Badeöl: So wird dein Vollbad zur Pflege für trockene Haut

Trockene Haut nach dem Baden? Ein gutes Badeöl legt einen pflegenden Film auf die Haut. Welches zu dir passt und wie du es richtig dosierst.

von Svenja Schaffeld

13. Dezember 2023

Frau in der Badewanne hält eine Flasche Badeöl bei Kerzenlicht

© CentralITAlliance / iSTock

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Spannt deine Haut nach dem Baden, hat ihr das warme Wasser Fett entzogen. Ein Badeöl gleicht genau das aus und macht das Vollbad, gerade in der Heizperiode, vom Wohlfühlmoment zur echten Pflege. Ob die Wanne deine Haut verwöhnt oder austrocknet, entscheiden am Ende ein paar Details.

Frau in der Badewanne gießt goldenes Badeöl aus einer kleinen Glasflasche ins milchige Badewasser
© KI generiert

Was macht ein Badeöl mit deiner Haut?

Warmes Wasser weicht die Haut auf und schwemmt Hautfette sowie körpereigene Feuchthaltefaktoren aus, Tenside aus Schaumbädern verstärken diesen Effekt. Das Ergebnis kennst du: Nach dem Abtrocknen spannt die Haut und fühlt sich rau an. Ein Badeöl wirkt dem entgegen, denn die Öle lagern sich auf der Hautoberfläche ab und bremsen die Verdunstung von Feuchtigkeit.

Rückfettend bei trockener Haut und Juckreiz

Bei trockener Haut ist der natürliche Schutzfilm ohnehin dünn, entsprechend schnell beginnt sie zu jucken. Ein Ölbad kann dieses Spannungs- und Juckgefühl mildern, weil die Haut länger geschmeidig bleibt. Mandel-, Jojoba- und Avocadoöl sind dafür klassische Basisöle. Hält der Juckreiz an oder kommt ein Hautausschlag dazu, gehört das ärztlich abgeklärt: Ein Badeöl pflegt, eine Ursache behandelt es nicht.

Badeöl bei Neurodermitis: Darauf kommt es an

Rückfettende Bäder gehören bei Neurodermitis häufig zur Basispflege. Wie viel sie zusätzlich bringen, ist allerdings umstritten: Eine große britische Studie mit Kindern fand keinen messbaren Mehrnutzen, wenn ohnehin regelmäßig eingecremt wurde. Wer trotzdem baden möchte, wählt am besten ein duftstofffreies medizinisches Ölbad und stimmt das mit der Hautarztpraxis ab. Parfümierte Badeöle können gereizte Haut zusätzlich belasten.

Badeöl, Bademilch oder Badesalz: Wo liegt der Unterschied?

Jeder Badezusatz macht das Wasser angenehmer, für die Haut leisten sie aber sehr Unterschiedliches. Die Übersicht zeigt, welcher Zusatz wann sinnvoll ist.

Badezusatz Haupt-Wirkung Ideal geeignet für Besonderheit
Badeöl Rückfettend, hinterlässt einen Pflegefilm Trockene bis sehr trockene Haut Höchster Ölanteil aller Badezusätze
Bademilch Mild pflegend mit leichtem Film Normale bis leicht trockene Haut Verteilt sich milchig, angenehm ohne spürbaren Ölfilm
Badesalz Sorgt für Duft und Badeerlebnis Normale, unkomplizierte Haut Enthält kein Fett und pflegt daher kaum
Schaumbad Reinigt und sorgt für Schaum Normale Haut Für trockene Haut die schwächste Wahl

 

Ölfilm oder Milchbad: So verhält sich Badeöl im Wasser


Manche Badeöle bleiben klar und breiten sich als hauchdünner Film über die Wasseroberfläche aus. Beim Aussteigen legt sich dieser Film auf die Haut, deshalb sind solche Öle besonders rückfettend und die klassische Wahl für sehr trockene Haut. Sie kommen ohne oder mit nur wenig Emulgator aus, Fachleute sprechen von spreitenden Badeölen. 

Emulgierende Varianten verbinden sich dagegen mit dem Wasser und färben es milchig, der Pflegeeffekt fällt etwas leichter aus.

Lavendel und Eukalyptus: Düfte zum Abschalten und Durchatmen

Ein Badeöl mit Lavendel ist der Klassiker für den Abend, viele empfinden den Duft als beruhigend. Ein Beispiel ist “Shampure Composition” von Aveda: Das Öl auf Basis von Sonnenblumenöl verbindet Lavendel mit Ylang-Ylang und weiteren Blüten- und Pflanzenessenzen und lässt sich auch als Körperöl verwenden.

Eukalyptus riecht dagegen frisch und klärend und ist in der Erkältungszeit beliebt. Für Babys und Kleinkinder ist ein Eukalyptus-Badeöl allerdings tabu, weil das enthaltene Cineol bei ihnen Atemprobleme auslösen kann.

Hochwertige Badeöle mit Parfümerie-Duft

Für den Lieblingsduft in der Wanne lohnt der Blick zu den Duftmarken. Molton Brown etwa bietet seine Bathing Oils in Düften an, die es auch als Eau de Parfum oder Eau de Toilette gibt. 

Das “Orange & Bergamot Radiant Bathing Oil” duftet frisch nach Orange, Bergamotte und Neroli, das “Heavenly Gingerlily Caressing Bathing Oil” wärmer nach Ingwer und Lilie. Beide basieren auf Sonnenblumenöl mit Arganöl und zählen zu den emulgierenden Ölen.

Badeöl richtig anwenden: Dosierung, Temperatur und Badedauer

Gib das Badeöl ins einlaufende Wasser, so verteilt es sich gleichmäßig. Für ein Vollbad reichen meist ein bis zwei Esslöffel, maßgeblich ist die Angabe auf der Flasche. Ideal ist Wasser etwa auf Körpertemperatur, also rund 36 bis 38 Grad. Nach 10 bis 15 Minuten ist Schluss: Längeres Baden weicht die Haut auf und kostet sie trotz Öl Feuchtigkeit.

Tupfen statt rubbeln

Nach dem Ölbad nicht abduschen und die Haut nur sanft mit dem Handtuch abtupfen. So bleibt der Pflegefilm auf der Haut, statt im Frottee zu landen. 

Ist deine Haut sehr trocken, trägst du direkt danach eine Bodylotion auf, solange sie noch leicht feucht ist.

Badeöl selber machen: Rezeptidee mit natürlichen Ölen

Ein eigenes Badeöl selber zu machen dauert keine fünf Minuten, Basis sind drei Esslöffel Mandel-, Jojoba- oder Olivenöl. Für ein Kokos-Badeöl nimmst du fraktioniertes Kokosöl, denn normales Kokosöl wird unterhalb von etwa 24 Grad fest. Dazu kommen nach Wunsch drei bis fünf Tropfen ätherisches Öl, etwa Lavendel. 

Soll sich die Mischung milchig im Wasser verteilen, rührst du einen Esslöffel Sahne unter, deren Milchfett als natürlicher Emulgator wirkt. Bei empfindlicher Haut lässt du das ätherische Öl weg.

Erst mischen, dann ins Wasser

Ätherische Öle lösen sich nicht in Wasser. Pur in die Wanne gegeben, schwimmen die Tropfen unverdünnt an der Oberfläche und können die Haut reizen.

Verrühre sie deshalb immer zuerst mit dem Basisöl oder der Sahne.

Badeöl: Was du sonst noch wissen solltest
  • Unter der Dusche funktionieren vor allem emulgierende Badeöle, da sie sich rückstandsarm abspülen lassen. Direkt auf die Haut gehört ein Badeöl nur, wenn der Hersteller das vorsieht: Viele Formeln sind stark parfümiert, da sie für eine ganze Wanne Wasser gedacht sind.

  • In den ersten Lebensmonaten reicht klares Wasser in aller Regel aus. Ist die Babyhaut sehr trocken, sprich am besten mit der Kinderarztpraxis über ein duftstofffreies Produkt speziell für Babys. Badeöle für Erwachsene mit Parfum oder ätherischen Ölen gehören nicht in die Babywanne.

  • Ja, ein Ölbad hinterlässt Rückstände auf dem Wannenboden. Halte dich beim Aussteigen fest oder leg eine Anti-Rutsch-Matte ein. Zum Reinigen reicht warmes Wasser mit einem Spritzer Spülmittel, das löst das Fett zuverlässig.

  • Eine reine Ölmischung hält so lange wie das empfindlichste Öl darin, meist einige Monate. Fülle sie in eine dunkle Flasche und lagere sie kühl. Enthält dein Badeöl Sahne, rührst du es frisch an und verwendest es sofort.

Und wenn dein Lieblingsduft bisher nur auf der Haut stattfindet: Manche Duftlinien aus den YBPN Parfümerien gibt es auch als Badeöl. Frag beim nächsten Besuch einfach nach, welche Variante zu deinem Parfum passt.

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