Sunburn Art: Was steckt hinter dem gefährlichen Beauty-Trend?

Sunburn Art, Sunburn Look und Bikinistreifen als Statement: Der Trend Sonnenbrand ist auf TikTok viral, ist aber riskant – und es gibt noch mehr Kritikpunkte.

von Marlene Burba

01. August 2026

Social Radar

Frau mit Tanlines am Strand

iStock / alexanderbuntin

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Tanline, Bikinistreifen, Bikini-Abdruck: Was früher ein Zeichen für "zu wenig Sonnencreme" war, ist aktuell ein gewolltes Statement: Sunburn Art heißt der TikTok-Trend, bei dem gezielt Muster in die Haut "gebrannt" werden. 

Wir erklären dir, was hinter dem Trend Sonnenbrand steckt, warum er dermatologisch heikel ist und wie du den angesagten Tanline-Look ganz ohne echte Hautschäden bekommst.

Was ist Sunburn Art und woher kommt der TikTok-Trend?

Sunburn Art ist ein Social-Media-Trend, bei dem gezielt Sonnenbrand-Muster auf der Haut erzeugt werden. Mit Stickern, Klebeband oder Schablonen wird die Haut partiell abgedeckt, während der Rest ungeschützt der Sonne ausgesetzt bleibt. 

Das Ergebnis: ein Motiv, das sich als heller Abdruck vom sonnenverbrannten Hintergrund abhebt – quasi ein Bikini-Abdruck mit Kunstanspruch.

Auf TikTok läuft der Trend unter Hashtags wie #sunburnart oder #sunburnttanlines und hat bereits Millionen Aufrufe generiert.

Aus einer klassischen Tanline wird so ein bewusst inszeniertes Statement-Muster, das für einige Tage sichtbar bleibt.

Vom Bikinistreifen zum Motiv: Wie Sonnenbrand-Muster erzeugt werden

Die Technik hinter der Sonnenbrand Challenge ist simpel, und genau das macht sie gefährlich: Wer mitmacht, verzichtet bewusst auf Sonnenschutz an den Stellen, die später das Motiv bilden sollen. Je länger die ungeschützte Haut in der Sonne bleibt, desto kontrastreicher wird das Ergebnis.

Also Vorsicht: Was als lustiger Sommer-Trend verkauft wird, ist in Wirklichkeit eine bewusst herbeigeführte Hautverletzung.

Rücken einer Frau am Strand mit Sonnencreme
Unsplash / Evelyn Verdín

Warum ist der Sunburn-Art-Trend so gefährlich für die Haut?

Ein Sonnenbrand ist keine harmlose Rötung, sondern eine echte Entzündungsreaktion. Dermatologinnen und Dermatologen sind sich einig: Jede Form von Sonnenbrand bedeutet eine Verletzung der Hautzellen, egal wie hübsch das entstehende Muster aussieht.

Hautschäden und Risiken: Was UV-Strahlung tief in der Haut anrichtet

Bei einem Sonnenbrand dringt UV-Strahlung in die Haut ein und schädigt dort die Zell-DNA. Diese Strahlen greifen die Zellen an und lösen Entzündungsprozesse aus, die weit über die sichtbare Rötung hinausgehen. Die Haut versucht, den Schaden zu reparieren, doch nicht jede Zelle erholt sich vollständig. Hautschäden durch Sonne summieren sich über die Jahre.

Besonders kritisch: Bei Sunburn Art entstehen punktuelle UV-Hotspots, an denen die Belastung besonders konzentriert ist.

Hautkrebsrisiko und Spätfolgen von Sonnenbränden

Der größte Kritikpunkt an der Sonnenbrand Challenge: das erhöhte Hautkrebsrisiko. Diese Praxis erhöht das Risiko, bereits in jungen Jahren an einem Melanom zu erkranken, drastisch.

Auch New Yorker Dermatologe Anthony Rossi warnt: Ein Muster, das im Foto cool aussieht, kann gefährliche UV-Hotspots erzeugen, und der Schaden ist kumulativ. 

Neben dem Krebsrisiko drohen vorzeitige Hautalterung, Pigmentflecken und eine dauerhaft geschwächte Hautbarriere. Die Sonnenbrand-Risiken sind also alles andere als kosmetischer Natur.

Frau am Pool
Unsplash / LOGAN WEAVER

Warum wir den Sunburn-Art Trend noch kritisch sehen

Tanline als Trend sind ziemlich eurozentrisch gedacht. Sunburn Art, Tanlines, Bikini-Abdruck als Beauty-Statement, das funktioniert vor allem auf heller Haut, auf der sich Rötung und Kontrast überhaupt sichtbar abzeichnen. 

Menschen mit dunklerer Hautfarbe können an diesem Trend gar nicht teilhaben, weil der Effekt schlicht nicht in gleicher Weise entsteht. 

Ein Trend, der große Teile der Gesellschaft von vornherein ausschließt, ist wenig zeitgemäß, so gesehen ist die ehrlichste Antwort vielleicht: gar nicht erst mitmachen.
 

Nahaufnahme Gesicht einer Frau mit Sunburn-Makeup
Unsplash / Dmitrii Shirnin

Wie lässt sich der Sunburn-Look sicher mit Make-up schminken?

Du willst den Look trotz aller Kritik ausprobieren? Den angesagten Sunburn-Look bekommst du auch komplett ohne Sonne. Statt echtem Sonnenbrand sorgt gekonnt platziertes Sunburn Makeup für den Sommer-Glow, inklusive der typischen roten Wangen und Nasenspitze.

Schritt-für-Schritt-Anleitung für das perfekte Sunburn Makeup

  1. Basis vorbereiten: Feuchtigkeitscreme mit LSF als Grundlage auftragen.
  2. Leichte Foundation oder BB-Cream dünn und gleichmäßig verblenden.
  3. Cremiges Rouge in Korall- oder Pink-Ton auf Wangen, Nasenrücken und Stirn tupfen.
  4. Gut verblenden: Mit den Fingerspitzen oder einem Beauty-Sponge nach außen verwischen, damit die Übergänge weich wirken.
  5. Highlighter auf die höchsten Punkte des Gesichts setzen für den frischen "Ich war gerade am Strand"-Effekt.
  6. Fixieren mit transparentem Puder, damit der Look den ganzen Tag hält.

Wer den Trend noch weiterdenken will, kann sich sogar an Tanline Make-up versuchen: Mit hellerer Foundation oder Concealer werden Streifen an Schulter oder Dekolleté gesetzt, die eine Bräunungslinie vortäuschen, ganz ohne Sonneneinwirkung.

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