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Glatte Beine: Frau im Café mit Hund - CC0 Bild

Haarentfernung: glatte Haut im Sommer

Sommer, Sonne, Beinfreiheit – eine echte Kampfansage für lästige Härchen! Ob fortschrittliche Technologie oder bewährte Praktik, YBPN kennt die effektivsten Methoden für einen glatten Body

Endlich! Mühevoll kämpfen sich die ersten wärmenden Sonnenstrahlen zu uns durch und überlassen dem Herbst auf der Südhalbkugel der Erde das Feld. Handschuhe, warme Jacken und Mützen werden ausrangiert und machen Platz für Trägertops und kurze Kleidchen. Mit jedem steigenden Grad schwindet Stück für Stück die praktisch kaschierende Kleidung und legt womöglich in der kalten Jahreszeit vernachlässigte Körperpartien frei. Dann heißt es: Weg mit dem störenden Winterfell! Auf welche Weise Sie Ihre Haut sommerfit machen, um makel- und vor allem haarlos am Strand flanieren zu können, ist Geschmacks- und vor allem Hauttypsache. Es gibt eine Vielfalt an Techniken, die die passende Herangehensweise für jeden Anspruch bieten. Aber was können Sugaring, Waxing und IPL? Mit welcher Methode fühlt sich welcher Hauttyp am wohlsten? Womit kann man lästigen Härchen im heimischen Bad zu Leibe rücken? Und mit welchen Wünschen wendet man sich an die Profis in der Beauty Lounge? YBPN hat sich schlau gemacht und weiß, wie der Sommer für Sie eine richtig glatte Sache wird.

1. Permanente Haarentfernung

Für die dauerhafte Haarentfernung kommt ein Laser oder ein Intense-Pulsed-Light-Gerät (IPL) zum Einsatz. Beide Methoden basieren auf der Um­wandlung von Licht- in Wärmeenergie: Wird das Licht auf das Haar gefeuert, gelangen die Strahlen durch das Melanin – den Farbstoff des Haares – bis tief zur Haarwurzel und werden auf dem Weg dorthin in Energie umgewandelt. Die so entstandene Wärme erfüllt in der Zelle zuverlässig ihre Mission: Alle vorhandenen Proteine werden zerstört und die Wurzel verödet. Hier wächst kein Haar mehr. Diese lichtbasierenden Enthaarungsmethoden sind aber nicht für jeden Haut- und Haartyp geeignet: Helles Haar enthält zu wenig Melanin, um das Licht zu leiten und in Energie umzuwandeln, und auf dunkler Haut heben sich die Haare häufig nicht genügend ab, sodass die Haut durch die Hitze verletzt wird. Einzige Lösung: die Nadelepilation. Bei dieser altbewährten, aber sehr aufwendigen Technik ist nicht das Melanin die leitende Komponente, sondern eine Nadel. Sie wird – oftmals etwas schmerzhaft – in den Haarkanal jedes der zu entfernenden Haare eingeführt und zerstört dort mithilfe von durch Wechselstrom erzeugter Hitze die Wurzel. Je nach zu enthaarendem Areal sollten Sie bei beiden Methoden mit durchschnittlich acht Sitzungen rechnen.

2. Waxing & Sugaring

Während die Hippies in den 1960er- und 70er-Jahren den körpernahen Wildwuchs feierten, ist heute für viele ein glatter Body oberstes Gebot. Etwa drei bis vier Wochen Stoppelpause hat man mit Waxing und Sugaring. Bei beiden Praktiken werden die Haare bei den Wurzeln gepackt und mit einem kräftigen Ruck und etwas Ziepen entfernt. Wichtig: Die Haare sollten mindestens zwei Millimeter lang sein! Mit einem Spatel gelangt Warmwachs direkt auf die zu enthaarende Partie. Die Haare werden in der warmen Masse eingeschlossen und mit einem Baumwollstreifen samt Wachs abgezogen. Besonders praktisch für den Heimgebrauch sind vorgefertigte, mit Kaltwachs beschichtete Papierstreifen: Durch Reiben in den Händen erwärmen, auf den Körper kleben und mit ordentlich Schwung und zusammengebissenen Zähnen den Streifen inklusive Haaren lösen. Sugaring ist die sanfte Alternative zum Waxing. Die klebrige Masse aus Zucker, Wasser und Zitronensaft ist besonders für empfindliche Hauttypen und sensible Bereiche wie Gesicht, Achseln und Intimzone geeignet, da die Haare – anders als beim Waxing – mit der Wuchsrichtung entfernt werden. Weiteres Plus: Sugaring ist weitaus schmerzfreier!

3. Rasur

Die am weitesten verbreitete Methode zur Haarentfernung ist die Nassrasur. Kein Wunder: Schnell, effektiv und vor allem schmerzfrei werden unerwünschte Haare einfach per Klinge gekappt, am liebsten gleich unter der Dusche. Rasieren hat Tradition: Schon zu Urzeiten wurden geschliffene Steine, Muscheln oder Tierzähne genutzt, um störende Härchen loszuwerden. Heute hat man die Qual der Wahl: Unterschiedliche Klingenzahlen, federnd gelagerte Rasierköpfe, schützende Pflegestreifen oder integrierter Rasierschaum – es gibt für jeden Wunsch den passenden Rasierer. Das sofortige Ergebnis ist superglatte Haut, die jedoch – je nach Haarwuchs – nur für ein bis zwei Tage so bleibt. Danach zeigt sich Nachwuchs in Form von piksenden Stoppeln. Wichtig: Niemals auf Rasierschaum oder -gel verzichten! Sie weichen die Härchen auf, lassen den Rasierer sanft gleiten, beruhigen die durch die Rasur beanspruchte Haut sofort und beugen so lästigen Rasierpickelchen vor.

4. Gesichtsenthaarung

Vor allem dunkelhaarige Frauen kennen das Problem: Ein weicher Flaum über der Oberlippe oder an den Wangen stört den sonst so ebenmäßigen Teint. Hier hilft die Fadentechnik, eine Methode, die seit Jahrhunderten von Barbieren im Orient angewendet wird. Der Barbier spannt einen Baumwollfaden mithilfe der Finger und des Mundes zu einer Schlaufe, schließt diese im Bruchteil einer Sekunde um das Haar und zupft es aus. Ungeliebter Flaum verschwindet in Rekordzeit! Eine ähnliche Technik, die sich für den Selbstversuch eignet, ist der Beauty Piler: eine stiftartige Metallfeder, die erst gebogen, an die Haut gehalten und schließlich gerollt wird. Durch diese Bewegung verankern sich die Härchen in der Feder und werden herausgezupft. Nicht ganz schmerzfrei – dafür wesentlich effektiver als die Arbeit mit der Pinzette.

… und danach?

Die Haare sind weg, die Haut ist gereizt. Egal, für welche Methode Sie sich entscheiden und wie robust oder empfindlich Ihre Haut ist: Nach der Haarentfernung ist Pflege angesagt. Cremes und Lotionen, die Parfum oder Alkohol enthalten, dürfen jedoch erst wieder zum Einsatz kommen, wenn die durch die Enthaarung verursachten winzigen Wunden auf der Hautoberfläche verheilt sind – etwa 24 Stunden nach der Prozedur. Direkt im Anschluss eignen sich Produkte mit regenerierenden und beruhigenden Inhaltsstoffen – oder speziell für nach der Haarentfernung entwickelte Cremes. Diese bieten oft einen tollen Zusatzeffekt, indem sie zum Beispiel mithilfe ätherischer Öle dafür sorgen, dass die Haare langsamer nachwachsen.

Spezial-Einsatz

Enthaarung – egal, wie behutsam die Methode der Wahl agiert – bedeutet Stress für die Haut. Diese sanften Pflege-Experten wirken beruhigend und regenerierend und sind deshalb auch auf irritierten Arealen erlaubt.

Silvia Wortmann

Unsere Expertin für Waxing und Sugaring in der Kabine

Frau Wortmann-Quitsch, wie sollte man sich auf eine Haarentfernung bei einem Profi wie Ihnen vorbereiten?

Einen Tag vorher sollten Sie ein Peeling verwenden und die betreffende Partie am Tag der Behandlung nicht mehr eincremen.

Und worauf muss danach geachtet werden?

Nach der Haarentfernung ist es ratsam, für mindestens 24 Stunden eine Sauna- und Solarium-Pause einzulegen, damit die Haut genug Zeit hat, um sich zu beruhigen.


Wie kann man Rötungen und Pickelchen vermeiden?

Um Rötungen vorzubeugen, ist es hilfreich, nach der Behandlung eine kühlende, beruhigende Lotion oder Creme zu verwenden.

Und was empfehlen Sie bei eingewachsenen Härchen?

Solange die Stelle nicht entzündet ist, lassen sich eingewachsene Haare relativ leicht beseitigen, wenn man die Haut mit einem Luffaschwamm aus getrocknetem Schwammkürbis bearbeitet. Und Vorsicht: Falls Sie mit einer Pinzette an das Haar gehen, sollte diese unbedingt vorher sterilisiert werden! Bei einer starken Entzündung empfehle ich immer, einen Hautarzt aufzusuchen.


Was ist dran an dem Gerücht, dass die Haare nach dem Entfernen dicker und in größerer Zahl nachwachsen?

Nein, da muss man keine Sorge haben – das ist nicht so.

Gibt es Situationen, in denen man lieber auf eine Haarentfernung verzichten sollte?

Bei Hautkrankheiten und auch bei einem Ausschlag oder allergischen Reaktionen sollte man nicht noch mehr Reize mit der Haarentfernung auslösen, sondern lieber warten, bis die Haut wieder völlig gesund ist.

Auch wenn viele es wahrscheinlich nicht zugeben mögen: Kommen auch Männer zu Ihnen zur Behandlung?

Oh ja, in den letzten Jahren habe ich vermehrt auch männliche Kunden. Sie lassen sich hauptsächlich die Brust- und Rückenbehaarung entfernen.


Gibt es eine Enthaarungsmethode, die Sie generell empfehlen?

Das ist wirklich von Kunde zu Kunde unterschiedlich und muss deshalb individuell besprochen werden. Entscheidend für die passende Praktik sind dabei oft Hautbeschaffenheit und Haarstruktur.

Kann man den Schmerz der Behandlungen irgendwie reduzieren?

Ganz ohne Schmerz geht es leider nicht. Jedoch gewöhnt man sich meist nach einigen Sitzungen an das Ziepen und empfindet es als weniger schmerzhaft als noch beim ersten Mal.

Welche Methode empfehlen Sie für welche Körperareale?

Große Flächen wie Beine, Rücken oder Brust eignen sich perfekt fürs Waxing – an empfindlicheren Partien wie Achseln und Intimbereich rate ich eher zum sanfteren Sugaring.

Was halten Sie von der Nadelepilation?

Die Nadelepilation ist sehr wirksam zur dauerhaften Haarentfernung – egal, welche Farbe Haut und Haare haben. Allerdings ist das Verfahren sehr kompliziert und birgt bei falscher Anwendung Risiken. Deshalb sollte sie unbedingt von einem Experten durchgeführt werden!

Silvia Wortmann-Quitsch, Kosmetikerin für die YBPN-Parfümerie in Coesfeld.

Nachwuchskontrolle @ Home

Wenn es um glatte Haut geht, kommen verschiedenste Studien zu den gleichen Ergebnissen: mehr als 90 Prozent aller Frauen enthaaren regelmäßig bestimmte Stellen ihres Körpers. Diese Zahl stellt die Männer glatt in den Schatten: von ihnen greifen nur 80 Prozent regelmäßig zur Klinge. Darüber, dass diese im Achselbereich am häufigsten zum Einsatz kommt, sind sich beide Geschlechter einig.

Die Beweggründe dafür dürften sich allerdings deutlich unterscheiden: während einer europaweiten Umfrage gaben 67 Prozent der befragten Frauen an, sich mit enthaarter Haut weiblicher zu fühlen. Ein Gefühl, das sie selbstbewusster Weise ganz allein genießen können – nur sechs Prozent nannten als Motivation für die Haarentfernung ihren Partner. Wie schön. Noch schöner: Die verschiedenen Methoden, die es möglich machen, das Nachwuchsmanagement auf persönliche und individuelle Bedürfnisse zuzuschneiden.

YBPN kennt die besten Enthaarungsmethoden für zu Hause und weiß, welche zu Ihnen passt.

Nass-Rasur

72 Prozent der Frauen entledigen sich ihrer überflüssigen Haare am liebsten unter der Dusche. Dafür, dass dabei auch wirklich jedes einzelne unters Messer kommt, sorgen fortschrittliche Rasierprofis mit verschiedenen Klingen-Systemen und federnd gelagerten Rasierköpfen, die sich den Konturen des Körpers anpassen und so auch feinste Härchen erwischen können.
Hält je nach Haarwuchs ein bis zwei Tage
Geeignet für eilige Kandidatinnen mit unempfindlicher Haut, die Wiederholungen nicht scheuen.
Wichtig: Um Rasurbrand zu vermeiden, nur in Wuchsrichtung rasieren! Privater Tipp aus der Redaktion: Zinksalbe beruhigt und desinfiziert frisch rasierte Haut zum Beispiel in der Bikinizone.

Epilation

Viele kleine Spezialpinzetten wandern über die Haut und zupfen die Haare samt Wurzeln einzeln heraus – eine der effektivsten Methoden, gegen die es dank hoch entwickelter Geräte kaum noch schmerzbedingte Einwände gibt. Wasserdichte Epilierer zum Beispiel erledigen ihren Job in der Badewanne oder unter der Dusche, wo die Haut durch das warme Wasser entspannt und beruhigt wird, und Zupfen der elektrischen Pinzetten als wesentlich sanfter empfunden wird.
Hält ca. vier Wochen
Geeignet für Frauen, die Lust auf Technik und gern lange Enthaarungspausen haben.

Enthaarungscreme

Einfach auf die saubere Haut auftragen und mindestens drei, aber allerhöchstens 10 Minuten einwirken lassen. Dann wird die Creme samt losgelösten Haaren mit einem Spatel von der Haut abgenommen.
Hält bis zu einer Woche
Geeignet für Frauen, die Angst vor Klingen und Technik, aber nicht vor Chemie haben.