Pflege
Frau mit T-Zonenmaske
© Paper Boat Creative/Getty Images

Klare Sache: Reine Haut für die T-Zone

Keine Panik bei unreiner Haut: YBPN kennt die effektivsten Tipps aus Pflege und Ernährung, um die T-Zone von Hautunreinheiten zu befreien. Wir verraten, was wirklich hilft.

So sehr der Sommer auch verehrt wird – unsere Haut mag entspanntere Temperaturen eindeutig lieber. Deshalb sagen wir: Willkommen, du schöner, kühler Herbst!

Wer ölige Haut hat, wird merken, dass diese jetzt keine permanent nachrückende, störende Glanzschicht mehr produziert, und auch die Talgdrüsen normaler Haut legen sich bei Temperaturen unter 25 Grad nicht mehr ganz so mächtig ins Zeug.

Dazu mindert ein moderates Klima das Wachstum der sogenannten Propionibakterien – diese fühlen sich nur in feuchtwarmem Tropenzonen richtig wohl.

Um diese Umstände wirklich genießen zu können, müssen aber zunächst die Nachwirkungen des Sommers behoben werden.

Sogar wer wirklich trockene Haut hat, kennt die möglichen Reaktionen des Teints auf hochtemperierte, schweißbildende Phasen: Noch Wochen danach treten vor allem an der Stirn, auf der Nase und am Kinn Mitesser, kleine Pickelchen oder sogar größere Exemplare der Störenfriede auf.

Unreine Haut in der T-Zone

Es herrscht Unruhe in der T-Zone! Und das trifft leider nicht nur Jugendliche. Laut der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft leiden rund 20 Prozent aller Erwachsenen (ab 25 Jahren) unter Akne.

Von einer leichten Form der Akne sprechen Fachärzte bereits bei Auftreten vieler Komedonen (Mitesser). Die gute Nachricht ist: Wer jetzt auf die richtige Strategie aus Reinigung, Pflege und Ernährung setzt, kann sich bald über ein klares Hautbild freuen. 

Akne bildet sich aus, wenn das Bakterium Propionibacterium acnes die Möglichkeit hat, sich in einem Mitesser (Komedon) anzusiedeln, zu vermehren, und so eine Entzündung des Komedons hervorzurufen.

Es bilden sich Eiterbläschen (Pusteln), die nach dem Abheilen Narben hinterlassen können. So entsteht aus einem Mitesser, der zunächst nur ein mit Talg und Keratin gefüllter Haarfollikel ist, ein Aknepickel.

„Inzwischen wissen wir, dass in erster Linie die Zusammensetzung des Talgs entscheidend für die Entstehung von Akne ist. Akne ist primär eine entzündliche Erkrankung“, sagt Prof. Dr. Thomas Dirschka, Hautarzt und Allergologe in Düsseldorf.

„Das Sebum beinhaltet Stoffe, die Entzündungsmediatoren auslösen, wie zum Beispiel Interleukine, körpereigene Botenstoffe der Zellen des Immunsystems." Verschiedenste Faktoren begünstigen diese Entzündungen.

Unreine Haut durch falsche Ernährung

Experte Dirschka: „Stress ist ein Riesenthema, außerdem spielen Noxen wie Alkohol und Zigaretten eine große Rolle, genauso die Ernährungsweise." Vor allem, wenn diese auf vielen Kohlenhydraten mit hohem glykämischem Index basiert, also zum Beispiel auf stark geschrotetem und hoch ausgemahlenem Getreide.

„Auch Fans von Milch und Milchprodukten sind gefährdet: Das Milcheiweiß in der Molke der Kuhmilch wirkt inflammatorisch, also entzündungsfördernd.“

Auch viele andere Eiweiße fördern die Entstehung unreiner Haut: Haben Sie schon vom „Gluten Face“ gehört? Gluten, ein in Weizen enthaltenes Protein, kann zu Entzündungen, vorzeitiger Alterung, trockener Haut und zu Pickeln, vor allem rund um das Kinn führen.

Die Strategie für reine Haut

Die Beautystrategie für reine Haut und „Mein schönstes Ich" beginnt natürlich mit der individuell auf den Hautzustand abgestimmten Reinigung. Grundsätzlich gilt: Unreine Haut sollte morgens und abends mit einer milden, möglichst pH-neutralen Wasch-Creme gereinigt werden.

Auch Mizellen-Lotionen entfernen Schmutz und Make-up gründlich, ohne die Haut auszutrocknen (zum Beispiel „Micellar Cleansing Water“ von Bioeffect). YBPN-Tipp: Den Teint anschließend mit einem ausgleichenden Tonic klären.

Das Zuckermolekül Cyclodextrin ist in der Lage, überschüssiges Hautsebum zu binden und gleichzeitig den Teint zu mattieren. Algenextrakt und grüner Tee wirken ausgleichend gegen freie Radikale und verfeinern das Hautbild (zum Beispiel aus der Serie „System Balance Mischhaut“ von Annemarie Börlind).

Ein- bis zweimal pro Woche sollte ein Peeling mit Salicylsäure zum Einsatz kommen. Diese wirkt keralytisch – sie löst Verhornungen, und ist auf das Auf- und Ablösen von Hornzellen aus der äußersten Hautschicht spezialisiert. Gleichzeitig sorgt sie dafür, dass der Talg besser abfließen kann. 

Alleskönner Algenextrakte gegen fettige T-Zone

Grundsätzlich gilt: Bei junger Haut sind leichte Cremes ideal, die durch Algen- oder Hefeextrakte Feuchtigkeit spenden und mit antibakteriellen Wirkstoffen Pickel ausbremsen.

Reifere Haut braucht Produkte, die Anti-Aging-Wirkstoffe wie grünen Tee und Algenextrakte enthalten, dabei beruhigen und gleichzeitig Unreinheiten mit Hamamelis-, Weißholz- oder Thymianextrakten bekämpfen (zum Beispiel „Skin Oxygen Cream SPF 15 normal/oily skin“ und „Skin Oxygen Restoring Overnight Care“ von Biotherm mit antioxidativen Filtern und Spirulina- und Chlorella-Algenextrakten).

Wer zusätzlich auf pflanzliche Öle wie Avocado- oder Jojobaöl setzt, liegt goldrichtig: wie bei der Ernährung gelten auch für die Haut die Fettsäuren Omega-3 und Omega-6 im richtigen Verhältnis – optimal wäre rund 1:4 – als besonders wertvoll.

Omega-3-Fettsäuren tragen außerdem maßgeblich zu einem gesunden, ebenmäßigen Hautbild bei, sie sind entzündungshemmend und unterstützen die Regeneration der Haut spürbar.

Bei der Foundation sollte auf leichte Versionen mit Antioxidantien, Lichtschutz und Tonerde umgestiegen werden (zum Beispiel „Double Wear Light Soft Matte Hydra Make up SPF 10“ von Estée Lauder).

Die wirksamsten Lifestyle-Tipps für reine Haut

Entspannung tut nicht nur der Seele gut, sie beruhigt auch die Haut. Durch ständige Hektik werden vermehrt männliche Hormone produziert und das Stresshormon Adrenalin ausgeschüttet. Beide regen die Aktivität der Talgdrüsen an. Schon ein Spaziergang in der Mittagspause ist eine Möglichkeit, diese wieder zu entspannen.

Bei steigendem Stresslevel am Arbeitsplatz ist der Griff zu Croissants, Schokolade und Milchshakes als Nervennahrung keine gute Wahl. Lebensmittel wie diese fördern unreine Haut und Entzündungen. Besser: Walnüsse und Mandeln knabbern.

Grundsätzlich: Statt Pizza, Pasta und Latte Macchiato sollte eine Ernährung selbstverständlich werden, die reich an Omega-3-Fettsäuren und Antioxidantien ist – also Fisch wie Makrele, Lachs und Sardinen, Algenöl als Alternative für Veganer, und dunkelgrünes Gemüse wie Spinat, Brokkoli und Grünkohl.

Bereits nach einer dreiwöchigen Testphase werden erste Ergebnisse sichtbar und die Mühe mit einer nicht mehr fettigen T-Zone und reiner Haut belohnt.

Wer zukunftsweisend agieren will, sollte wissen, dass die Bestrahlung der Haut mit blauem LED-Licht ebenfalls Entzündungen mindern und die Aktivität der Pickel-verursachenden Bakterien verlangsamen soll.

Wahrscheinlich hemmt das Licht die Propionibakterien darin, ein „toxisches Protein" auszuscheiden, das für Unreinheiten verantwortlich ist. Studien dazu laufen aktuell an der University of California in San Diego.

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