5 Fragen an Dr. Emi

Dr. Emi ist DIE Dermatologin, Termine bei ihr sind rar gesät. Wir haben die Social-Media-Beauty-Queen gefragt, was WIRKLICH wichtig ist.

von Birgit Brycz

02. April 2023

Dr. Emi im YBPN-Interview

© Dr. Emi / PR

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Prägnant, informativ, unterhaltsam, gepaart mit ungeschönter Ehrlichkeit und viel Charme – das sind die Social Media Beiträge von Dr. Emi Arpa. Die Dermatologin mit eigener Praxis in der Berliner City West ist auf Anti-Aging Behandlungen, Hautgesundheit und Hautpflege spezialisiert.

Oft kommen Patientinnen in ihre Praxis ohne ein spezielles Problem, sie wünschen sich schlichtweg ein frischeres Aussehen. Genau hier setzt Dr. Emi an: Nach einer ausführlchen Beratung wird entschieden, was individuell sinnvoll ist – ob eine Behandlung mit Fillern, eine Laseranwendung oder eine Kosmetikbehandlung.

Uns verrät Dr. Emi im Interview, was sie als Dermatologin niemals tun würde, welche Inhaltsstoffe in der Gesichtspflege unabdingbar und welche Behandlungen gegen Fältchen oder Rosazea erfolgsversprechend sind.

Dr. Emi im Interview

1. Was spielt bei der Hautalterung eine größere Rolle – die genetische Veranlagung oder die Lebensweise?

Beide Faktoren sind wichtig. In Studien hat man allerdings festgestellt, dass die Lebensweise einen höheren Impact auf die Hautalterung hat, als die genetische Prädisposition.

Eine beschleunigte Hautalterung wird zum Beisiel durch UV-Strahlung verursacht. Täglicher Sonnenschutz mit UV-A-Filter, neben UV-B und HEV-Light, ist deshalb unerlässlich. Auch bei bedecktem Himmel bzw. in den Wintermonaten die beste Altersvorsorge.

2. Was ist wichtig für die Hautbarriere?

Jeder Wasserkontakt greift die Hautbarriere an bzw. verändert den natürlichen pH-Wert bzw. Säureschutzmantel der Haut. Ein Toner gleicht den pH-Wert der Haut nach der Gesichtsreinigung aus.

Zusätzlich kann mit feuchtigkeitsspendenden, die Hautbarriere schützenden Cremes und Seren gearbeitet werden.

Fokus meiner Arbeit ist immer, das Äußere nicht grundlegend zu verändern, sondern vielmehr individuelle Schönheit und Anatomie zu unterstreichen!

Dr. Emi

Dermatologin

Diese sollten im Idealfall Wirkstoffe enthalten, die ohnehin in der natürlichen Hautbarriere vorkommen. Wertvolle Lipide, wie zum Beispiel Ceramide, machen den größten Anteil unserer hauteigenen Lipide aus und sind auch in Pflegeprodukten zu finden.

Weitere Wirkstoffe wie Allantoin, Ektoin, Glycerin und Panthenol wirken hautberuhigend und haben ebenfalls einen positiven Effekt auf die Hautbarriere.

Ceramide, Niacinamide oder Hyaluronsäure? Dr. Emis Empfehlungen

3. Welches sind die wichtigsten Inhaltsstoffe in einer Hautpflege?

Eine optimale Hautpflege ist auf den individuellen Hauttyp abgestimmt und baut aufeinander auf.

Den Hauttyp kann man einfach selbst bestimmen, indem man das Gesicht wie üblich reinigt und nach ca. 30 Minuten den Hautzustand bestimmt.

Eine trockene Haut braucht Feuchtigkeitszufuhr und kann zum Beispiel mit Fettcremes hervorragend arbeiten.

Eine ölige Haut muss aber auch gepflegt werden; hier kann man hervorragend mit leichten Texturen arbeiten, wie zum Beispiel Emulsionen, Gelen oder Seren.

Das bedeutet also, dass neben speziellen Wirkstoffen auch die Galenik, sprich die Rezeptur, entscheidend ist. Bei den Inhaltsstoffen ist die gesamte Formulierung eines Produkts von Bedeutung, also wie die einzelnen Inhaltsstoffe eingearbeitet und auf welcher Grundlage sie eingebettet sind.

Daher ist die Frage, welche Inhaltsstoffe die wichtigsten sind, schwierig zu beantworten – auch, weil sie von Hauttyp zu Hauttyp variieren können. Allgemein lässt sich sagen, dass eine gesunde Hautbarriere entscheidend ist. Wirkstoffe, die diese unterstützen, sollten einen Hauptbestandteil der Pflege ausmachen.

Einer trockenen Haut sollten Feuchtigkeit spendende Inhaltsstoffe zugeführt werden, wie zum Beispiel Phospholipide, Ceramide oder Squalan.

Ölige Haut braucht milde Produkte, die eine talgregulierende Wirkung auf die Haut haben. Wirkstoffe wie Niacinamid und Salizylsäure sind besonders effektiv bei der Behandlung von öliger Haut.

Sensible Hauttypen und Allergiker vertragen Glycerin, Panthenol, Ceramide und Hyaluronsäure gut.

Behandlungen bei Problemhaut: Die besten Tipps von Dr. Emi

4. Welche Behandlungsmethode/n können Sie empfehlen bei

  •      Großporiger Haut
  •      Fältchen
  •      Pigmentflecken
  •      Rosazea

Ich empfehle Behandlungskonzepte, die ergänzend aufeinander aufbauen. Großporige Haut kann mit Radiofrequenz-Needling verfeinert werden. Zusätzlich wirken Retinoide (Vitamin A) in der Hautpflege porenverfeinernd.

Fältchen können je nach Areal mit unterschiedlichsten Methoden abgemildert werden. Zu meinen Favoriten zählen hierbei Laserbehandlungen wie Endolift®, SofwaveTM und CO2-Laser.

Pigmentflecken lassen sich ebenfalls mit vorangegangenen Behandlungen beiseitigen, hierbei können die genannten Behandlungen mit Wirkstoffkosmetik ergänzt werden, zum Beispiel das Radiofrequenz-Needling mit der Einarbeitung von Tranexamsäure; überdies ist täglicher Sonnenschutz zur Prävention von Pigmentierungen und nach o. g. Behandlungen zwingend!

Hautkrankheiten wie Rosazea können medikamentös mit Cremes, Gels oder Lotionen mit den Wirkstoffen Azelainsäure, Ivermectin oder Metronidazol oder mit Licht-/Lasertherapie behandelt werden. Hier können auch oben genannten Behandlungsformen unterstützend hilfreich sein. Für einen Behandlungsplan sollte unbedingt ein erfahrener Dermatologe konsultiert werden, der Patient:innen wöchentlich kontrolliert und Pläne ggf. neu abstimmt.

Dr. Emis No Goes

5. Was sollte man auf keinen Fall tun, bzw. was sollte man in der Hautpflege unbedingt vermeiden?

Direkte UV-Exposition – schon gar nicht ohne Sonnenschutz! UV-A-Strahlung lässt die Haut altern, UV-B-Strahlung beschert Sonnenbrände und Hautkrebs. HEV-Licht, sogenanntes Blaues Licht, dringt in tiefere Hautschichten ein.

Hautkrebs ist die häufigste Krebsart beim Menschen und die Zahl der Erkrankungen steigt seit einigen Jahrzehnten ständig an.

Ein weiterer Tipp, der mir sehr nahe am Herzen liegt: nicht zu viele Produkte auf einmal testen! Mehr ist nicht immer mehr bei der Hautpflege und kann sogar Hautkrankheiten wie periorale Dermatitis auslösen.

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