Produkterlebnis, das Vertrauen schafft und verbindet.

Welche Markenwerte sind bei Ihnen nicht verhandelbar?

Jede unserer Marken hat ihre individuelle Kernbotschaft und ihren Fokus. Was nicht verhandelbar ist, sind Qualität, Innovation und Wirksamkeit.

Welche Rolle spielen Duft, Sensorik und Texturen für Wirksamkeit und Erfolg eines Produkts?

Die Bedeutung von Duft, Sensorik und Textur hängt immer von der Positionierung einer Marke und den Erwartungen der Kundin ab – eine pauschale Antwort gibt es nicht. Im Luxussegment ist Sensorik einer der zentralen Bestandteile des Produkterlebnisses. Sie schafft das besondere Produkterlebnis und emotionale Bindung. Die Wirksamkeit bleibt dabei die Voraussetzung – sie ist nicht verhandelbar.

Marken-DNA & gezieltes Wachstum

Wo sehen Sie Wachstum: Anti-Aging, Sensitive Skin, Scalp Care, Longevity, Barrier Repair?

Sie haben damit tatsächlich fast alle relevanten Wachstumsthemen unserer Branche genannt. In unserem Portfolio mit vier Marken besetzen wir diese Themen sehr gezielt – immer aus der jeweiligen Marken-DNA heraus.

DECLARÉ steht für Sensitive Skin, mit höchster Priorität auf Verträglichkeit und Wirksamkeit, unter anderem durch innovative Myzelien-Extrakte zur Reduktion von Hautempfindlichkeit.

JUVENA ist seit 1954 Spezialist für Anti-Aging mit Fokus auf die Hautmatrix und Stützstruktur – Themen wie Collagen Banking, Energie, Exosomentechnologie und unsere exklusive SkinNova SC Technology stehen hier im Zentrum.

Mit SOPHIE’S GARDEN sprechen wir eine neue Generation an und verbinden vegane und biotechnologische Ansätze mit eigens entwickelten Wirkstoffen – insbesondere rund um Longevity und die Aktivierung der Zellkommunikation.

Und MARLIES MÖLLER steht für ganzheitliche Haarpflege, bei der Scalp Care die Basis für schönes, gesundes Haar bildet.

Welches Produkt aus Ihrem Haus macht Sie wirklich stolz?

Im Moment ist es SOPHIE’S GARDEN. Diese Marke haben wir 2022 von Grund auf neu entwickelt – als echtes Generationenprojekt, für das meine Tochter Sophie Patin stand. Für mich verbindet sie vieles, was mir wichtig ist: wissenschaftliche Exzellenz, Verantwortung und die Frage, was wir weitergeben. Das macht diese Marke auf eine sehr persönliche Weise besonders.

Innovation mit Tiefe

Wie entsteht bei Ihnen ein neues Produkt: Startet es mit einem Wirkstoff, einem Hautbedürfnis oder einer Marktlücke?

Ein neues Produkt beginnt bei uns selten mit nur einem Faktor. Oft entsteht eine Idee ganz intuitiv – etwa bei meinem morgendlichen Spaziergang. Diese Inspiration verbinden wir dann mit der Arbeit unserer R&D, neuen Wirkstoffen aus innovativen Laboren und konkreten Hautbedürfnissen aus unseren Märkten weltweit. So entsteht Entwicklung mit Tiefe und Relevanz.

Welcher Inhaltsstoff ist für Sie ein echter Gamechanger – und welcher ist eher Hype?

Der größte Gamechanger ist eine gute Formulierung – der größte Hype ein einzelner Wirkstoff ohne Kontext.

Produkte von SOPHIES'S GARDEN
© Troll

Gute Hautpflege ist individuell

Was ist für Sie heute „gute Hautpflege“ – Minimalismus oder mehrstufige Routine?

Gute Hautpflege ist für mich keine Frage von Minimalismus oder maximaler Routine, sondern von Individualität. Wie in vielen Lebensbereichen gibt es auch in der Kosmetik unterschiedliche Wege – und keine allgemeingültigen Dogmen. Jeder kennt seine Haut am besten und spürt, was ihr wirklich guttut. Ich selbst bin bei der Reinigung eher minimalistisch, verzichte auf Peelings, liebe es aber, verschiedene Seren zu layern. Getönte Tagescreme statt Make-up und natürliche Lippen statt Lippenstift – Hautpflege darf für mich intuitiv und persönlich sein.

Welche drei Hautthemen werden Ihrer Meinung nach aktuell am meisten missverstanden?

Hautalterung wird oft falsch verstanden, empfindliche Haut unterschätzt, und Wirkstoffe werden isoliert betrachtet. Dabei ist Haut immer ein Zusammenspiel – von Biologie, Pflege, Lebensstil und Emotion.

Ein Blick nach vorn

Der beste Business-Rat, den Sie je bekommen haben?

Trends kommen und gehen – Vertrauen bleibt.

Welche Entwicklung wünschen Sie sich für die Branche: mehr Aufklärung, mehr Regulation oder mehr Mut zu Einfachheit?

Die Kosmetikbranche ist heute bereits stark reguliert, und die Konsumentinnen sind gut informiert. Gerade deshalb sollte Luxuskosmetik sich den Raum für das Außergewöhnliche bewahren sie muss inspirierend, anspruchsvoll und emotional sein.

Barbara Sandner-Troll steht für eine Premiumpflege, die aus Haltung entsteht. Substanz, Verantwortung und langfristiges Denken geben ihrer Markenwelt Orientierung – und der Branche Richtung.

Du möchtest mehr über die Kosmetikmarken erfahren, die sich hinter dem Namen von Barbara Sandner-Troll verbergen? Dann frage unsere Beauty Professionals in den YBPN Parfümerien - sie zeigen Dir gerne die Produktewelt von DECLARÉ, JUVENA, SOPHIE’S GARDEN und MARLIES MÖLLER

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