Pflege
Eine Frau erhält eine Laser Behandlung
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Laserbehandlungen: Methoden und Wirkungsweisen

Laserbehandlungen sind aus der ästhetischen Dermatologie nicht mehr wegzudenken. YBPN weiß, was bei den Behandlungen passiert, was zu beachten ist und welche Erfolge möglich sind.

Laser gehören bereits seit zwanzig Jahren zum Equipment in Dermatologischen Praxen, sie laufen vor allem in den sonnenarmen Monaten auf Hochtouren. Ihre Einsatzgebiete sind vielfältig: Sie versprechen einen ebenen Teint, haarlose Haut oder auch das Gegenteil, außerdem können sie wie ein Skalpell eingesetzt werden. Dabei geht es nicht um ein einziges Lasergerät, das verschiedentlich eingesetzt werden kann, sondern um viele unterschiedliche Modelle mit ebenso vielfältigen Fähigkeiten.

Was ist ein Laser?

Der Name LASER steht für „Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation“ – was soviel bedeutet wie: Lichtverstärkung durch stimulierte Strahlung. Die verschiedenen Geräte unterscheiden sich in der Methode, das Licht zu bündeln, etwa durch Glas oder Kristalle, in der Leistung, die benennt, wie viel Energie mit den Strahlen auf der Haut landet, und in der Pulsdauer – also der Zeitraum, den die Strahlen auf der Haut verbringen. Die Wellenlänge bestimmt, in welchen Stoffen des Körpers der Laser wirkt – also ob er die Energie beispielsweise bis ins Bindegewebe schickt, wo sie mit Wasser reagiert, oder nur bis in die Dermis, wo sie unerwünschte Pigmente zersprengt. Was genau Sie mit welchem Laser erreichen können, haben wir für Sie recherchiert.

Pigmentstörungen

Die Hyperpigmentierungen entstehen häufig als Folge von übermäßigem Sonnengenuss, Hormonschwankungen oder Medikationen. Dabei werden Pigmentzellen (Melanozyten), die eigentlich zum Schutz der Haut vor negativen Einflüssen der UV-Strahlung gedacht sind, dauerhaft an die Hautoberfläche transportiert. Hier können Laser sehr gut helfen. Das gebündelte Licht schießt direkt auf die Pigmentansammlungen und wird vom Pigment absorbiert. Das zerfällt und wird vom Lymphsystem abgetragen. Auf der Haut bildet sich eine feine Kruste, die nach wenigen Tagen verschwindet. 

Wichtig: Hier muss – wie bei allen Laserbehandlungen – unbedingt ein erfahrener Dermatologe ran. Denn: Wird zu wenig Energie eingesetzt, sind die Pigmentflecken schnell wieder da. Bei einem zuviel an Energie entstehen statt der brauen weiße Flecken, die im Zweifel noch auffälliger und nicht leicht zu beheben sind. Nach der Behandlung ist es besonders wichtig, die Sonne zu meiden und täglich einen hohen Lichtschutzfaktor zu verwenden.

Enthaarung

Um den Haarwuchs dauerhaft zu stoppen, arbeitet der Laser mit einem physikalischen Trick: Der auf die Haut gesendete Lichtimpuls wird von dem Haarfarbstoff Melanin aufgenommen und in die Wurzel geleitet. In der Haarwurzel wird die Energie in Wärme umgewandelt, die die Wachtumszellen in der Haarwurzel zerstört. Wer helle Haut und dunklen Haarwuchs auf den zu behandelnden Zonen hat, kann damit rechnen, einige Jahre Ruhe vor nachwachsenden Härchen zu haben beziehungsweise nur vereinzelt Nachkömmlinge zupfen zu müssen.

Wichtig: Nicht nur der Kontrast von dunklem Haar auf heller Haut, auch der richtige Wellenbereich sind Voraussetzung für den Erfolg der Behandlung. Eine zu kurze Wellenlänge kann tief liegende Haarfollikel nicht erreichen, zu lange Wellenbereiche bewirken eine zu starke Aufnahme des Laserlichts durch die Haut, sodass zu wenig Haarfollikel zerstört werden. 

Eine Frau bekommt eine Laserbehandlung
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Faltenreduzierung

Lange Zeit wurden Falten mit ultragepulsten CO2-Lasern abgetragen. Der Energiestrahl verdampft die oberste Hautschicht, wodurch der Wundheilungsprozess in der Haut angeregt wird. Die Behandlung ist allerdings so schmerzhaft, dass nur eine Vollnarkose oder Dämmerschlaf sie durchführbar machen, und die Haut benötigt bis zu vier Wochen, um zu heilen.  

Heute wird schonender gearbeitet, und zwar mit dem Erbium YAG Laser, der wahlweise ablativ – also ebenfalls mit Hautabtragung – oder nur mit thermischer Tiefenwirkung agiert. Eine Variante dazu ist der Fraxel-Laser, der nicht flächig arbeitet, sondern punktuell.

Wichtig: Für ein dauerhaftes Ergebnis sollten Behandlungen mit dem Fraxel-Laser jährlich wiederholt werden.

Narben

Auch für die Behandlung von Narbengewebe sind ablative, also abtragende Laser die richtige Methode. Wenn die Wundheilung der Haut einwandfrei funktioniert, können gute Ergebnisse erzielt werden, wirklich vollständig verschwinden Narben aber selten. 

Couperose

Die feinen, bläulichen Äderchen, die meist an den Wangen und rund um die Nase durch die Haut schimmern, sind die perfekte Zielscheibe für IPL Laser (Intensed Pulsed Light). Die Gefäße werden durch den Laser „zugeschweißt“ und dann vom Körper abgebaut. 

Wichtig: Behandelte Gefäße sind tatsächlich für immer verschwunden, bei Veranlagung können sich aber wieder neue Äderchen bilden.

Lidstraffung

Laser mit Schnittmodus arbeiten wie ein Skalpell. Der Vorteil: schon beim Schneiden werden die Blutgefäße wieder verschweißt. Vor allem beim Oberlid können allerdings unschöne Narben entstehen.

Wichtig: Für die Oberlidstraffung greifen die meisten Ärzte lieber weiterhin zum Skalpell, weil die Wundheilung nach einer Laserbehandlung häufig nicht optimal verläuft.

Haarausfall

Neue Power für die Haarwurzeln versprechen Multi-Dioden-Laser, die im Low-Energy-Modus Laserstrahlen aus dem Infrarot-Wellenlängenspektrum nutzen, und tief in die Kopfhaut eindringen. Durch die Niedrigenergiestrahlung des so genannten Kaltlasers soll die Aktivität der Zellen in den Haarwurzeln angeregt werden. Ein sichtbares Ergebnis stellt sich nach etwa drei Monaten ein.

Wichtig: Wenn die haarbildenden Zellen zerstört sind, etwa durch Vernarbungen, lässt sich das Haarwachstum nicht reaktivieren.

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